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Wermelskirchen
Mädels sind verrückt nach Fußball

Wermelskirchen: Mädels sind verrückt nach Fußball
Die Mädchen des U15-Teams von SV 09/35 sind "verrückt" nach Fußball: Alicia Gehrmann (13 Jahre), Kathrin Beyer (13), Helena Hemmerich (13), Diana Savarino (13), Alina Scheben (13), Mara Kleppek (13), Anna-Lena Großmann (14), Sara Sendt (14), Laura Lambeck (15), Leonie Burghoff (13), Marie Platte (13) und Jenny Ungerath (13). FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Wermelskirchen. Ihre Idole kommen aus dem Männerfußball. Doch die 13- bis 15-Jährigen des Sport-Vereins 09/35 sind cool genug, über blöde Sprüche nur noch zu lächeln. Denn sie haben auch schon gegen Jungs gewonnen - danach war Ruhe. Von Stephan Singer

Ihre Idole heißen Sebastian "Schweini" Schweinsteiger, Patrick Herrmann oder Heung-Min Son. Ihre Lieblingsvereine sind Borussia Dortmund, Bayern München, Borussia Mönchengladbach, vor allem Bayer Leverkusen - und natürlich SV 09/35 Wermelskirchen. Sie lieben die ausgelassene Atmosphäre bei einem Bundesligaspiel im Fußballstadion und erinnern sich gerne an ihren Besichtigungsausflug in die Leverkusener BayArena. Dort nahmen sie stolz auf der Trainerbank der Profis Platz, fotografierten ihr Maskottchen "Schafi" am Mittelkreis und berührten den "heiligen Rasen". Die Rede ist von den Mädchen des U15-Teams des Sport-Vereins 09/35.

Die 13- bis 15jährigen Fußballerinnen treten unter ihrem selbstgewählten Motto "Zeig den Jungs, wer die Hosen anhat!" den Beweis an, dass Fußball längst keine männliche Domäne mehr ist.

"Wir zeigen, dass nicht nur Jungs Fußball spielen können. Das ist cool, macht riesigen Spaß, und beim Kicken kann man sich beweisen und richtig auspowern", sagt Alicia Gehrmann im Gespräch mit der BM. Für Francisca Moderow, die die "gute Seele" des Teams ist und gemeinsam mit Pascal Schmid das Training leitet, ist die Verbindung von Fußballsport und Mädchen eine ganz normale Sache: "Wenn man aus einer fußballbegeisterten Familie kommt, ist das einfach klar." Und so bestätigen denn auch Jenny Ungerath und Marie Platte, dass Väter und Brüder sie zum runden Leder am Fuß gebracht haben: "Mein Vater war total begeistert, als er hörte, dass ich Fußball spielen will."

Alina Scheben und Leonie Burghoff, die beide am Wochenende genau das Bundesliga-Geschehen beobachten und nach Möglichkeit in Sachen Champions-League am Ball bleiben, erinnern sich lachend an ihre erste Begeisterung für den Rasensport: "Die Filme ,Die wilden Kerle' haben uns inspiriert. Da waren wir fünf Jahre alt." Damals ging es für Alina und Leonie zuerst nach Solingen zum Fußball, bis sich ihnen die Möglichkeit bot, auch in Wermelskirchen zu kicken.

Eine echte "Sportskanone" ist Kathrin Beyer: "Ich musste mich zwischen Badminton, Leichtathletik und Fußball entscheiden, sonst wäre es zu viel geworden."

Mode-Schicki-Micki ist für die Teenager nicht die Hauptsache. "Klar wollen wir in der Schule anständige Klamotten tragen. Ansonsten haben wir aber keine Angst, uns die Fingernägel abzubrechen. Wir und unsere Familien geben eben Geld für Fußballschuhe aus, andere Mädchen für Ballettschuhe", ist sich das Team lachend einig.

Mit den nicht immer schönen Reaktionen der männlichen Mitschüler auf die kickenden Mädchen gehen die Fußballerinnen locker um. Helena Hemmerich: "Die meisten Jungen fanden das früher eher komisch, wenn Mädchen Fußball spielen. Inzwischen ist das ganz normal." Und Alicia Gehrmann erzählt: "Erst musste ich mir anhören, dass Fußball ein Männersport sei. Dann hat meine Mannschaft gegen die Jungen gewonnen - seitdem ist Ruhe!" Leonie Burghoff ergänzt: "Nach der Überraschung am Anfang gibt es inzwischen sogar Jungen, die uns bewundern."

Für Francisca Moderow ist klar: "Wir leben im Jahr 2015. Es gibt schließlich auch Jungen, die tanzen oder reiten. Über blöde Sprüche stehen wir drüber, wir lieben unseren Fußball!"

Quelle: RP
 
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