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Wermelskirchen
Kaufen, zahlen, fröhlich sein - Künstler helfen Flüchtlingen

Wermelskirchen. Die Ausstellung des Kunstvereins, bei der die Werke vor Ort direkt gekauft werden konnten, war ein voller Erfolg. Erlös für die Flüchtlingshilfe. Von Walter Schubert

Parallel zur "Bergischen Weihnacht" startete der Kunstverein Wermelskirchen in der Galerie am Markt eine Verkaufsaktion. Das Motto lautete "100 Bilder - Kauf ein Bild und hilf". Jedes Bild kostet 20 Euro, der Erlös geht komplett an die Flüchtlingsinitiative "Willkommen in Wermelskirchen". 34 Künstler haben insgesamt 150 Werke gestiftet, alle wurden in weißen A4-Rahmen präsentiert.

Viele Bilder wurden eigens für diese Aktion hergestellt, da nicht jeder Künstler in diesem Format arbeitet. "So viele Bilder haben wir hier in der kleinen Galerie noch nie gezeigt", sagte Michael Dangel, Geschäftsführer des Kunstvereins. Bei so einer Menge konnte auch nichts mehr aufgehängt werden. Bilderleisten wurden montiert, die Bilder in drei Reihen übereinander ausgestellt.

Der Andrang war am ersten Verkaufstag riesig. Ein Novum bei einer Kunstausstellung: Die Bilder konnten auch gleich mitgenommen werden, nach dem Motto: "Kaufen, zahlen, fröhlich sein." Noch bevor der Vorsitzende Bernhard Schulte die Gäste begrüßte, waren die ersten Bilder bereits verschwunden, zumindest reserviert oder sie wurden sorgfältig bewacht, damit sie niemand wegschnappt. "So einen Zuspruch haben wir nicht erwartet, es aber ist natürlich toll", sagte Schulte. Kunst als Ramschware zum Schnäppchenpreis? Ein klares "Nein". Das Angebot umfasst alle Stilrichtungen, von Aquarell, Acryl, Radierung, Holzschnitt bis zu Fotoarbeiten. Die Künstler haben ihre Werke für einen guten Zweck gespendet, darunter leidet die Qualität überhaupt nicht.

Angelika Görgens hat ein Aquarell von Erika Kinder gekauft. "Ich hab's gesehen und mich darin verliebt", sagte sie. Armin Himmelrath hatte bereits kurz nach der Eröffnung fünf Bilder unter dem Arm. "Die musste ich einfach nehmen, weil die alle so gut zusammenpassen", meinte er. Wo er sie aufhängt, wusste er noch nicht. "Das findet sich", sagte er zuversichtlich.

Am Samstagabend zog Dangel ein erstes Fazit: "Ein unerwartet großer Erfolg", sagte er, "60 Bilder konnten bereits verkauft werden. Mit unserer Reserve konnten wir die Lücken in der Ausstellung kaum füllen." Müssen die Künstler bis zum nächsten Wochenende nach arbeiten? "Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte es notwendig sein."

Ausstellung Die nächsten Verkaufstermine sind am 12. und 13. Dezember, jeweils 15 bis 20 Uhr, in der Galerie Markt 9 - falls bis dahin nicht bereits alle Werke verkauft werden.

Quelle: RP
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