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Wermelskirchen
Kryptische Bettelmail wohl ein Einzelfall

Wermelskirchen: Kryptische Bettelmail wohl ein Einzelfall
Datenklau im Internet - bisher waren eher Firmen das Ziel. Aber auch bei Günter Luchtenberg haben Unbekannte den PC gehackt. FOTO: Thinkstock
Wermelskirchen. Vor einer Woche wurde der E-Mail-Account von Günter Luchtenberg gehackt. Seine Adresse ist jetzt wieder sicher. Es ist aber immer noch unklar, wieso gerade der Wermelskirchener das Ziel eines solchen Cyber-Angriffes war. Von Udo Teifel

Günter Luchtenberg kann auch heute noch nicht verstehen, wieso sich gerade Hacker seines E-Mail-Accounts bemächtigten. "Ich habe am Vorabend noch meine Mails durchgeschaut. Und morgens, nachdem mich eine Bekannte wegen der dubiosen E-Mail angerufen hatte, ging nichts mehr." Und er ist sicher, auch keinen unbekannten Anhang in den vergangenen Tagen geöffnet zu haben.

Gestern vor einer Woche ist Luchtenbergs PC gehackt worden. Wie, weiß bis heute niemand. Der Hacker hat seine E-Mail-Adresse vermutlich vom Ausland aus genutzt, um mit Luchtenbergs Adressverzeichnis Bettelbriefe zu versenden. Zum Glück in so kryptischem Deutsch, dass viele ahnten: So schreibt Luchtenberg auch in Not nicht. Auch seine E-Mails wurden abgefangen.

So erkennen Sie die Phishing-Mails FOTO: Screenshot

Selbst die Telekom war überrascht über diesen Privat-Hackerangriff. "Die Mitarbeiter vor Ort, aber später auch der Informatik-Fachmann in der Zentrale, haben mir bestens geholfen. Die können sich das auch nicht erklären." Denn, das hat Luchtenberg inzwischen erfahren: Der Hacker hat seinen Account überschrieben, was angeblich nicht möglich sei. So wurde seine Adresse ausgetauscht, obwohl sie noch angezeigt wurde.

"Ich habe immer die aktuellste Firewall. Aber vor so einem Angriff scheint man nicht gefeit zu sein", sagte Luchtenberg gestern, schon wieder beruhigt nach jenem nervenaufreibenden Dienstag vor einer Woche. "Das hat sich alles wohl in einer halben Stunde abgespielt, als wir am Frühstückstisch saßen. Alle, die der Mail geantwortet haben, haben eine zweite Mail bekommen."

Inzwischen hat die Telekom seine Adresse so gesichert, dass sie "absolut geschützt" ist. Das hofft er jedenfalls, denn ihm ist klar: "Wenn der Bundestag nicht geschützt ist, wie sollen dann Privatleute vor einem Hackerangriff sicher sein?"

Die Maschen der Internet-Betrüger FOTO: dpa, Kai Remmers

Er hat jedenfalls die aktuellsten Virenschutz-Programme und Firewalls nochmals aufgespielt. Und sein E-Mail-Adressverzeichnis. Das war nämlich komplett verschwunden. "Aber ich habe das Verzeichnis gut auf einer externen Festplatte gesichert. So brauchte ich es nur wieder aufzuspielen." Das hätte ihn zwar einige Stunden beschäftigt, aber nun funktioniere wieder alles.

Die Inhaber der E-Mail-Adressen haben glücklicherweise nicht auf die Bettelmails geantwortet. Viele hätten direkt angerufen und gefragt, ob ihnen etwas passiert sei. Und den übrigen Betroffenen war klar: "In so einem Deutsch, wie die Mail verfasst wurde, rede und schreibe ich nicht. Deshalb haben sie zum Glück nicht reagiert", sagte gestern Luchtenberg.

Quelle: RP
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