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Wermelskirchen
Keine Strafe für Impfmuffel - hohe Masern-Impfbeteiligung stadtweit

Wermelskirchen. Sie gelten als Kinderkrankheit und werden nicht immer ernst genommen: die Masern. Dabei zählen sie zu den ansteckendsten Krankheiten und werden durch Husten und Niesen leicht übertragen. Zudem können sie ernsthafte Konsequenzen bis hin zum Tod nach sich ziehen. 2017 wurden in NRW bis Mitte Mai offiziell bereits 403 Masern-Fälle gemeldet, Besonders betroffen waren dabei neben Duisburg und Essen auch 25 andere Kreise. Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden in dieser Zeit schon drei Maserfälle bekannt. 2016 wurden zwei, 2015 nur eine Erkrankung gemeldet. Dr. Cornelia Scherzberg, Leiterin des Gesundheitsamtes, rät dringend dazu, den Impfpass zu überprüfen und gegen Masern impfen zu lassen: "Es ist sprichwörtlich nur ein kleiner Piks." Von Udo Teifel

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, teilt der Kreis auf Anfrage mit. Es sei vielmehr eine freiwillige Entscheidung von Eltern. Dennoch gibt es seit dem Inkrafttreten des Präventionsgesetzes 2015 für Eltern die Pflicht, bei der Aufnahme eines Kindes einen Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorzulegen. So können Einrichtungen ungeimpfte Kinder beim Auftreten eines Masernfalls ausschließen. Wer sich hartnäckig weigert, dem droht schon heute ein Bußgeld.

Die Bundesregierung möchte nun verstärkt gegen Impfmuffel vorgehen: Wer die Impfberatung verweigert, dem soll ein saftiges Bußgeld in vierstelliger Höhe drohen. Scherzberg: "Ein Bußgeld ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Das trägt vielmehr dazu bei, die Fronten zu verhärten." Viel eher müsse versucht werden, potenziellen Impfgegnern den Sinn und Zweck einer Impfung nachvollziehbar zu machen.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis seien bislang keine Bußgelder in dieser Sache ausgesprochen worden, so Sprecherin Hannah Weißgerber. "Von einem Fehlen des Beratungsnachweises erfährt das Gesundheitsamt zudem nichts."

Das Gesundheitsamt nutzt verschiedene Wege, um Eltern zu informieren. So erhalten alle Eltern bei der Schuleingangsuntersuchung im Gesundheitsamt eine Impfberatung und werden aufgefordert, den Impfpass ihrer Kinder zu kontrollieren. "Hier wird auf eventuelle Defizite aufmerksam gemacht", so Weißgerber. Regelmäßig finden in Schulen Impf-Aktionen statt. Dazu gehört die Kontrolle der Ausweise. Das Gesundheitsamt bietet auch eine Reise-Impfberatung an.

Die Impfquoten im Rheinisch-Bergischen Kreis verändern sich von Jahr zu Jahr, so die Kreissprecherin. "Hierbei spielen neben dem Untersuchungszeitpunkt auch die handelnden Akteure eine nicht unwesentliche Rolle - also auch vereinzelt Kinderärzte, die keine Empfehlung aussprechen."

Wermelskirchen schneidet bei den Impfungquoten kreisweit am bestens ab: 96,5 Prozent bei der zweifachen und 97,7 Prozent bei der einfachen Masernimpfung. Erklärtes Ziel der WHO ist es, bei Masern eine Impfquote von 95 Prozent zu erreichen. Kreisweit lag der Prozentsatz der empfohlenen Zweifach-Impfung bei 92,4 Punkten, einfach bei 96,2.

Quelle: RP
 
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