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Wermelskirchen
Künstliches Grün statt Naturrasen im Eifgen

Wermelskirchen: Künstliches Grün statt Naturrasen im Eifgen
Neues Kunstrasenspielfeld, Tartanlaufbahn, Hochsprungmatte und Weitsprunggrube - so könnte der neue Sportplatz im Eifgen gestaltet werden. FOTO: Stadt
Wermelskirchen. Der Rasenplatz wird durch ein Kunstrasenspielfeld ersetzt, auf dem oberen Aschenplatz entsteht ein neues Hallenbad. Das hat die Mehrheit der Politik beschlossen. Die Leichtathletik-Anlage wird wohl noch deutlich teurer als 300.000 Euro. Von Sebastian Radermacher

Die Standortfrage für einen Kunstrasenplatz im Eifgen und für den Neubau eines Hallenbades ist nun auch endgültig politisch festgezurrt worden: Der Ausschuss für Sport, Freizeit und Tourismus beschloss am Mittwochabend mehrheitlich, bei Enthaltung von FDP/Grüne und bei Gegenstimmen von WNKUWG/Linke, im nächsten Jahr den Kunstrasenplatz auf der Fläche des jetzigen Naturrasenspielfeldes zu errichten. Im Bereich des oberen Ascheplatzes, der ursprünglich für den Kunstrasen vorgesehen war, wird nun das neue Hallenbad gebaut - Grüne und WNKUWG enthielten sich, Die Linke stimmte dagegen.

Die WNKUWG hatte zuvor als Standort für ein neues Hallenbad das Areal neben der neu zu bauenden Sekundarschule an der Rot-Kreuz-Straße vorgeschlagen (wir berichteten). Sie hat Zweifel, dass der Rasenplatz im Eifgen geeignet ist, in ein Kunstrasenspielfeld umgewandelt zu werden. Norbert Kellner regte im Auftrag seiner Fraktion an, den Beschluss zu verschieben und zunächst die Verwaltung prüfen zu lassen, ob die Fläche an der Rot-Kreuz-Straße für ein neues Bad infrage käme. Die Mehrheit im Ausschuss lehnte diese Vorgehensweise jedoch ab. "Der Beschluss in der jetzigen Form wurde im Arbeitskreis vorberaten - und es gab dafür ein einstimmiges politisches Votum", merkte Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Wilke (CDU) an. Der Stadtrat wird am kommenden Montag den Beschluss des Sportausschusses "absegnen".

Vom Tisch sind damit auch die Pläne eines Investors, ein neues Hallenbad auf dem Rhombus-Areal an der Dellmannstraße zu errichten und es anschließend langfristig an die Stadt Wermelskirchen zu vermieten. "Wir haben Gespräche mit dem Investor geführt. Er hat die Absicht bekundet, diese Hallenbad-Pläne aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter zu verfolgen", berichtete Bürgermeister Rainer Bleek. Der Investor wolle nun andere Pläne verfolgen.

Im Vorfeld des Sportausschusses hatte ein Fachbüro im Auftrag der Stadt geprüft, ob im Bereich des Rasenstadions im Eifgen überhaupt ein Kunstrasenplatz möglich wäre. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie fiel positiv aus: Nach Aussage der Experten kann dort ein Kunstrasenplatz gebaut werden, durch die Tal- und Waldlage ist jedoch ein höherer Unterhaltungsaufwand des Spielfeldes und der Nebenanlagen im Vergleich zum zuvor geplanten Standort erforderlich. Grundsätzlich verursache der Kunstrasenplatz aber geringere Unterhaltskosten als der heutige Rasenplatz.

Noch völlig unklar ist aktuell, welche Gesamtkosten die neue Sportanlage im Eifgen verschlingen wird. Denn neben den Baukosten für das Kunstrasenfeld (662.000 Euro sind im Haushalt 2018 eingeplant) müssen auch Mittel für eine Leichtathletik-Anlage für den Schul- und Vereinssport aufgetrieben werden. Dafür hat die Verwaltung bislang 300.000 Euro vorgesehen - wobei dies nur eine grobe Kalkulation ist, wie im Ausschuss deutlich wurde. Laut Wilke orientiere sich die Stadt mit dieser Summe bislang nur grob an den Kosten für die Tartanbahn des Höferhof-Kunstrasens, der zurzeit gebaut wird. Mit 300.000 Euro sei im Eifgen nur "Leichtathletik light" möglich. Das bedeutet: Eine Leichtathletik-Anlage - wie aktuell geplant - mit drei 400-Meter-Laufbahnen, fünf 110-Meter-Sprintbahnen, Hochsprung- und Speerwurfbereich sowie Weitsprunggrube wird wohl noch deutlich teurer.

Einig sind sich Verwaltung und Politik, dass die Nutzer der neuen Anlage sich an den Kosten beteiligen. Sie sollen jährlich 30.000 Euro (Ausnahme sind die Schulen) zusteuern, diese Summe kann auf die Eigenleistungen der Nutzer angerechnet werden. Zur Finanzierung des Projekts sollen 150.000 Euro aus dem Investitionsförderpaket des Kreises verwendet werden. Zudem kalkuliert die Stadt langfristig Einsparungen durch den Wegfall der Ascheplätze Tente und Eifgen ein.

Quelle: RP
 
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