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Wermelskirchen
Kleinod für die Kleinsten am Bussardweg

Wermelskirchen: Kleinod für die Kleinsten am Bussardweg
Der Jubel ist schon vor dem Einzug groß: Anke Ollesch, Stefan Görnert und Corinna Rehn (hinten v.l.) freuen sich mit Mats, Frieda, Benjamin, Leo, Moritz, Benjamin und Johanna (v.l.), wenn die U3-Kinder in das neue Nest einziehen. FOTO: jürgen moll
Wermelskirchen. Mit einem 439.000 Euro teuren Zusatzbau bekommt die Städtische Kita am Bussardweg ein U3-Nest. Vier Erzieherinnen betreuen dort demnächst zwölf Kinder unter drei Jahren. Von Stephan Singer

Die Mädchen und Jungen der Städtischen Kindertagesstätte am Bussardweg in Dabringhausen haben den Baufortschritt genau beobachtet und wissen, was der mit einer Holzfassade verkleidete Erweiterungsbau in unmittelbarer Nähe des Bestandbaus soll. "Das wird ein Kindergarten für die kleinen Kinder", sagen sie. Mit dem Gebäude kann die Einrichtung am Bussardweg künftig etwa zehn Plätze für unter dreijährige Kinder (U3) bereitstellen. Für die Eröffnung sind bereits alle Plätze vergeben - die Eltern von zwölf Kindern haben eine Platzzusage.

Da sich der 439.000 Euro teure Bau im Zeitplan befindet, ist der vorgesehene Starttermin wahrscheinlich. "Den Eltern haben wir den 1. November plus-minus einen Monat genannt", sagt Anke Ollesch, Leiterin der Kita Bussardweg.

Auch wenn der Estrich auf dem Boden noch durchtrocknen muss, damit die Gewerke den Innenausbau beenden können, ist bereits jetzt gut zu sehen: Am Bussardweg entsteht ein schmuckes Kleinod, das von Erziehern und den Bussardweg-Kindern im Moment als "Nest" bezeichnet wird. "Einen schönen Namen bekommt das Nest erst nach der Eröffnung, denn an der Findung sollen sich schließlich alle beteiligen", sagt die Kita-Leiterin. Vier Erzieherinnen für das Nest seien gefunden, teils von der geschlossenen Awo-Kita. "Alle vier Kolleginnen arbeiten in Teilzeit", berichtet Anke Ollesch. Bei der Eröffnung wird das jüngste U3-Kind ein Jahr alt sein.

"Die Stadtverwaltung kann auch schön", sagt der Beigeordnete Stefan Görnert und lacht bei der Begehung des noch nicht vollendeten Baus. Hohe Fenster lassen reichlich Licht in das Gebäude, das Konzept wurde mit den Erzieherinnen abgestimmt. So wird sich der Gruppenraum mit Raumteilern trennen lassen, um bei Bedarf einen Differenzierungsraum zu schaffen. Dazu gesellen sich eine Küche, ein Personal-WC sowie ein Schlafraum und ein Wasch- und Wickelraum. Die beiden letztgenannten sind unabdingbare Voraussetzung für die Betreuung von U3-Kindern. "Im bestehenden Kindergartengebäude ist dafür kein Platz, das Benötigte wäre dort niemals einzurichten gewesen", sagt Anke Ollesch. Sie ist froh, dass eine Lösung in unmittelbarer, selbst für Kinder fußläufiger Nachbarschaft gefunden wurde. "Das ist verträglich und optimal - das Beste, was man sich wünschen kann." Die Leiterin der Kita Bussardweg weiß: "Der Bedarf ist da. In Dabringhausen gibt es viel Nachfrage. Viele junge Familien wohnen hier oder ziehen hier hin." Ollesch und ihre Mitarbeiterinnen wollen "Nest" und Ü3-Kita im Alltagsbetrieb durch gemeinsame Aktionen vernetzen. So könnten die U3-Kinder in die Ü3-Tagesstätte hineinwachsen.

"Wir sind froh, dass es bezahlt werden konnte", sagt Görnert mit Blick auf die Haushaltslage der Stadt. Die Verwaltung müsse die Zukunftsfähigkeit von Wermelskirchen stärken und den Entwicklungen Rechnung tragen. "Im Kindergarten-Bereich ist die Wald-Pädagogik nachgefragt. Neue Konzepte und Ideen bringen Nachfrage", sagt er. Allerdings wolle die Stadt die Vielfalt der Kita-Träger erhalten und einen "Kindergarten-Kannibalismus" verhindern. "Wir sind mit zurzeit 14 Kindern auf der Warteliste bei den Ü3-Plätzen gut aufgestellt. Im U3-Bereich sieht es schwieriger aus, das versuchen wir, mit Tagesmüttern abzufangen."

In Wermelskirchen und speziell Dabringhausen sei ein Zuzug junger Familien deutlich spürbar. "Während die Weltpolitik im Moment eher frustrierend ist, ist das eine gute Entwicklung mit neuer Dynamik", sagt der Beigeordnete.

Quelle: RP
 
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