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Wermelskirchen
Mehmet Duda drei Monate mit Besuchsvisa bei Familie

Wermelskirchen. Mehmet Duda, der im November 2013 durch die Ausländerbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises in den Kosovo abgeschoben worden war, hat jetzt mit einem dreimonatigen Besuchsvisum seine Familie in Wermelskirchen besucht. Davon berichtet Dorothea Hoffrogge. Die Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus, hatte mit einem engagierten Kreis von Menschen für den Verbleib in Wermelskirchen gekämpft - und verloren. Mit mehr als 11.000 Euro wurden sogar die Kosten für die Abschiebung an den Kreis erstattet - nichts half bisher. Von Udo Teifel

Duda musste sich, so berichtet Hoffrogge, an veränderte Verhältnisse bei seiner Familie anpassen. "Seine Frau Xhevahire ist der deutschen Sprache wesentlich besser mächtig als vor seiner Abschiebung. Sie ist zudem gewohnt, selbstständig zu agieren." Die beiden Jungen seien in den mehr als zwei Jahren gewachsen, hätten sich sehr positiv entwickelt - "und Aslan ist für sein Alter sehr erwachsen geworden", berichtet Hoffrogge.

Seit Ende Februar war Duda in Wermelskirchen, am Dienstag ist er wieder in den Kosovo ausgereist. Er wohnt dort bei seinem Schwiegervater. Hoffrogge: "Sobald er einen Termin bei der deutschen Botschaft bekommt, wird er dort einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen." Vor seiner Abreise hat die Familie noch ein kleines Fest mit einigen Unterstützern gefeiert. "Es war einfach schön zu sehen, wie glücklich die vier waren", sagt Dorothea Hoffrogge.

Xhevahire Duda hat inzwischen eine Niederlassungserlaubnis erhalten. "Bis dahin war es ein weiter Weg", sagt Hoffrogge. So sollte sie als Analphabetin ausreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift nachweisen. Anhand ärztlicher und amtsärztlicher Gutachten wurde bescheinigt, dass es für sie unter der gesamten psychischen und körperlichen Belastung nicht möglich war, eine Alphabetisierung zu erlangen.

Frau Duda hat inzwischen zwei Stellen - bei einem landwirtschaftlichen Betrieb und eine als Reinigungskraft - um finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Hoffrogge: "Gegenüber der Ausländerbehörde spielte zudem eine wichtige Rolle, dass die Familie in der ganzen Zeit seit der Abschiebung von Mehmet Duda nicht eine einzige Sozialleistung in Anspruch genommen hatte." Sie hoffe nun, dass die Familie bald wieder zusammen in Wermelskirchen leben werde.

Quelle: RP
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