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Bm-Ferienaktion
Kinder auf spannender Fährtensuche

Bm-Ferienaktion: Kinder auf spannender Fährtensuche
Die Nachwuchs-Jäger und die Veranstalter blieben lieber im Trockenen. In der hinteren Reihe (v.l.) Dirk Steffens mit Jagdhund-Welpe "Paddy", Armin Röntgen, Henry Wetzel und Klaus-Alexander Frowein. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Die deutlich aus dem Maul ragenden Eckzähne eines Wildschweins werden nicht etwa Stoßzähne genannt, wie der zwölfjährige Max gar nicht einmal unlogisch vermutete, sondern Gewaff. Von Stephan Singer

Das und vieles mehr lernten die elf Kinder, die bei der BM-Ferienaktion der Dabringhausener Jäger aus den Revieren II und IV mit von der Partie waren. Leider mussten die Organisatoren bei der Veranstaltung angesichts des regnerischen Wetters improvisieren: Die geplante Waldwanderung mit Tierbeobachtung und Besuch einer Futterstelle für den Winter musste ausfallen, denn die Gefahr einer Erkältung der kleinen Waidjungen und -mädchen wäre zu groß gewesen.

Dank des tatkräftigen Zupackens der Jäger Dirk Steffens, Theresa Bohle, Klaus Esgen, Arne Lausch, Henry Wetzel, Klaus-Alexander Frowein und Armin Röntgen erlebten die Kinder dennoch einen spannenden Nachmittag mit viel Lehrreichem aus heimischer Natur und einem deftigen Abendessen.

In der Halle auf dem Hof der Familie Steffens, wo seit inzwischen mehr als 25 Jahren der Sammelpunkt der Ferienaktion ist, hatten die Jäger mit viel Geschick ein anschauliches "Klassenzimmer" aufgebaut. Tarnnetze, Zelte, ein mobiler Hochsitz, ausgestopfte Tiere und ein Experimentierbereich schufen Wald- und Flur-Atmosphäre. So konnten die Mädchen und Jungen in der Experimentierecke in nicht einsehbare Kisten (in Flecktarn kaschierte Schuhkartons) greifen und den Inhalt ertasten. Hier galt es unter anderem. Maiskolben oder Tannenzapfen zu erkennen.

Als "Lehrer" mit viel Humor zeigte sich Dirk Steffens. Staunende, große Augen schauten ihn an, als er seine Jagdhörner präsentierte: ein kleineres Fürst-Pless-Horn und ein größeres Parforce-Horn, was wegen seines Durchmessers vielfach von berittenen Jägern benutzt wurde, weil es sich gut quer über den Oberkörper auf eine Schulter gelegt, tragen ließ. Die beiden Brüder Matthias (sieben Jahre) und Torben (elf) haben selber ein Jagdhorn zuhause und wussten genau, wozu die Hörner bei der Jagd einmal dienten. "So konnte jeder Jäger über weite Entfernungen Signale und Befehle hören", erklärten beide übereinstimmend. Das bestätigte Dirk Steffens mit einem Lachen: "Jagdhörner waren das Handy von heute."

Wie genau die Begriffe der Waidmänner unterschiedliche Beobachtungen benennen, erfuhren die Jungen und Mädchen anhand einer Tafel, die diverse Fußabdrücke von Tieren zeigte. So wird der Abdruck im Sand, Matsch oder Schnee von Tieren mit Schalen (beispielsweise Rehe) als Fährte bezeichnet, Spur nennen Jäger die Abdrücke von Tieren mit Pfoten wie Hasen, Kaninchen oder Füchsen, wohingegen Federwild (Vögel) ein sogenanntes Geläuf hinterlässt.

Um solche Fußabdrücke ging es dann unter anderem beim abschließenden Quiz mit sieben Fragen und Aufgaben, das das Gelernte auf die Probe stellte. Natürlich warteten Preise, wie Verbandspäckchen für unterwegs, auf die "Nachwuchs-Jäger", so dass kein Kind mit leeren Händen nach Hause gehen musste.

Übrigens: Unter den Teilnehmern befanden sich auch die siebenjährigen Zwillinge Naya und Mohammed, die mit ihrer Familie aus Syrien vor dem Krieg flüchteten. Die Geschwister gewannen einen bislang nicht gekannten Eindruck von der Natur in ihrer neuen Heimat und waren tief beeindruckt.

Quelle: RP
 
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