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Wermelskirchen
Laien-Ensemble inszeniert Theaterstück

Wermelskirchen: Laien-Ensemble inszeniert Theaterstück
Monica Barata als Aradia die Waldhexe (vorne links) und Florian Broch als Bernhard der Mönch (vorne rechts) sind zwei der Hauptdarsteller des Possenspiels "Im Nebel". Die Idee für das Stück hatte Erdmute Schekat (rechts). FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Nach und nach trudeln sie ein: zuerst Magd Gerda, dann Bernhard der Mönch, dann Aradia die Waldhexe und zu guter Letzt auch das Elfen-Trio. Noch sehen die Laiendarsteller aus Erdmute Schekats Theaterstück "Im Nebel" zwar nicht aus, wie die eben aufgezählten Figuren. Von Sebastian Bergmann

Doch das ändert sich schnell. Binnen weniger Minuten haben sich die Hobby-Darsteller in ihre fantasievollen, selbst gestalteten Kostüme geschmissen und vermitteln dem Beobachter der Hauptprobe des Possenspiels "Im Nebel" prompt das Gefühl, tatsächlich in eine andere Zeit sowie einen Ort voller Magie versetzt worden zu sein.

Während am Samstag die Uraufführung des Stücks - dessen Geschichte in einem magischen Wermelskirchen vor rund 600 Jahren spielt - überwiegend Freunden und Verwandten im Gemeinschaftsatelier "Zauberbude" gezeigt wird, sollen im kommenden Jahr eine ganze Reihe weiterer Auftritte folgen. Eine Aufführung ist unter anderem im Park des Hauses der Begegnung geplant. Die genauen Termine werden noch bekannt gegeben.

Anfang 2014 hat die in Dabringhausen lebende Künstlerin Erdmute Schekat damit begonnen, Mitstreiter für ihr ambitioniertes Projekt zu finden. Ihr Ziel: ein eigenes Theaterstück quasi ohne Budget zu inszenieren. Im Juni des vergangenen Jahres hatte sich die rund 20-köpfige Gruppe im Alter von 16 (Lisa Kremer) bis über 70 Jahren (Karl Heinz Weber) dann gefunden. Seitdem wurde Montag für Montag im Atelier "Zauberbude" in der ehemaligen HaRo-Fabrik geprobt. "Vom Bühnenbild bis hin zu den Kostümen, der Technik und Texten hat das Ensemble alles in Eigenregie entworfen und organisiert und so an der Entstehung des Stücks mitgewirkt", sagt Schekat.

Ein Großteil der Kostüme wurde etwa von Gabriele Wolters-Lukassek gesponsert, der Rest stammt aus dem Fundus von Schekat oder wurde von den Darstellern mitgebracht. Auch die das Stück begleitenden Melodien und Geräusche wurden vom Laien-Ensemble selbst kreiert - Martin Schultze bedient etwa einen Gong, Erdmute Schekat als "lebendiges Bühnenbild" einen Klangkörper.

Während der Probezeit habe es durchaus kleinere Rückschläge gegeben, sagt Schekat. "Aber wir waren immer zu 100 Prozent von der Sache überzeugt. Zudem sind alle Darsteller absolut talentiert, man merkt ihnen die Spielfreude wirklich an." Sie glaubt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Stück erstmals vor Publikum vorzuführen, und sich so auf die große Tour im kommenden Jahr vorzubereiten: "Alle sind heiß darauf, es jetzt auch zu zeigen."

"Im Nebel" handelt von fantasievollen Wesen und vermischt munter geschichtliche Fakten und Legenden rund ums Bergische Land. "Ich habe viel über die Geschichte der Stadt Wermelskirchen gelesen und sie zur Grundlage des Stücks gemacht", sagt Schekat. Sie beschreibt die Handlung folgendermaßen: Im Wermelskirchen des 15. Jahrhunderts glauben viele Menschen an Magie. Das passt dem Erzbistum Köln gar nicht und es will den Glauben an Zauberkräfte unterbinden. Außerdem sollen die ständigen Überfälle auf Durchreisende aufhören. "Im Stück spielt Florian Broch einen Mönch, der sich auf dem Weg nach Wermelskirchen verirrt, einen Zaubertrank trinkt und daraufhin Elfen vor seinen Augen tanzen sieht. Später überfallen ihn auch noch die Buschnebler", sagt Schekat und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Die Buschnebler, das sind sozusagen die Ureinwohner im Bergischen Land. Sie sollen im Nebel in den Gebüschen den Reisenden aufgelauert haben."

Für Schekat ist es das erste Theaterprojekt dieser Art. "Mein Ziel ist es, den Besuchern mit dem Stück eine Freude zu bereiten. Es soll zum Träumen anregen." Theaterbesucher sollten sich bei "Im Nebel" - das in Teilen improvisiert wird - auf zwei spannende, vor allem aber auch humorvolle Stunden freuen: mit Hexen, Elfen, Magiern und Mönchen.

Quelle: RP
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