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Wermelskirchen
Kinder feiern ihre Schwanenschule

Wermelskirchen: Kinder feiern ihre Schwanenschule
Die Inszenierung der kleinen Schwäne versprühte mit Tanz und Gesang genauso Schwung, wie sie szenische Rückblicke in die Schulgeschichte gab. Vier Monate wurde an dem liebevoll gestalteten Stück gearbeitet. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Mit einem zweistündigen Festakt startete die Schwanenschule gestern den Veranstaltungsreigen zu ihrem 125-jährigen Bestehen. 50 Kinder zelebrierten die bewegte Schulgeschichte mit Theater, Tanz und Gesang. Von Stephan Singer

Es waren selbstgebastelte, bunte Würfel, die aufgestapelt ein Tor mit dem Schriftzug "Schwanen 125" ergaben, um das und durch das die Kinder tanzten. Dieses schwungvolle Schlussbild beendete ein Stück aus Theater, Tanz und Chorgesang, das 50 Schülerinnen und Schüler aus allen Klassen beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Schwanenschule inszenierten. Der Festakt in der Aula der 1892 als Volksschule gegründeten Bildungseinrichtung bildete gestern den Auftakt für einen Reigen von Veranstaltungen, die thematisch im Zeichen des Jubiläums stehen.

Zum Festakt blickte nicht nur eine 76-seitige Festschrift auf die bewegte Geschichte der Schule im Stadtzentrum von Wermelskirchen zurück, sondern auch besagtes Schülerensemble der heutigen Grundschule. Mit den Lehrerinnen Pauline de Brün, Ilona Brand und Gunhild Dahlhoff sowie Schülermutter Nicole Helder recherchierten, schrieben, entwickelten und probten die Kinder das Stück. Anfangs probten die "Schwäne" ab Januar dafür noch in einzelnen Gruppen, vor Ostern gab es die erste gemeinsame Probe. Die Inszenierung erinnerte an die Gründung der Schule zu Zeiten Kaiser Wilhelms II.: In Theaterszenen spielten die Kinder nach, dass damals die Lehrer vor Unterrichtsbeginn noch die korrekte Waschung der Hände überprüften. "Strenge Zeiten", kommentierten Johanna Gehlen, Max Felder und Elias Burghoff. Die drei jungen Moderatoren überbrückten die einzelnen Szenen und fanden dabei auch ernste wie einfache Worte (übrigens ein Zitat von Altkanzler Helmut Schmidt): "Krieg ist Mist." Der Hintergrund: Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg fiel in der Schwanenschule der Unterricht aus, weil Soldaten das Gebäude als Lager oder Lazarett nutzten. "Manche Kinder konnten in diesen Zeiten nur zwei Jahre zur Schule gehen", fanden die Grundschüler bei ihren Recherchen heraus.

"Ich bin richtig stolz. Was die Kinder mit ihrer Inszenierung auf die Beine gestellt haben, kriegt keiner der heutigen Redner hin", freute sich Schulleiterin Katrin Wagner und verwies angesichts der zahlreichen offiziellen Amtsträger beim Empfang auf das Sommerfest der Schule am Samstag, 20. Mai, zwischen 11 und 15 Uhr. Das sei dann der Festakt für die Kinder. Diesen Tag der offenen Tür werden die 330 Schwanenschüler mit ihren 22 Lehrern im Rahmen von Projekttagen vom 17. bis 19. Mai vorbereiten.

In ihrer Rede betonte Wagner: "Die Schwanenschule ist geprägt von Menschen, die eine Kultur der Wertschätzung pflegen - ob es kleine oder große Schwäne sind." Aktuell machten Inklusion oder auch die dringend notwendige Vergrößerung der Mensaräumlichkeiten für die Offene Ganztagsschule die Gegenwart zur Herausforderung, der sich die Schule gerne stelle. Positive Signale sendete Bürgermeister Rainer Bleek aus: "Die Lehrer brauchen und verdienen im schwierigen Umfeld heutiger Zeiten unsere Unterstützung." Und der Schulausschuss-Vorsitzende Klaus Seeger, selbst einst Schüler der Schwanenschule, unterstrich sein Leitmotiv: "Nichts ist teurer als Bildung, außer keine Bildung." In Sachen Geld wurde der Vorsitzende des Schulfördervereins, Stefan Leßenich, etwas konkreter und kündigte für das Sommerfest ein "großes Geschenk für mehrere Tausend Euro" an, das der Verein jedoch unbedingt erst im Beisein der Kinder an die Schule überreichen wolle.

Quelle: RP
 
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