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Wermelskirchen
Mehr Gemeinschaft im Dorfverein

Wermelskirchen: Mehr Gemeinschaft im Dorfverein
"Die Turner des DTV fühlten sich in der Diskussion als Spaßverderber in die Ecke gestellt", meint Sabine Krüger (vorn). "Wir wollten durch unser Nachfragen nur, dass der Verein vorsichtig wirtschaftet." FOTO: Moll
Wermelskirchen. In zwei Monaten ist es soweit - dann soll die neue Sportanlage des Dabringhauser TV (DTV) eröffnet werden. Auf dem Weg dorthin gab es innerhalb des Vereins aber oft unterschiedliche Ansichten und öffentlich ausgetragene Differenzen. Von Tim Kronner

"Das letzte Jahr war sehr aufreibend und leider manchmal auch ziemlich unschön", sagt Sabine Krüger, die Leiterin der Turnabteilung. Nach diesen "harten Diskussionen" hofft Krüger, dass die Abteilungen wieder zusammenrücken können. Deshalb wollen die DTV-Turner mit den Vorkommnissen der Vergangenheit aufräumen und zukünftig besser zusammenarbeiten.

Startpunkt der Reibereien im Verein war die erste Planungsphase der Kunstrasen-Anlage am Höferhof. "Die ist irgendwie einfach an uns vorbei gelaufen", berichtet Krüger. Sie sei erst informiert worden, als die Planungen des Ingenieurbüros bereits abgeschlossen waren. "Uns hat es sehr geärgert, dass auf einmal die Laufbahn wegfallen sollte. Deshalb haben wir uns anschließend für den Erhalt eingesetzt", sagt Krüger. Hierzu ergänzt ihre Stellvertreterin Martina Pannack: "Wir haben uns nie per se gegen den Kunstrasen ausgesprochen. Wir wollten nur die Laufbahn für den Breitensport erhalten." Die beiden langjährigen Vereinsmitglieder finden es schade, dass dieser Einsatz von manchen missverstanden wurde. "Wir gönnen den Fußballern den Kunstrasen natürlich. Der Plan war aber einfach noch nicht zu Ende gedacht", sagt Krüger.

Nachdem klar wurde, dass die Stadtverwaltung eine Aschenlaufbahn neben einem neuen Kunstrasenplatz nicht erlaubt, entschieden sich die DTV-Mitglieder bei einer außerordentlichen Versammlung im Dezember für den Bau einer neuen Tartan-Laufbahn. Die Kosten von 125.000 Euro muss der Verein - neben den 100.000 Euro Eigenbeteiligung am Kunstrasenspielfeld - aber selbst tragen. Deshalb schlug der Vorstand auf der Jahreshauptversammlung vor zwei Wochen vor, dass die Fußballer und die Turner so lange einen Sonderbeitrag bezahlen, bis das Grundstück am Asterweg verkauft ist. Mit dieser laut Vorstand "Verursacher-orientierten Lösung" waren die Turner aber nicht einverstanden.

"Die neue Laufbahn wurde durch die Kunstrasen-Planungen überhaupt erst nötig. Wir waren mit der alten Laufbahn zufrieden", erklärt Krüger. Deshalb beantragte die Turnabteilung stattdessen eine allgemeine Beitragserhöhung für alle Mitglieder. "Die Idee war, dass sich der ganze Verein solidarisch an diesem Gesamtprojekt beteiligt", sagt Pannack. Dass dieser Vorschlag von den Mitgliedern einstimmig angenommen wurde, sehen Krüger und Pannack als gutes Zeichen dafür, dass in Zukunft wieder mehr an einem Strang gezogen wird.

"Wir wurden oft als Spaßverderber in die Ecke gestellt", ärgert sich Krüger rückblickend, weil sie und ihre Mitstreiter viele Fragen zur Finanzierung gestellt hatten. "Dabei wollten wir nur vorsichtig wirtschaften und den Verein vor neuen Schulden bewahren", sagt Krüger. Leider seien nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden, um die Eigenbeteiligung so gering wie möglich zu halten. "Es gibt so viele Förderprogramme. Man hätte sich nur darum bemühen müssen", meint Krüger auch in Richtung Stadtverwaltung. In Leverkusen und Burscheid seien im vergangenen Jahr sechsstellige Beträge aus Landesmitteln in den Bau von Sportanlagen geflossen. "So zahlt unser Verein jetzt 225.000 Euro für eine städtische Anlage", sagt Pannack.

Trotz mancher Versäumnisse auf unterschiedlichen Seiten sehen Krüger und Pannack diese Herausforderung auch als guten Anlass, wieder zueinanderzufinden. "Unabhängig von der Finanzierung der einzelnen Abteilungen wünschen wir uns eine bessere Gemeinschaft", sagt Pannack. Eine Chance hierzu könnte eine gemeinsame Eröffnungsfeier aller DTV-Abteilungen sein. "Es wäre schön, wenn wir die Fronten abbauen und als Gesamtverein in eine gemeinsame Zukunft starten können", hofft Krüger.

Quelle: RP
 
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