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Landtagswahl Nrw

Wer sich dem Thema Landtagswahl bisher komplett verweigert hat, der könnte beim Anblick der SPD-Kandidaten ein wenig überrascht sein. Die erst 26-jährige Heike Engels tritt für die Sozialdemokraten an. Trotz ihres noch jungen Alters ist sie schon sehr erfahren. Seit ihrem vierzehnten Lebensjahr ist Engels für die Sozialdemokraten aktiv und hat sich ein Jahr zuvor sogar ins Jugendparlament wählen lassen. "Wir hatten in der Schule gerade die Parteien durchgenommen, als die Wahlen anstanden. Und ich fand das total spannend. Meine Lehrer meinten immer zu mir, dass ich sowieso gerne diskutiere. Passt also", erklärt Engels. Mit 18 wurde sie von der SPD als Kandidat für den Stadtrat vorgeschlagen. "Das werde ich nie vergessen, das war aufregend." Nun wird es eine Nummer größer. "Mit 13 stand ich mit meinen Freunden im Landtag und habe gesagt ,Hier arbeite ich später mal'", erzählt sie und lacht. Konkret wurde die Kandidatur dann 2016. "Meine Bedingung aber war, wenn ich es mache, dann auch richtig und so, wie ich es mir vorstelle."

Heike Engels will in ihrer Politik besonders auf drei Themen setzten. Angefangen bei der Bildungspolitik. "Wir müssen wieder zu G9 zurück. Kinder sollten nicht so einem hohen Druck ausgesetzt werden." Lieber würde sie es sehen, wenn sich Jugendliche, neben einer stressfreieren Schulzeit, wieder mehr ehrenamtlich engagieren würden. Außerdem "braucht es mehr praxisorientierte Fächer wie Finanzen oder Medienkompetenz." Einen weiteren Schwerpunkt setzt Engels auf die Förderung von Ehrenamtlern. Über sechs Millionen Engagierte gebe es in NRW. "Deren Einrichtungen sollen gezielt gefördert werden. Außerdem setze ich mich sehr dafür ein, eine Ehrenamtsrente für jahrelanges Engagement einzuführen", erklärt die 26-Jährige. Dadurch könnten auch Reize für junge Leute entstehen. Natürlich "müsste man kontrollieren, dass auch wirklich nur aktive Ehrenamtler etwas erhalten." Das dritte Feld der SPD-Politikerin ist der Verkehr rund um die Region. "Es gibt keine einfache Lösung für dieses Problem. Wir müssen aber auf jeden Fall daran arbeiten, die Bauarbeiten zügiger voranzutreiben." Zusätzlich müssten die Umleitungen besser eingerichtet. Auch vermehrte Einsätze von Blitzeranlagen hält sie für sinnvoll.

Ihr Alter sieht sie im Wahlkampf gelassen. "Ob es jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, sei mal dahingestellt. Mir ist es wichtig, dass wieder mehr junge Menschen in der Politik sind", erzählt sie. Im Landtag seien derzeit unter sieben Prozent unter 35 Jahren. Engels glaubt jedenfalls an ihren Erfolg. "Wenn nicht, dann bräuchte ich gar nicht antreten."

Sebastian Esch

Heike Engels ist 26 Jahre alt +++ geboren in Wermelskirchen und lebt aktuell in Burscheid +++ Management- und Marketing-Studentin+++ SPD-Mitglied seit 2005 +++ ledig, keine Kinder +++

Quelle: RP
 
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