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Wermelskirchen
Loches-Platz - Schnäppchen oder Filetstück?

Wermelskirchen: Loches-Platz - Schnäppchen oder Filetstück?
Der Loches-Platz in Wermelskirchen von oben. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Wermelskirchen. Einst wollte die Stadtverwaltung 6,1 Millionen Euro für die Fläche haben - der Preis ist nun auf 3,2 Millionen Euro fast halbiert worden. Von Udo Teifel

Zu welchem Preis bekommen die Investoren eigentlich den Loches-Platz verkauft? Und was müssen sie dafür leisten? Eine Frage, die häufig gestellt, aber zu der niemand Stellung bezieht. Denn das komplette Verfahren ist nichtöffentlich - inzwischen sind aber Zahlen durchgesickert. Die Stadtverwaltung hatte den Kaufpreis einst auf 6,1 Millionen Euro festgesetzt - inzwischen wurde er fast halbiert.

Bei 6,1 Millionen Euro, so geht aus einem der BM vorliegenden Papier hervor, sollte einem Investor die größtmögliche Ausnutzung des Areals ermöglicht werden. Und der sollte dann auch eine Parkpalette bauen. Nun aber geht es nur noch um den Verkehrswert - denn die städtebaulichen Verträge engen die Investoren ein. Die Stadt ermöglicht nicht mehr die größtmögliche Ausnutzung der Fläche, sondern gibt detailliert vor, was gebaut werden darf und vor allem wie. Von einer Parkpalette ist nicht mehr die Rede. Nun liegt der Kaufpreis bei mindestens 3,2 Millionen Euro.

Politiker werden bei Nachfrage zu diesen beiden Zahlen sehr vorsichtig, ja sogar zurückhaltend. "Kaufpreiszahlen werde ich nicht kommentieren", sagte zum Beispiel gestern Jochen Bilstein (SPD). Überhaupt werde man sich erst nächste Woche mit den Ergebnissen der Bewerbergespräche als Vorbereitung für die Fachausschuss-Sitzung beschäftigen. "Unser Hauptziel ist, den Loches-Platz zügig zu entwickelt." Das heiße nicht, dass man nicht einen angemessenen Preis erzielen wolle. "Aber es gibt Wichtigeres als den höchsten Preis - wir wollen ein gutes Ergebnis für den Platz erreichen."

Kritik äußerte Henning Rehse (WNKUWG) am Zeitplan: "Wir sind schon neun Monate in Verzug." Wäre die Mehrheit den Vorstellungen von WNKUWG und FDP gefolgt, wäre das Grundstück heute zu einem annähernd von der Stadt gewünschten Kaufpreis bereits veräußert - mit dem Bau hätte jetzt schon begonnen werden können. "Wir werden einer Reduzierung des Kaufpreises zu Lasten der Stadt in Millionenhöhe nicht zustimmen", sagte er. Er kündigte auch Widerstand an, würde der Ersatz der auf dem Loches-Platz wegfallenden Dauerparkplätze "klein geredet".

Sechs Millionen sei eine Zahl wie aus einem Wolkenkuckucksei, entgegnete Oliver Platt (Büfo). Auch er werde keine Zahlen nennen, sagte er, doch die noch am Verfahren beteiligten Investoren könnten nicht bauen wie sie wollten - "bei der genannten Summe wird wohl kein Investor einsteigen, denn unsere Vorgaben sind einfach zu hoch". Man müsse einen realistischen Preis verhandeln "für ein Objekt, das nicht das Stadtbild kaputt macht". Wer 10.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche bauen darf, könnte diesen Preis bezahlen. Der Vollsortimenter bekommt aber nur 2500, dazu noch 800 Quadratmeter Shops. Sein Gedanke ist, nicht die ganze Fläche zu verkaufen: "Warum behält die Stadt nicht Fläche für die Kirmes?"

Auch in der CDU ist noch nicht über das aktuelle Loches-Platz-Verfahren gesprochen worden. Christian Klicki: "Es gibt Vorschläge der Verwaltung. Aber die Politik ist Herr des Verfahrens." Er sei zuversichtlich, dass der Platz schnellstmöglich entwickelt werde. (Der Beschluss soll in der Dezembersitzung 2017 fallen, d.Red.) Das Verfahren habe sich so lange hingezogen, weil mit jedem der fünf Investoren alle Details des städtebaulichen Vertrages ausgehandelt werden mussten - "damit wir Politiker wissen, worauf wir uns einlassen". Unter Verkehrswert würde der Platz nicht verkauft. "Er wird nicht verschleudert."

Quelle: RP
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