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Wermelskirchen
Marc Dieluweit - ein Grenzgänger

Wermelskirchen: Marc Dieluweit - ein Grenzgänger
Marc Dieluweit tritt als parteiloser Kandidat an - unterstützt wird er von FDP und Bürgerforum. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Als kleines Kind wollte Marc Dieluweit immer Jurist werden - und ist es schließlich geworden. Jetzt geht der 43-jährige Rechtsanwalt aus Oberburg optimistisch ins Rennen um das Wermelskirchener Rathaus. Ein Hausbesuch. Von Jan Dobrick

Bis zur Wermelskirchener Stadtgrenze sind es vom Haus in der Waldstraße nur ein paar 100 Meter. Marc Dieluweit lebt im beschaulichen Oberburg, der 43-Jährige fühlt sich aber als Dellmann, der "Zeit für seine Heimat" investieren möchte. Marc Dieluweit, parteilos, Jurist, Hobbykoch, Sportskanone und Vater von drei Kindern (Ole/7, Bilke/12, Marike/14) tritt am 13. September - unterstützt von FDP und Bürgerforum - zur Bürgermeisterwahl an.

Beruflich und privat ist er weit gereist, saß allein 2014 rund 250 Mal im Flugzeug, hat also von hoch oben über den Tellerrand geblickt. "Ich bin der Meinung, ich kann neue Impulse in die Stadtverwaltung bringen - darum trete ich bei der Wahl an", sagt der Mann, der lässig aussieht (Jeans und Hemd) und Worte bedacht wählt.

Der Rechtsanwalt, der in Leverkusen-Opladen Abitur gemacht, in Bochum studiert und nach dem ersten Staatsexamen ein Jahr im indischen Ahmedabad gearbeitet hat, sitzt entspannt auf einem Ledersessel im Wohnzimmer, die Beine übereinandergeschlagen. "Shadow" guckt ihm tief in die Augen; eine große, schwarze Deutsche Dogge mit Pfoten wie Bratpfannen. "Ich spiele gerade die Hunde-Pension für gute Freunde, die in den Urlaub geflogen sind", sagt Dieluweit - und gibt einen Befehl. Auf Englisch. "Shadow" hört eins A. Und Dieluweit kann sich wieder auf das Interview konzentrieren.

Der Oberburger, einst Tennisspieler, Schwimmer und Leichtathlet, heute noch im Ski-Club aktiv, hat seine Kanzlei bei sich zu Hause. Seine Eltern wohnen nur sieben Häuser weiter. Er war Geschäftsführer in der Automobil- und Textilindustrie, berät mittlerweile als selbstständiger Rechtsanwalt diverse Unternehmen. Mit einer 70-Stunden-Woche kommt er nicht aus. "Ich kenne die Lufthansa-Mitarbeiter mittlerweile fast besser als meine eigene Freundin - das darf nicht so weitergehen", sagt Dieluweit, der seinen Lebensmittelpunkt eigentlich in Wermelskirchen sieht: Frühaufsteher Dieluweit schwimmt morgens ab und zu im Quellenbad, kauft im Café Wild Kuchen und isst regelmäßig Eis im Café Cordella. "Nach Solingen zieht mich überhaupt nichts", betont der 43-Jährige, dessen Ziel das Projekt "Innenstadt 2.0" ist. Für Hallenbad, Sportplätze und das Bad müssten Lösungen im Spannungsverhältnis mit der Haushaltslage gefunden werden, ein Lebensmittelmarkt in der Innenstadt sei ein wichtiges Thema, und der Tourismus müsse angekurbelt werden.

Als Kind wollte Dieluweit, dessen Großvater Rechtsanwalt war, immer Jurist werden - und er ist es geworden. Jetzt geht er optimistisch ins Rennen ums Rathaus. "Ich bin politisch unabhängig, niemandem verpflichtet, außer den Bürgern. Das ist ein großer Vorteil", findet der Oberburger, der sich als ehrgeizig, arbeitsam, ruhig, zufrieden, aber auch als fröhlich und spontan beschreibt.

Ein Beispiel für Dieluweits Spontanität: Im Oman-Urlaub entschloss er sich als Hotel-Gast dazu, für das Personal zu kochen. Es gab Kokos-Risotto, Garnelen, Ratatouillegemüse und Dorade. "Ich stehe unheimlich gerne hinter Herd oder Grill", sagt der Bürgermeisterkandidat (Lieblingsplatz: Garten oder Balkon), der unzählige Kochbücher in seinem Wohnzimmerregal stehen hat, aber auch Romane liest. Sein Tipp: Der Glühwürmchensommer von Gilles Paris.

Darüber, sich um das Amt des Bürgermeisters zu bewerben, denkt er seit 2004 nach. "Damals habe ich gegen Eric Weik Tennis gespielt und überlegte: Was der kann, das kann ich auch."

Nägel mit Köpfen macht Dieluweit allerdings erst jetzt, elf Jahre später: "Ich war mit der Arbeit von Eric Weik zufrieden, darum habe ich ihn nicht herausgefordert."

Quelle: RP
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