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Wermelskirchen
Kein Platz mehr für Dauerparker

Wermelskirchen: Kein Platz mehr für Dauerparker
Wohin sollen die Dauerparker vom Loches-Platz und vom Brückenweg? Diese Frage ist noch völlig ungeklärt. Auch das neue Parkraumkonzept gibt darauf keine Antwort. FOTO: udo Teifel (archiv)
Wermelskirchen. Mit dem Umbau des Loches-Platzes fallen Dauerparkplätze weg. Bisher haben weder Stadtverwaltung noch Verkehrsplaner eine Lösung. Bis zum 27. November wollen die Politiker aber einen Vorschlag hören. Von Udo Teifel

Der Umbau des Loches-Platzes wird gravierende Auswirkungen auf das Parken in der Innenstadt haben. Das bewirtschaftete Parken - heute zumeist mit Parkscheibe - dürfte ab Herbst 2018 kostenpflichtig werden; für Dauerparker gibt es zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch keine Lösung. Das wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr deutlich. Die Verwaltung bekam nun von den Politiker einstimmig den Auftrag, alles vorzubereiten, um das vorgestellte Parkraumkonzept umzusetzen; bis zur nächsten Sitzung (27. November) soll aber schon ein Vorschlag fürs Dauerparken unterbreitet werden.

Das Verkehrsbüro Isaplan/ViA hatte den Auftrag zur Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans erhalten und Verbesserungsvorschläge gemacht. Planerin Andrea Fromberg legte ihre Zahlen dar, die zu den Vorschlägen führte. 237 Stellplätze hatte das Büro ermittelt, davon 61, wo mit der Parkscheibe "bewirtschaftet" werde. Der neue Investor aber schaffe nur rund 150 Parkplätze, die kostenpflichtig sein würden. Sie sprach von 75 Dauerparkplätzen; besonders in der Mittagszeit sei die Auslastung sehr hoch. Der künftige Investor werde, so wurde deutlich, keine Dauerparkplätze bereitstellen.

Wo aber kann geparkt werden? Aktuell gibt es 123 "freie" Kapazitäten als öffentliche Parkfläche für Kurzzeitparker am Straßenrand und auf Parkierungsflächen. Zudem gebe es Flächen im Stadt-Karree, Telegrafenpassage, Woolworth und Sparkasse. Hier sollte eine Harmonisierung der Gebühren angestrebt werden - zum Beispiel die erste halbe Stunde frei, dann gleichmäßig steigende Gebühren für die weitere Parkdauer. Im Straßenraum selbst gebe es Parkregelungen von 30 bis 120 Minuten kostenfrei.

Die Kunden selbst möchten kostenfrei parken, hat eine Umfrage ergeben; und sie möchten nah am Ziel parken. Der Einzelhändel präferiert das nahe Parken der Kunden.

Das Büro empfiehlt der Stadt, auf allen Parkplätzen in der Innenstadt im Straßenraum und Parkierungsflächen ein halbstündiges kostenfreies Parken mit Parkscheibe - danach einen Euro pro Stunde. Damit erreiche Wermelskirchen einen hohen Umschlag im Kernbereich; "jeder Besucher findet einen Parkplatz", sagte Fromberg. Damit komme man der Zielgruppe "Zielkauf" entgegen - eben jenen Bürgern, die schnell etwas erledigen möchten. Wer hingegen länger parken möchte, müsse auf diesen Parkflächen zahlen. "Das ist die Zielgruppe Shoppen und Bummeln", so Fromberg. Zudem sollten an zwei Stellen am Rathaus Parkscheinautomaten für die dortigen Parkflächen aufgestellt werden.

Wichtig ist der Planerin die Vereinheitlichung des Parkkonzeptes: "Damit wird der Parksuchverkehr eingedämmt. Denn wenn das Parken überall gleich geregelt wird, muss ich nicht suchen."

Sie empfiehlt, mit dem Investor des Loches-Platzes, aber auch mit den Eigentümern des Stadt-Karrees und von Woolworth über einheitliche Gebühren zu verhandeln.

Damit ist aber das Thema Langzeitparkplätze nicht vom Tisch. Auf dem Rhombus-Gelände ist kein dauerhaftes Parken möglich, hieß es. Befristete Parkplätze auf dem Gelände zu schaffen, könnte bis zu 400.000 Euro kosten - und zwar nicht auf der Fläche der maroden Hallen. Das ist der Stadt zu teuer.

Auch die Fläche rund um die Dresslersche Fabrik ist unsicher. 24 Parkplätze, diesen Beschluss gibt es, sollen da noch entstehen. Aber ungewiss ist eben die Zukunft der Tafel.

Die Planerin machte deutlich, dass die kostenfreie Bereitstellung von Parkflächen für Dauerparker der Vergangenheit angehöre. Sie schlug vor, pro Tag fünf Euro zu nehmen - das würde dem Ticket im ÖPNV entsprechen. "Das ist zu diskutieren, zumal wenn die Stadt Flächen finanzieren muss."

Jochen Bilstein (SPD) fasste die politische Diskussion treffend zusammen: "Es wird Parkdruck auf den öffentlichen Bereich geben. Wir müssen für Abhilfe sorgen" - hier dürfe es keine Denkverbote geben und sprach damit Henning Rehses (WNKUWG) Vorstoß an, dass auch städtische Mitarbeiter sich an Kosten fürs Parken beteiligen müssten. Rehse betonte, dass er die Rathausmitarbeiter nicht zur Kasse beten möchte. Die WNKUWG lehnt Parkgebühren generell ab - hier würden Kunden doppelt zur Kasse gebeten.

Quelle: RP
 
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