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Wermelskirchen
Matinee-Frühstück schweißt zusammen

Wermelskirchen: Matinee-Frühstück schweißt zusammen
Volker Betzel (l.) und Torsten Raspe organisieren das gemeinsame Frühstück der Feuerwehrleute. Viele, die einmal in Wermelskirchen gearbeitet haben, kommen an diesem Tag immer wieder gern zurück. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Seit 1989 treffen sich jedes Jahr etwa 30 Feuerwehrleute zum Auftakt der gemeinsamen Matinee-Tour zum Frühstück. Von Stephan Singer

Wer am Montagmorgen durch die Innenstadt läuft, verspürt die Ruhe vor dem Sturm, der sich nur zwei Stunden später im feucht-fröhlichen Matinee-Treiben entlädt. Erst einige wenige Kirmesbuden haben bereits ihre Klappen geöffnet, aus den Luken gucken die verschlafenen Augen der Beschicker. Lkw-Fahrer von Getränkehändlern rangieren leicht genervt zwischen Ständen und Tischen herum, um die Reserven in den Kühlhäusern fässer- und kistenweise aufzufüllen. Reges Treiben herrscht allerdings an den voll besetzten Tischen im Saal der Gaststätte "Centrale". Hier trafen sich gestern Morgen 33 Feuerwehrleute zum Frühstück - eine Matinee-Tradition, die seit 1989 für die Brandbekämpfer nicht mehr wegzudenken ist.

Das Frühstücksbuffet bot alles, was für eine gute Grundlage und einen deftigen Start in den Matinee-Montag sorgt: Rührei, Speck, Bacon und natürlich Brot, Brötchen nebst Aufschnitt sowie Kaffee in scheinbar unendlich vielen Thermoskannen. "Damals war ich noch Zivildienstleistender und hatte Dienst an Matinee, war auf dem Rettungswagen im Einsatz. Da habe ich mir geschworen: An Matinee arbeitest du nie wieder", lacht der 51-jährige Torsten Raspe, heute hauptamtlicher Feuerwehrmann mit dem Rang eines Hauptbrandmeisters auf der Wache am Eickerberg. Gemeinsam mit seinem Freund Volker Betzel (59 Jahre, ebenfalls Hauptbrandmeister) rief er Ende der 1980er Jahre das Matinee-Feuerwehr-Frühstück in Leben. Zur Premiere kamen fünf Kollegen, in den vergangenen Jahren sind es stets um die 30 Personen - darunter auch Feuerwehrleute aus Siegen, Mettmann oder Remscheid und auch einige Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr in Wermelskirchen. Fast jeder von ihnen war während seiner Laufbahn mal Am Eickerberg stationiert. Betzel verrichtet inzwischen in Bergisch Gladbach in der Leitstelle seinen Dienst und bringt von dort jährlich drei oder vier Kollegen mit, um Matinee zu feiern.

"Wir kennen uns untereinander ziemlich gut. Wir sind eine verschworene, wenn nicht sogar befreunde Gemeinschaft. Unser Matinee-Frühstück ist eine gute Gelegenheit, gesellig beisammen zu sein. Und da ist auch bei vielen die Bereitschaft dazu da. Dieser Treff ist für viele ein liebgewonnenes Muss", betont Volker Betzel. Über dienstliche Belange werde dabei kaum gesprochen und später, wenn man sich in den Trubel der Matinee-Sause begebe, kämen eh immer jede Menge Bekannte, denen man naturgemäß begegne, in die Runde dazu.

An eine Anekdote erinnern sich Raspe und Betzel gerne: "Irgendwann in den 1990er Jahren sind wir gemeinsam mit unseren Frauen nach Holland in den Urlaub gefahren. Da sind wir beide eigens zu Matinee sonntags wieder nach Wermelskirchen und am Dienstag zurück nach Holland gefahren. An Matinee fährt man nicht weg!"

Von Ärger unter den Kollegen auf der hauptamtlichen Wache kann Torsten Raspe übrigens nicht berichten: "Es gibt immer genug Kollegen, die an Matinee arbeiten wollen - so haben diejenigen, die feiern möchten, dann auch frei."

Ist das Frühstück beendet, steigen natürlich auch die Wehrmänner von Kaffee auf Kölsch um. "Dieses gemeinsame Frühstück und das anschließende Matinee-Feiern ist einfach eine total entspannte Sache mit viel guter Laune", freut sich Torsten Raspe.

Quelle: RP
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