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Wermelskirchen
Keller eines Mehrfamilienhauses bis zu 60 Zentimeter unter Wasser

Wermelskirchen: Keller eines Mehrfamilienhauses bis zu 60 Zentimeter unter Wasser
Vom Wasserschaden betroffen: die beiden Gebäude Wüstenhof 41/43. FOTO: teifel
Wermelskirchen. Große Ratlosigkeit: Woher kommt das klare Wasser? Feuerwehr hilft junger Familie mit warmem Wasser für den Säugling. Von Udo Teifel

50 bis 60 Zentimeter hoch stand das Wasser gestern Nachmittag in den Kellern der Mehrfamilienhäuser Wüstenhof 41/43. Mit vier Pumpen, die bis zu 2000 Liter Wasser in der Minuten befördern, senkte die Feuerwehr in den ersten beiden Stunden schnell den Wasserstand - doch aus zwei Gullys quoll unaufhörlich klares Wasser nach. Zwei bis fünf Zentimeter Wasser standen weiterhin in den Räumen. Großes Rätselraten bei den Fachleuten.

Gegen sieben Uhr am Sonntagmorgen war noch ein Mieter aus dem 20-Parteien-Gebäudekomplex im Keller gewesen - da war alles trocken, berichtete Miteigentümer Thomas Osterwind. Dies hatten ihm Mieter erzählt. Gegen 13.45 Uhr stand dann das Kellergeschoss, das sich über die zwei Gebäude erstreckt, knietief unter Wasser. Der Löschzug Stadt und die Hauptamtlichen rückten an und setzten vier Pumpen ein.

Woher kommt das Wasser, das seit gestern Morgen unaufhörlich aus dem Gully sprudelt? FOTO: Teifel

Die BEW stellte sicherheitshalber den Strom ab, der städtische Abwasserbetrieb prüfte die Kanäle, um bei der Ursachenforschung zu helfen. Doch so richtig weiter kam man nicht. Denn die Wasserleitung war in Ordnung, ebenso der Abwasserkanal.

Aus zwei Gullys strömte das Wasser ins Gebäude - einmal aus dem Regenwasserabfluss bei der Treppe zum Garten, aber auch aus einem sogenannten Pumpensumpf, wo die hauseigene Pumpe in einem tiefer liegenden Schacht Wasser in den Abwasserkanal befördert.

Stadtbrandmeister Ingo Mueller sprach gestern vorsichtig von einer Extremwetterlage - er vermutete, dass das Regenwasser an dieser tiefsten Stelle in Wüstenhof nicht abfließen konnte bei den Regenmassen, die in den vergangenen Tagen runtergekommen waren. "Wahrscheinlich war der Druck des Grundwassers so hoch, dass es sich unter der Bodenplatte des Gebäudes einen Weg gesucht hat." Und dann über die Gullys abfloss .

Rätselraten, wie sie die Nacht verbringen sollen, nachmittags auch bei den 20 Mietparteien. Besonders betroffen waren Vanessa Pscherer und Benjamin Frankreiter. Sie haben drei Kinder, das jüngste ist erst vier Monate alt. "Wir wissen auch nicht, wie es jetzt weitergehen wird", sagte Pscherer, beide Eltern mit Bettzeug für die Kinder unterm Arm. Denn auch die Heizung war abgestellt worden.

Erste Hilfe kam für sie von der Feuerwehr: Sie sorgte für warmes Wasser für den Säugling. Die Ursache für den Wassereinbruch war bis Redaktionsschluss nicht gefunden. Die Ursachenforschung geht weiter. Die Feuerwehr hat zwei Pumpen im Keller gelassen, die vom Eigentümer betrieben werden müssen, um den Wasserspiegel niedrig zu halten. Mueller: "Es muss beobachtet werden, ob der Zufluss abnimmt und zunimmt." Auch der Strom wurde gestern Abend zugeschaltet, so dass die Nachspeicheröfen wieder laufen konnten.

Quelle: RP
 
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