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Wermelskirchen
Kleiner Raum, kleine Bühne, große Musik

Wermelskirchen. Die "Couchgeflüster"-Konzerte in der Katt starten am Samstag in die nächste Runde.

Die Konzerte im Jugendbereich der Katt stehen nicht im großen Rampenlicht. Ohne große Werbung und Öffentlichkeit haben sie sich zu einem Geheimtipp für gute Musik entwickelt. Im Januar 2015 organisierte Kolja Pfeiffer, Leiter des Katt-Jugendbereichs, das erste Wohnzimmerkonzert. Der Eingang zum "Couchgeflüster" liegt versteckt an der Rückseite des Gebäudes, unterhalb vom Bistro. "Wir machen ungefähr acht Konzerte im Jahr", sagt Pfeiffer, der schon mit der Planung für 2017 beschäftigt ist. Das nächste Konzert findet am Samstag statt.

Da Pfeiffer selbst Musiker ist, entstehen häufig bei den Auftritten die Kontakte zu Interpreten und Bands. "Ich suche die Künstler aus. Voraussetzung sind die handwerkliche Qualität und die Eigenständigkeit. Covermusik kommt mir nicht ins Haus", sagt er. Und natürlich muss die Musik in die kleinen Räume passen. "Akustisch oder halbakustisch, große Verstärkertürme können wir nicht gebrauchen", erklärt Pfeiffer. Meist kommen 40 bis 45 Besucher, ein Stammpublikum hat sich bereits gebildet. "In der Spitze waren es auch mal 70 Besucher", sagt Pfeiffer, "da war es aber richtig eng".

Die Konzerte finden immer an einem Samstag ab 20 Uhr statt, immer sind es zwei Interpreten oder Bands, die jeweils etwa 45 Minuten spielen. Der Eintritt ist frei, die Gage wird in einem Hut gesammelt. "Traurig, was die Leute da manchmal hineinwerfen", sagt Pfeiffer. Er zieht einen Vergleich mit einem Kinobesuch. "Mit Eintritt, Popcorn und Getränk ist man da doch schnell 20 Euro los. Und vielleicht hat einem der Film noch nicht einmal gefallen. 'Kniepigkeit' find' ich blöd."

Bei der Terminfindung muss Pfeiffer immer beachten, was im Bistro der Katt geplant ist. "Das Bistro ist ja direkt über uns, wenn dort eine Party ist, kann man hier nichts mehr hören." Gerne würde er die Konzerte am Montag- oder Dienstagabend veranstalten. Das wäre ideal, da das Bistro an diesen Tagen geschlossen ist. "Viele Musiker, die auf Tour sind, haben an den Wochentagen Leerlauf und wären einfacher und auch preiswerter zu bekommen. Aber leider lassen sich diese Termine in Wermelskirchen nicht durchsetzten, sie werden beim Publikum nicht angenommen", bedauert Pfeiffer. Die Wohnzimmerkonzerte sind nicht kommerziell, die Jugendarbeit ist eingebunden. Die jungen Leute helfen beim Auf- und Abbau, am Getränkestand und bei der Künstlerbetreuung. Dafür gibt es eine Förderung von der Stadt. Pfeiffer: "Ich freue mich auf jeden dieser Abende."

(wsb)
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