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Kinderstadt
Live-Musik und Sandskulpturen

Kinderstadt: Live-Musik und Sandskulpturen
Beim Trommelkurs von Jens-Olaf Mayland (Mitte) hatten die Teilnehmer Spaß, auch Alexander (im Hintergrund), der die Veranstaltung organisiert hat. FOTO: Meuter
Wermelskirchen. Die Bürger der Kinderstadt überraschen mit vielen eigenen Ideen. So gibt die Trommelgruppe nicht nur Konzerte, sondern zieht auch mit Eimern und Pfannen durch die Stadt und ruft zum Mittagessen. Kreativ und fleißig sind die "Bildhauer-Azubis". Von Walter Schubert

"Ich bin der Organisator", sagt Alexander (9 Jahre) ganz selbstbewusst nach einem Live-Konzert in der Kinderstadt. Gerade ist ein Auftritt mit Playback-Gesang, Tanz, eigenen Texten und Unterstützung durch den Trommelkurs vorbei. Alexander hat die Abstimmung der Teilnehmer organisiert und sich zudem um die Technik gekümmert. "Wahrscheinlich nicht ganz uneigennützig", vermutet Kursleiter Jens-Olaf Mayland, denn Alexander hat sich mit einem Getränkestand in der Kinderstadt selbstständig gemacht. "Viele Konzertbesucher bedeuten mehr Umsatz", sagt Mayland mit einem Augenzwinkern.

Der 47-jährige Schlagzeug-Lehrer der Musikschule ist fast der dienstälteste Mitarbeiter in der Kinderstadt. "Trommeln macht Spaß, da kann man alles mal so richtig rauslassen. Im Zusammenspiel ist aber dann auch Konzentration und Übung gefragt." Die Teilnehmer bei den einzelnen Kursen wechseln, aber einige, beispielsweise Fabian (10) und Tobias (11), bleiben dem Schlagzeugkurs auch treu. Manchmal gibt es auch eine Auftragsarbeit. "Das Tonstudio brauchte afrikanischen Rhythmen", sagt Mayland. "Wir haben es einstudiert und dann gespielt. Dafür gibt es dann ein Honorar." Auch für Live-Auftritte werden Prämien ausgehandelt - eben wie im richtigen Leben. Einen festen Termin hat die Trommelgruppe jeden Tag. Mit Eimern und Pfannen ziehen sie durch die Kinderstadt und rufen zum Mittagessen. "Das ,Best Of' der Trommler gibt es dann zur Abschlussveranstaltung", sagt Mayland, "und bis dahin müssen wir noch etwas üben. Aber einige richtige Talente sind auch in diesem Jahr dabei."

Deutlich ruhiger geht es im "Sandzelt" zu. Bildhauer Take Bijlsma, bekannt durch seine Holzskulpturen und durch seine Mitgliedschaft im Wermelskirchener Kunstverein, leitet zum ersten Mal einen Kursus in der Kinderstadt. "Ich habe die Sandskulpturen in Dänemark gesehen und wollte das auch mal machen", sagt er. Dies sei aber nur mit einer bestimmten Sandsorte möglich. "Es handelt sich um gebrochenen Sand, die Körner dürfen nicht rund sein. Der Sand hat verschiedene Körnungen und damit hält es gut." Daher stammt dann die nicht gerade schöne Bezeichnung "Brechsand".

Bereits am ersten Tag, noch vor der eigentlichen Eröffnung, stürzten sich viele Kinder auf den großen Sandberg um einfach loszulegen und zu bauen. Jetzt, da alle ihren Platz in der Stadt gefunden haben, läuft es in geordneten Bahnen, die Begeisterung ist ungebrochen. "Ich habe in meiner Gruppe gleich vier Azubis", sagt Bijlsma. Als "Azubi" werden die Teilnehmer bezeichnet, die dauerhaft in einer Gruppe bleiben. "Ich bin der Ober-Azubi", sagt Till (10). "Und ich bin der zweite Azubi", meldet sich Tore (9). Mit Spachtel, Kelle, Pinsel und kleinem Besen sind Fantasie-Burgen und Schlösser entstanden. Eine dicke Eule sitzt mittendrin, auch ein Bär ist gut zu erkennen.

"Hier kommt alles zusammen. Jeder kann Ideen einbringen, Fantasie und handwerkliches Geschick sind gefragt. Und man muss auch im Team vorsichtig und umsichtig arbeiten. Es macht richtig Spaß", erklärt Bijlsma. Die Teilnehmer sind fleißig, am Nachmittag ist der Sand bereits verbaut.

Quelle: RP
 
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