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Wermelskirchen
LVR zeichnet Buse mit Rheinlandtaler aus

Wermelskirchen: LVR zeichnet Buse mit Rheinlandtaler aus
Klaus-Dieter Buse in seinem Element: Seit neun Jahren ist er Vorsitzender des BGV Wermelskirchen. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Wermelskirchen. Klaus-Dieter Buse (69), Vorsitzender der BGV-Ortsgruppe, wurde Dienstagabend in Bergisch Gladbach für sein Engagement in der Wermelskirchener Geschichtsforschung geehrt. Von Walter Schubert und Sebastian Radermacher

Hohe Auszeichnung für den Wermelskirchener Klaus-Dieter Buse: Der Vorsitzende der Ortsgruppe des Bergischen Geschichtsvereins wurde gestern Abend vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Seit 1976 wird diese Ehrung Personen zuteil, die sich um die Förderung der Kultur im Rheinland besonders verdient gemacht haben. Neben Klaus-Dieter Buse wurde gestern auch Hans-Peter Müller aus Bergisch Gladbach geehrt. "Ich weiß es ja schon seit ein paar Monaten", verrät der 69-Jährige im BM-Gespräch, "und ich freue mich sehr über diese hohe Auszeichnung." Jeder Preisträger muss vorgeschlagen werden. Über die Vergabe und die Preisträger entscheidet der Kulturausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland.

Buse ist seit neun Jahren Vorsitzender der BGV-Ortsgruppe, insgesamt ist er seit mehr als 20 Jahren dabei. Ausgezeichnet wird er für seine Arbeit um die regionale Geschichtsforschung in seiner Heimatstadt Wermelskirchen. 1987 publizierte er unter dem Titel "Dhünn - Skizzen aus der Vergangenheit" die Ergebnisse seiner heimatkundlichen Forschungen. 1981 folgte ein Band über die Wermelskirchener Abgabenlisten von 1441 bis 1666. Buse arbeitete zudem an den Auswertungen der Gestapo- und Entnazifizierungsakten mit - und aus dieser Arbeit ist das Buch "Menschen, Fakten, Akten (1933 - 1945)" im Jahr 1997 erschienen.

Zusammen mit seinem Team baute er das Vereinsarchiv in der Schwanenschule auf. Meist jeden Montag war der Geschichtsexperte dort als Ansprechpartner für interessierte Besucher anzutreffen. Als ausgebildeter Stadtführer kann Buse viel über die Geschichte in Wermelskirchen berichten. "Gesundheitlich geht es mir nicht mehr so gut, daher muss ich kürzer treten, jetzt müssen jüngere Leute ran", sagt Buse.

Vor zehn Jahren gab es die erste Auszeichnung für seine Arbeit. "Das war die Ehrennadel in Gold vom Rheinisch Bergischen Kreis", erinnert sich Buse, dessen großes Anliegen die Digitalisierung des BVG-Archivs ist. "Das ist eine sehr zeitintensive Arbeit, aber den neuen Medien sollte man sich nicht verschließen. Wir sind auch schon recht weit damit gekommen", erzählt er.

Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, würdigte Buse als "Archivforscher aus Leidenschaft". Er dankte dem 69-Jährigen für dessen großes ehrenamtliches Engagement. Mit seinem Team vom Geschichtsverein trage er sehr zu einem positiven Image von Wermelskirchen bei, da sie für die Menschen Identifikationsmöglichkeiten mit ihrer Stadt und deren Geschichte schaffen.

Für Klaus-Dieter Buse gilt ganz sicher das Zitat von Wilhelm von Humboldt: "Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." Es ist nicht nötig, alle Daten auswendig zu kennen. Wichtig aber ist zu wissen, wie und woher etwas entstanden ist, wie und warum es sich so entwickelt hat. Das ist Aufgabe eines Geschichtsvereins - und daran hat der 69-jährige Wermelskirchener maßgeblich mitgearbeitet.

Quelle: RP
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