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Wermelskirchen
Marktbereich soll typisch bergisch bleiben

Wermelskirchen: Marktbereich soll typisch bergisch bleiben
Melanie Riegel erarbeitet zurzeit für den Bereich um den Markt (im Hintergrund ist das Café Wild zu sehen) eine Gestaltungssatzung, damit der bergische Charakter der Gebäude erhalten bleibt. FOTO: N. Hertgen
Wermelskirchen. Melanie Riegel erstellt im Auftrag der Stadt eine Gestaltungssatzung für den Bereich rund um den Markt. Diese gibt Vorgaben für die äußere Gestaltung der Gebäude im Falle eines Neu- oder Umbaus. 49 Häuser hat sie dokumentiert. Ziel: Im Oktober soll ein erster Entwurf der Satzung fertig sein. Von Sebastian Radermacher

Für viele Wermelskirchener ist es ein Ärgernis, dass durch Neubauten in der Innenstadt der typisch bergische Charakter mit der Zeit immer mehr verloren geht. Die Politik hat im vergangenen Jahr die seit langer Zeit immer mal wieder geforderte Gestaltungssatzung auf den Weg gebracht, um so auf die äußere Gestaltung von Gebäuden Einfluss nehmen zu können. Melanie Riegel nimmt sich dieses Themas jetzt an. Die 27-jährige erarbeitet im Auftrag der Stadtverwaltung eine Gestaltungssatzung für den Bereich rund um den Markt. Das Ziel: Dieser Bereich soll dauerhaft den typisch bergischen Charakter behalten.

Melanie Riegel, die aus Brandenburg kommt und in Greifswald den Master-Studiengang "Tourismus und Regionalentwicklung" erfolgreich abgeschlossen hat, hatte bereits 2015 während eines Praktikums bei der Stadtverwaltung einen Leitfaden für eine Gestaltungssatzung erstellt. Da Wermelskirchen keinen historischen Stadtkern hat, sondern eine Mischung von verschiedenen Baustilen, müssen für die verschiedenen Innenstadtbereiche separate Satzungen ausgearbeitet werden. Für die Verwaltung hat der Bereich Markt/Berliner Straße/Obere Remscheider Straße Priorität, weil dort die historische Substanz am größten ist. Weitere Gestaltungsbereiche, die aufgrund der städtischen Haushaltslage in Zukunft schrittweise abgearbeitet werden, sind Schwanen, Eich/Kölner Straße, Telegrafenstraße sowie Thomas-Mann-Straße.

Melanie Riegel knöpft sich aktuell den Bereich rund um den Markt vor. Eine Bestandsaufnahme - das ist Pflicht für jede Gestaltungssatzung - ist bereits erfolgt. Die 27-Jährige hat 49 Gebäude dokumentiert: Zunächst hat sie die Häuser fotografiert, dann verschiedene Kriterien in einem Steckbrief festgehalten, etwa das Baumaterial, die Farbe des Daches, Form und Ausrichtung der Fenster oder die Farbe der Fensterrahmen.

"Alles, was das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes betrifft, ist Teil dieser Satzung", erläutert Riegel. Der Zeitplan sieht so aus, dass bis Oktober der Entwurf für die Markt-Satzung stehen soll. Dieser werde dann noch mit den Stadtplanern, der Denkmalschutzbehörde und der Politik abgestimmt. Mit dem Beschluss im Stadtrat gelten für Bauherren dann bestimmte Vorgaben bei der äußeren Gestaltung. "Das gilt im Falle eines Neu- und auch Umbaus", betont Riegel. Allgemeines Ziel ist es, örtliche Bauvorschriften an die äußere Baugestaltung anzupassen. Auf diese Weise sollen sich auch in Zukunft bestimmte Gestaltungsmerkmale wiederfinden, neue oder umgebaute Häuser sollen sich so in die vorhandene Bebauung einfügen.

Wichtig ist: Es gibt Bestandsschutz. Riegel: "Man wird nicht zum Umbauen gezwungen. Bei künftigen Bauvorhaben muss man sich aber an der Satzung orientieren." Zusätzlich zur Satzung erstellt die 27-Jährige eine Gestaltungsfibel, eine Art "Handbuch" mit Beispielen und Vorschlägen, wie eine passende Bebauung aussehen könnte. Ob die Wermelskirchener in den Gestaltungsprozess einbezogen werden, zum Beispiel über Info-Abende, weiß Riegel nicht. "Dazu gab es noch kein Gespräch. Ich erstelle jetzt erst einmal den Entwurf."

Quelle: RP
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