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Wermelskirchen
Kindermusical wird eifrig geprobt

Wermelskirchen: Kindermusical wird eifrig geprobt
Die Theaterpädagogin Simone Silberzahn bei der Probe mit den Kinderchorsängerinnen. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Der katholische Kantor Marcus Richter und die Theaterpädagogin und Schauspielerin Simone Silberzahn studieren mit Kinderchorsängern ein christliches Kindermusical musikalisch und szenisch ein. Im katholischen Pfarrzentrum ist die große Aufführung mit Blechblasensemble. Von Eva Budde-Jandt

"Die Reise nach Jerusalem, ein Musical für Kinder, mit viel Pep und Popmusik, natürlich nur für Kinder. Na klar, für wen denn sonst!" Mit diesen Worten zu schwungvoller Musik beginnt die eifrige zwölfköpfige Mädchenschar des katholischen Kinderchors ihre Durchlaufprobe für ihr Kindermusical "Die Reise nach Jerusalem". Aufmerksam begleitet Kirchenmusiker Marcus Richter seine jungen Sängerinnen am Klavier, souffliert ihnen oder reicht auch schon mal schnell das Notenbuch zur Hand, wenn die Texte noch nicht ganz hundertprozentig sitzen.

Bereits im Januar hat Richter begonnen, das Singspiel der Gesangspädagogin und Komponistin Hella Heizmann (1951-2009) einzuüben, das er im vergangenen Jahr aus über 60 verschiedenen Stücken ausgewählt hat. "Über die Kindheit und Jugend von Jesus berichtet die Bibel sehr wenig", erzählt Richter. Basis für den Musicaltext bildet die einzige überlieferte Geschichte, die erzählt, wie der zwölfjährige Jesus mit seinen Eltern zum Passahfest nach Jerusalem reist und sie ihn plötzlich verlieren und nach langer Suche im Tempel wiederfinden, wo er mit den Priestern und Gelehrten diskutiert. "Ich musste etwas finden, dass vom Umfang her für uns machbar war", erklärt Richter.

In seinem "Chor II" singen derzeit bei voller Besetzung insgesamt 13 Kinder, im Moment nur Mädchen, im Grundschulalter. Daneben leitet der Kirchenmusiker noch eine zweite Chorgruppe mit kleineren Kindern bis einschließlich zum ersten Schuljahr. "Diese Chorgruppe hat seit unserer Neugruppierung vor einem Jahr keine Alterbeschränkung mehr nach unten, vielfach kommen auch die Eltern mit", so Richter. Mit dem Musical, so wünscht er sich, soll die Kinderchorarbeit mehr ins Blickfeld zu rücken, auch innerhalb der Gemeinde. Bereits jetzt sind die jungen Sängerinnen an der musikalischen Gestaltung von beachtlichen acht bis zehn (meist Familien-) Gottesdiensten pro Jahr beteiligt. Neben den Chorliedern hatte Richter auch etliche Solopassagen zu verteilen. "Die Kinder lernen ungeheuer schnell und instinktiv", begeistert sich der Kirchenmusiker.

Diese Begeisterung hat er merkbar auf seine Sängerinnen übertragen. Vom ersten Ton an merkt man: Die Mädchen sind voll bei der Sache und entwickeln mit großem Einsatz ein erstaunliches Klangvolumen mit ihren noch jungen Stimmen. Gespannt gehen die Blicke immer wieder zu der zweiten Erwachsenen im Saal: Mit genauem Blick beobachtet auch Simone Silberzahn die Gruppe. Die Schauspielerin und erfahrene Theaterpädagogin hat Marcus Richter für die Umsetzung der szenischen Realisierung an seine Seite geholt. Bereits vor Probenbeginn hat Silberzahn eine improvisierte Kulisse aufgestellt, in der die Mädchen ihre Auf-und Abtritte probieren können.

Zu der Vorlage, bei der die gesungenen durch erzählende Zwischentexte miteinander verbunden werden, hat Silberzahn für die Wermelskirchener Aufführung ein ganz eigenes Konzept erstellt. Mit den Kindern zusammen entwickelt sie Spielszenen, in denen sie die eigenen Ideen der Mädchen aufnimmt und zu Papier bringt. Hier klingt nichts wie auswendig gelernt und abgespult, denn die Texte sind von vorneherein lebensecht, wenn da etwa die Straßenkehrerinnen stöhnen: "Ich brauch mal eine Pause!" und die Markschreierinnen mit großer Verve "Die besten Datteln, die es gibt!" anpreisen. Ganz nebenbei bringt Silberzahn mit ihrer charmanten Art den Kindern die Grundregeln für eine szenische Darstellung auf der Bühne bei, macht auch mal was vor, wo es nötig ist. "Ihr müsst beim Sprechen immer zum Publikum gewandt sein", ermahnt sie beispielsweise oder erklärt: "Wenn eine von euch ein Solo singt, schauen die anderen diejenige an. Dann weiß das Publikum nämlich auch, wo es hinschauen muss."

Quelle: RP
 
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