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Wermelskirchen
Kunden werden beim "Wollwort" fündig

Wermelskirchen: Kunden werden beim "Wollwort" fündig
Filialleiter Tobias Schenk (l.) und Erhard Göhre aus Dabringhausen, der sich gestern mit Dampfbesen, Bilderrahmen und T-Shirts eindeckte. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Gestern war der erste Öffnungstag der Woolworth-Filiale an der Kölner Straße. Auf 1500 Quadratmetern wird den Kunden ein umfangreiches Angebot präsentiert. Das wieder geöffnete Parkhaus entzerrt den Parkdruck. Von Walter Schubert

Früher, weit vor dem Zeitalter des Internets, als die Einzelhandels- und Warenhaussituation noch recht übersichtlich war, sagten viele Wermelskirchener: "Komm wir fahren zum ,Wollwort' nach Remscheid." Der Besuch eines Warenhauses mit vielen verschiedenen Artikeln war etwas Besonderes. "Die Leute sagen immer noch ,Wollwort' oder liebevoll ,Wolli'", sagt Tobias Schenk, Leiter der Woolworth-Filiale, die gestern in Wermelskirchen eröffnete. Mit dem Warenhaus kommt nun wieder mehr Leben in die Kölner Straße.

Viele Kunden waren neugierig und wollten schauen, welches Angebot sie auf 1500 Quadratmetern im ehemaligen Kaufpark erwartet. Moderator Vittorio Sciannimancia begrüßt draußen die Besucher und bot ihnen gleich Socken in Leuchtfarben an. Drinnen wurden viele Kunden fündig. Das Angebot reicht von Damen-, Herren- und Kindertextilien über Heimtextilien, Bücher und Schreibwaren bis hin zu Haushaltsartikeln. "Hinzu kommen noch Dekorations- und Aktionswaren", sagt Marie-Christin Zimmermann von der Woolworth-Zentrale in Unna. "Jede Woche gibt es neue Angebote", verspricht sie. Bezirksleiter Markus Hartmann half bei der Eröffnung, er sieht die Woolworth-Zukunft positiv. "Aktuell gibt es 281 Märkte, nächste Woche kommen noch drei weitere hinzu", sagte er. Und Marie-Christin Zimmermann ergänzte: "Wir sehen Potenzial für 500 Geschäfte." Dabei konzentriere man sich nicht auf Großstädte, auch kleine Gemeinden ab 30.000 Einwohner seien interessant. Zum Start gibt es 14 Mitarbeiter, einige aus der Filiale in Remscheid helfen mit. "Bewerber können sich gerne bei mir melden", sagte Filialleiter Schenk. Die Woolworth-Mitarbeiter sehen gerade im preiswerten Textilangebot ihre Chance, obwohl es mehrere Mitbewerber in der Stadt gibt. "Wir sind preiswerter", sagten sie. Und die Leute griffen zu. "Meine Frau würde mich erschlagen, wenn ich das nicht gekauft hätte", sagte Ken Horche und zeigte seinen neuen Gürtel einer angesagten Modemarke aus Berlin. "Ich habe Filzgleiter gefunden und noch einen Beifang aus der Bettenabteilung", sagte Eva-Maria Ponsar. Sie bedauerte aber, dass es keine Lebensmittel gibt.

1927 eröffnete die erste Woolworth-Filiale in Deutschland, bei Kriegsbeginn 1939 waren es 82. In der Nazi-Zeit stand das Unternehmen unter Zwangsverwaltung, nach dem Krieg erlebte es eine wechselhafte Entwicklung.

Seit 2010 scheint Woolworth wieder auf Erfolgskurs zu sein. "Man findet ja immer etwas", sagte gestern eine Kundin mit einem Lächeln, als sie mit prall gefüllten Taschen das Warenhaus an der Kölner Straße verließ.

Quelle: RP
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