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Wermelskirchen
Lob für junge Grundlagenforscherin

Wermelskirchen. Viola Langbein wurde als Zweitbeste von knapp 4000 Absolventen von Fort- und Weiterbildungen der IHK Köln ausgezeichnet. Die 27-Jährige arbeitet als Chemielaborantin/Synthesetechnikerin in der Chemie bei Bayer. Von Wolfgang Weitzdörfer

Eigentlich habe sie ja "irgendetwas mit Biologie" machen wollen, wie Viola Langbein lachend sagt. Die 27-jährige Wermelskirchenerin wusste bis vor ihrem Abitur im Jahr 2009 aber noch nicht sehr konkret, wohin sie sich beruflich einmal bewegen wollte. "Da kam mir eine Berufsausbildungsmesse in Köln sehr gelegen, dort konnte ich mich sehr ausführlich informieren", sagt sie. Klar sei für sie nur gewesen, dass sie nicht studieren wolle: "Ich wollte eine Ausbildung, etwas Handfestes machen", sagt die 27-Jährige.

Auf der Messe habe sie dann allerdings den Beruf der Biologielaborantin als für sich nicht so attraktiv kennengelernt. "Dann habe ich mich gegen diese Ausbildung entschieden", sagt Langbein. An einem Stand der Bayer AG habe sie dann recht ausgiebig mit einer Mitarbeiterin des Chemieriesen aus Leverkusen gesprochen. Mit durchaus erhellendem Ergebnis: "Die Mitarbeiterin meinte, dass ich doch mal über den Beruf der Chemielaborantin nachdenken sollte", sagt Langbein. Gesagt, getan. Nachdem die Bewerbung von Bayer angenommen worden war, absolvierte Langbein von 2009 bis 2012 die Ausbildung in Leverkusen. "Dort gab es dann zwar erst einmal keine Stellen, aber dafür bin ich übergangslos nach Wuppertal gekommen. Da befindet sich in Aprath ein medizinischer Forschungsbereich von Bayer; am zweiten großen Standort in Wuppertal ist die Produktion untergebracht." In Aprath arbeitete Langbein zwei Jahre, ehe sie sich fortbilden wollte. "Wir waren da eine Gruppe von mehreren jungen Chemielaboranten, die alle den Wunsch hatten, sich weiterzubilden", erzählt Langbein. Der Synthesetechniker in der Chemie lag als Weiterbildung beim Forschungsfeld in Wuppertal sehr nahe. Das beschäftigt sich mit der Herstellung von neuen Wirkstoffen - gleichzeitig das Betätigungsfeld des Synthesetechnikers. Und so ging es 2014 mit der Fortbildung los: "Die ging dann über zwei Jahre und wurde komplett von Bayer bezahlt."

Und der Leverkusener Konzern kann durchaus stolz auf seine Wermelskirchener Mitarbeiterin sein: Im Juni wurden 157 von knapp 4000 Absolventinnen und Absolventen, die 2016 eine Aufstiegsfort- oder -weiterbildung gemacht hatten, von der Industrie- und Handelskammer Köln geehrt: Viola Langbein hatte von diesen 157 das zweitbeste Ergebnis. Dabei wirkt es fast so, als sei der 27-Jährigen das ein wenig peinlich: "Ich hatte ja schon zwei Jahre Berufserfahrung, das ist ja was Anderes, als wenn man in einem ganz neuen Bereich so eine Fortbildung macht", sagt sie. Ihre Prüfung hatte sie mit einem Wert von 97 Prozent abgeschlossen.

Ihre tägliche Arbeit ist indes eine, bei der man nicht auf den schnell messbaren Erfolg aus sein darf, wie Langbein schmunzelnd anmerkt: "Wenn ich heute etwas bearbeite, dann ist das frühestens in zehn Jahren auf dem Markt zu finden." Das sei eine ganze Menge Zeit, Geld und Personal, das die Pharmakonzerne da investierten. Derzeit arbeitet die 27-Jährige beispielsweise an einem Wirkstoff gegen Niereninsuffizienz. In ihrer Freizeit macht die 27-Jährige, die mit ihrem Verlobten in Wermelskirchen wohnt, leidenschaftlich gerne Musik: "Ich spiele schon seit rund 15 Jahren Geige im Symphonieorchester Wermelskirchen und seit etwa einem Jahr singe ich in einer Band. Wir haben zwar noch keinen Namen, aber es macht viel Spaß." Die Musik sei ein sehr schöner Ausgleich für den doch eher stillen Berufsalltag im Labor, sagt die 27-Jährige schmunzelnd.

Quelle: RP
 
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