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Wermelskirchen
Matinee-Partyvolk genießt den Sommer

Wermelskirchen: Matinee-Partyvolk genießt den Sommer
Urlaubsstimmung in der Innenstadt: Diese Damen fühlten sich sichtlich wohl bei der Matinee mit Temperaturen fast wie am Mittelmeer. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. "Centrale", "Balkan", "Zur Eich" und die Kattwinkelsche Fabrik waren auch gestern wieder die "Hot Spots" für die feierfreudige Matinee-Meute. Das Gute-Laune-Spektakel lockte erneut zahlreiche Auswärtige nach Wermelskirchen. Von Stephan Singer

Während es das feierwillige Volk am gestrigen Matinee-Nachmittag über die Telegrafenstraße in Richtung "Bermuda-Dreieck" an der Eich zog, mussten die Handwerker an der Baustelle gegenüber dem Bürgerzentrum bei schweißtreibenden Temperaturen noch kräftig anpacken, um den geplanten Eröffnungstermin des neuen Cafés der Landbäckerei Bauer zu schaffen. Diejenigen, die nicht (mehr) arbeiten mussten, feierten ausgelassen bei strahlendem Sonnenschein unter blauem Himmel - endlich richtiges Sommerwetter. An den "Hot Spots" in der Stadt - "Centrale", Hotel "Zur Eich", "Balkan"-Restaurant und Katt - versammelten sich wieder tausende Partywütige, um es zur Matinee gebührend krachen zu lassen.

An der Gaststätte "Centrale" feierten Jennifer Dannenberg, Jeanette Harksen und Franziska Schütten. Für sie ist der Matinee-Montag ein Pflichttermin, für den sie auch gerne einige Mühen in Kauf nehmen. Jennifer und Jeanette, die sich beide im Moment in Elternzeit befinden, mussten sich gestern um Babysitter für ihre Kinder kümmern - dank Oma und Opa kein Problem. Die 26-jährige Franziska nahm sich für Matinee extra Urlaub: "Wer trinken kann, kann auch arbeiten", sagte sie und lachte - heute muss sie wieder zur Arbeit. "Freunde treffen, Bier trinken, Spaß beim unbeschwerten Feiern haben" - das sind für die drei die wichtigsten Gründe für einen Matineebesuch. Da könne man den Kopf frei bekommen und genießen.

Feiern und trinken unterm Sonnenschirm: Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen sich auch einige Feuerwehrleute aufs Foto geschlichen haben. FOTO: Moll Jürgen

"Rita Leen" eröffnete an der Katt ihr Konzert mit einem Einspieler des Bergischen Heimatliedes, das das Publikum unaufgefordert mitsang - dann wurde das benachbarte Weindorf mit Punk-Rock zugedröhnt. An der "Centrale" (hier gab es in erster Linie Party-Schlagerhits aus der Konserve auf die Ohren) versammelte sich das eher "ältere" Publikum von Mitte Zwanzig bis Mitte 50. Beim Fußmarsch in Richtung Hotel "Zur Eich" sank der Altersdurchschnitt dann spürbar. Im Siedepunkt zwischen dem altehrwürdigen Hotel und den Bürgerhäusern feierte in erster Linie das Publikum unter 30 Jahren zu Charts-Liedern und reichlich kölschen Tönen wie der FC-Köln-Hymne oder "Stadt mit K" von der Gruppe "Kasalla".

Dazu zählte auch Frederic Seifert aus Radevormwald, der mit seiner Flasche Mineralwasser in der Hand inmitten der "meterweise" Bier trinkenden Meute auffiel. "Ich trinke Wasser, weil ich noch Auto fahre und keine Lust auf einen Kater habe", sagte er. Der 24-Jährige kommt jedes Jahr zur Matinee nach Wermelskirchen. Hier trifft er sich mit Freunden, nach einem gemeinsamen Frühstück zieht die Gruppe los. "Es sind immer viele Bekannte hier, die dann mal aus ihren Löchern kommen", sagte Seifert. Er könne Spaß ohne Alkohol haben, wolle einen klaren Kopf behalten, sei Sportler und müsse am Dienstag wieder seinem Job als Vermögensberater nachgehen.

Dass das Partypublikum um ihn herum im Laufe der Zeit immer angetrunkener werde, störe ihn nicht: "Ich mache das immer so, das ist Gewöhnung." Aus Wuppertal, Remscheid und Bergisch Born kamen die Freundinnen Michelle Bergner (24), Magdalena Wierzka (26) und Anna Lange (24) nach Wermelskirchen. "Wir sind nicht zum ersten Mal dabei - Matinee ist etwas ganz Besonderes." Die drei jungen Damen waren sich einig: "Wir treffen jede Menge Leute, die wir kennen. Zur Matinee kommen alle wie von Zauberhand zusammen." Aber: Mit Alkohol "abschießen" wollten sie sich auf gar keinen Fall.

Für Joana, die im Nebenjob als Bedienung in der "Centrale" arbeitet, waren es anstrengende Tage. Allein am Kirmes-Sonntag addierte ihr Zähler am Arm mehr als 20.000 Schritte, am gestrigen Montag dürften es noch mehr gewesen sein. Eine Menge Schritte machte auch Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann bei seinen Rundgängen. Obwohl er mit Sonnenbrille und Uniform durchaus respekteinflößend aussah, sorgte er mit einigen Freifahrt-Gutscheinen, die er verschenkte, für manch ein freudig lachendes Kindergesicht.

Quelle: RP
 
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