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Wermelskirchen
Mängelmelder bündelt die Beschwerden

Wermelskirchen: Mängelmelder bündelt die Beschwerden
So sah es aus am 24. März FOTO: Sebastian Radermacher
Wermelskirchen. Seit einem halben Jahr können Wermelskirchener die Stadtverwaltung ohne viel Aufwand auf Missstände aufmerksam machen. 342 Beschwerden sind seitdem über den neuen Mängelmelder im Rathaus eingegangen. Ein Test. Von Sebastian Radermacher

Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten. Es ist Freitagabend, 24. März, als um 18.38 Uhr das Smartphone vibriert: "Vielen Dank für Ihren Hinweis. Unser Stadtreiniger hat den Schaden ebenfalls schon bemerkt. Bei nächster Gelegenheit wird der Mülleimer ausgetauscht", teilt Betriebshofleiter Volker Niemz über die neue Mängelmelder-App der Stadtverwaltung mit. Etwa zwei Stunden zuvor hatte er eine Nachricht erhalten, dass im Bereich der Kenkhauser Straße, konkret an der Bushaltestelle "Beltener Straße", der Mülleimer von Unbekannten angezündet und dabei komplett zerstört worden war.

...... am 7. April FOTO: Kristy Radermacher

Knapp zwei Wochen später, am 7. April, ist von dem abgebrannten Mülleimer an der Haltestelle nichts mehr zu sehen - der Betriebshof hat ihn abgebaut. Ein neuer Eimer hängt allerdings noch nicht. Das ändert sich schließlich am 12. April, zweieinhalb Wochen nach der ersten Mitteilung des Schadens über den Mängelmelder der Stadt: Der Betriebshof hat einen neuen Mülleimer an der Bushaltestelle montiert.

...... am 12. April FOTO: Sebastian Radermacher

Genau für solche Anliegen ist der Beschwerdemelder vor knapp sechs Monaten an den Start gegangen. Müllkippen, kaputte Laternen, verbogene Straßenschilder, Schlaglöcher oder eben auch zerstörte Mülleimer - all das können Wermelskirchener über die neue Smartphone-App oder über ein Formular auf der städtischen Homepage (www.wermelskirchen.de) binnen Sekunden an die Stadt melden. Insgesamt 342 Hinweise sind in den vergangenen Monaten bei der Verwaltung eingegangen, teilt Stefan Rabe, der im Rathaus den Mängelmelder verwaltet. Er ist durchaus zufrieden mit dem Rücklauf. Die meisten Beschwerden - 64 der 342 Fälle - sind dem Bereich "Straßenwesen" zuzuordnen, gemeldet werden etwa Schlaglöcher oder Ärger mit dem Grünschnitt. Dahinter folgen 51 Beschwerden zur Abfallwirtschaft, wenn zum Beispiel Müll illegal entsorgt wird oder Mülltonnen nicht geleert wurden. Weitere Beschwerden fallen unter den Punkt "Sonstiges", sie betreffen den Betriebshof (Schilder beschädigt, Straßenreinigung, Winterdienst) oder das Ordnungsamt (Falschparker, stillgelegte Autos am Straßenrand oder Lärm durch Hunde und Kinder). Ebenfalls häufig (30 Beschwerden) geht es um Probleme bei der Straßenbeleuchtung. "Wenn uns eine defekte Straßenbeleuchtung gemeldet wird, leiten wir dies sofort an die BEW weiter", versichert Rabe.

In der Regel schafft es die Stadtverwaltung, die gemeldeten Mängel schnell zu beseitigen. "75 Prozent der Probleme können wir innerhalb von einem bis drei Tagen lösen", sagt Rabe. Die Bürger erhalten in der Regel auch eine Rückmeldung der Verwaltung, wie sie mit der Beschwerde umgehe und wann sie bearbeitet werde. 21 Prozent der Fälle werden laut Rabe innerhalb von vier Wochen abgearbeitet.

Schwierige Anliegen, bei denen zum Beispiel mehrere Fachämter oder auch externe Institutionen, etwa StraßenNRW, zuständig sind, könnten auch etwas länger in der Bearbeitung dauern. "Es sind teilweise auch Schäden, bei denen eine Versicherung mit ins Boot geholt werden muss - das kann halt etwas dauern", sagt Rabe. Von den 342 Beschwerden seien 200 über das Formular auf der Homepage und 142 über die Smartphone-Apps (Android und IOS) bei der Verwaltung eingegangen. Die Zahl der gemeldeten Mängel nehme stetig zu: "Zum Start des Melders waren es drei Fälle in der Woche, jetzt sind es teils schon drei Fälle am Tag", sagt Rabe.

Insgesamt werden durch den neuen Mängelmelder jedoch nicht deutlich mehr Beschwerden an die Stadtverwaltung herangetragen, stellt Rabe klar. "Es ist jetzt nur ein andere Kanal der Mitteilung möglich, durch den neuen Melder wird es strukturierter", sagt Rabe. Früher hätten Bürger ihre Beschwerden persönlich im Rathaus vorgetragen, manche hätten angerufen oder eine E-Mail geschickt. Rabe: "Jetzt ist alles gebündelt." Wichtig sei, dass die Bürger im Mängelmelder ihre Kontaktdaten hinterlegen. "Sich komplett anonym zu beschweren, macht keinen Sinn. Wir brauchen die Kontaktdaten der Person, weil wir oft noch einige Rückfragen haben, zum Beispiel zu mitgeschickten Fotos", erklärt Rabe.

Quelle: RP
 
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