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Wermelskirchen
Lärm von 14.202 Motorrädern gemessen

Wermelskirchen: Lärm von 14.202 Motorrädern gemessen
Mit diesen speziellen Leitpfosten hat die Stadt Wermelskirchen an neun Stellen im Stadtgebiet von Juni bis Oktober den Lärm der vorbeifahrenden Motorradfahrer erfasst. FOTO: NH( archiv)
Wermelskirchen. Die Stadtverwaltung hat die erste Messreihe zur Erfassung des Motorradlärms in Wermelskirchen beendet. 2017 wird während der gesamten Motorradsaison weiter gemessen. Außerdem sind Workshops - mit Motorradfahrern - geplant. Von Sebastian Radermacher

Die Stadtverwaltung hat von Juni bis Ende Oktober bei 38 Messungen mit speziellen Leitpfosten am Straßenrand den Lärm von 14.202 Motorradfahrern erfasst. Das teilte Brigitte Zemella (Amt für Stadtentwicklung) im Fachausschuss den Politikern mit. Bei den Messungen sei deutlich geworden, dass der Schallpegel der Zweiräder in 80 Prozent der Fälle bei 80 bis 90 Dezibel liege. Die erfasste Geschwindigkeit der Motorräder an allen Messpunkten lag im Schnitt bei 70 bis 80 km/h. "Die Zahl der erfassten Zweiräder ist pro Messpunkt aber unterschiedlich", sagte Zemella. Dies liege vor allem an den Witterungsverhältnissen oder auch an den unterschiedlich beliebten Streckenabschnitten.

Die umfangreichen Lärmmessungen der Verwaltung sind eine von mehreren Maßnahmen, um die durch Motorräder verursachte Lärmbelästigung in Wermelskirchen zu reduzieren. Zahlreiche Bürger hatten sich bei der Stadt beschwert, da sie sich durch Motorradlärm massiv belästigt fühlen. Im Juli gab es bereits eine Informationsveranstaltung, bei der das Thema kontrovers diskutiert wurde.

Die Lärmmessungen sollen dazu dienen, die Hinweise der Wermelskirchener zu überprüfen und anschließend wirksame Maßnahmen aus den Ergebnissen ableiten zu können. Von Juni bis Oktober gab es Messungen an neun Standorten in Wermelskirchen: Entlang der Landstraße 409 wurden die Leitpfosten an sechs verschiedenen Stellen (Hauptstraße, Neuenweg, Eipringhausen, Halzenberg, Preyersmühle, Wickhausen) aufgestellt. Zudem gab es Messungen an der Landstraße 101 (Limmringhausen), an der L 294 (Opladener Straße, Dabringhausen Richtung Hilgen) und an der L 408 (Eschbachtal).

Die meisten Motorradfahrer wurden im August auf der L 101 in Limmringhausen erfasst: Am Sonntag, 7. August, waren es 1088 Fahrer, an diesem Wochenende waren insgesamt 1779 Motorradfahrer in Limmringhausen unterwegs. Auf der anderen Seite gab es laut Zemella aber auch Tage und Messpunkte mit weitaus geringerem Motorradaufkommen, etwa am 16. Juli im Bereich der Hauptstraße in Dhünn (102 Motorräder) oder am Wochenende 21. bis 24. Oktober in Wickhausen (141 Motorräder). Auffällig: "Sonntags ist das Motorradaufkommen durchschnittlich am höchsten", sagte Zemella. Die speziellen Leitpfosten am Straßenrand haben auch ermittelt, wie hoch der Anteil der Motorräder am gesamten Verkehrsaufkommen ist. Im Durchschnitt liegt er bei sechs Prozent auf einen Zeitraum von 24 Stunden gesehen. Aber, und das haben auch die Anregungen der Bürger bestätigt: Besonders an Feiertagen kann der Anteil stark steigen. An Fronleichnam 2016 betrug er zum Beispiel 13 Prozent.

Die Verwaltung hat die erste Messreihe genutzt, um vor allem Erfahrung mit dieser Datenerfassung zu sammeln. Zemella: "Es ist für uns ein Pilotprojekt, das gut angelaufen ist." Die Stadt wird 2017 während der gesamten Motorradsaison weiter messen. "Es kommen auch neue Standorte hinzu", sagte Zemella. Zudem soll 2017 die Auswertung der Daten vertieft werden. Und ein Arbeitskreis plant Workshops, in dem Maßnahmen zur Reduzierung erarbeitet werden sollen - dabei werden auch Motorradfahrer einbezogen. Das weitere Vorgehen soll die Politik im Frühjahr 2018 beschließen.

Quelle: RP
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