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Wermelskirchen
Kreisbrandmeister kritisiert Verzicht auf neue Sirenen

Wermelskirchen. "Ich habe extra noch einmal auf das Datum geschaut, aber es war schon weit nach dem 1. April. Dennoch: Das muss doch wohl ein verspäteter April-Scherz gewesen sein." Mit diesen ironischen Worten kommentierte Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Wermelskirchen die Pläne der Stadtverwaltung Wermelskirchen, aus Kostengründen die Alarmierung im Zivilschutz durch Lautsprecher und Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr sicherzustellen und keine neuen Warn-Sirenen anzuschaffen (die BM berichtete).

Anlass ist eine Initiative des Landes NRW: Demnach soll angesichts einer zunehmenden Terrorgefahr wieder eine flächendeckende Alarmierung aufgebaut werden. Die 23 Sirenen, die Wermelskirchen bis zum Jahr 1992 hatte, sind genauso wie bundesweit nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut worden. Die Feuerwehr wird seither durch Piepser alarmiert, was die Wermelskirchener Bürger nicht mitbekommen.

Eine Neuanschaffung von Sirenen wird es nach Aussage der Verwaltung nicht geben. Stattdessen sollen im Katastrophenfall die Frauen und Männer aus den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt werden: Sie sollen durchs Stadtgebiet fahren und über Lautsprecher die Bevölkerung warnen.

Dieses Vorhaben ist in den Augen von Wolfgang Weiden ein Unding: "Ich kann nicht glauben, dass das eine ernsthafte Planung sein soll. Das ist nicht umsetzbar. Beispielsweise bei einem erhöhten, gefährlichen Schadstoff-Ausstoß, bei dem Bürger gewarnt werden müssen, sind doch gerade die Kräfte der Feuerwehr am höchsten belastet und am Einsatzort gebunden", meinte er.

(sng)
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