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Mehr Leben auf dem Markt ist wünschenswert

Mobile Redaktion: Mehr Leben auf dem Markt ist wünschenswert
Eingebunden in ein historisches Ensemble ist der neue Markt - im Vordergrund der Brunnen. FOTO: J. Moll
Wermelskirchen. Der neue Markt wird von Jung und Alt angenommen. Doch es fehlen regelmäßige Veranstaltungen oder Aktionen, waren sich Anlieger einig. Von Udo Teifel

Wermelskirchen Es wurde lebhaft und engagiert, ja auch teils kontrovers gestern Morgen auf dem Markt diskutiert. Denn die Bürger, darunter auch Anwohner, verbinden etwas mit diesem Fleckchen Erde in ihrer Heimatstadt. Es ist sicher kein Kleinod - und das war es früher auch nicht. Der Tenor aller Gäste der Mobilen Redaktion: Der zentrale Platz wird zwar angenommen, könnte aber noch mehr belebt werden. Aktionen wären nicht schlecht - die Vorschläge reichten von Kindertrödel über Bücherschrank und Kunstaktionen.

Angeregt diskutiert wurde bei der Mobilen Redaktion, hier (v.l.) Gaby van Wahden, Klaus Hake, Manfred Schmitz-Mohr, Ulla Buhlmann, Ulla Hybel-Wagner und BM-Redaktionsleiter Udo Teifel. FOTO: Moll Jürgen

Mit dem Wechsel von "Rock am Markt" hin zur Carl-Leverkus-Straße tut sich ein Vakuum auf. Diese WiW-Veranstaltung war ein wichtiger Kundenmagnet für die Geschäftsleute - Buchhändlerin Gaby van Wahden: "Auch solche einzelnen Veranstaltungen bringen etwas. Es ist die Wahrnehmung der Besucher, dass an dieser Stelle auch Fachgeschäfte sind. Das ist uns wichtig."

Schnell entstanden Ideen, wurden diskutiert und auch verworfen. So fand Heilpraktikerin Ulla Hybel-Wagner, die am Markt ihre Gemeinschaftspraxis hat, der Brunnen sollte geöffnet werden. "Wenn die Scheibe weg ist und eine Wasserpumpe angebracht wird, kommen Familien mit Kindern." Die Kinder könnten in den Schacht schauen, ein Gitter im Schacht würde verhindern, dass Kinder abstürzen. "Heute ist die Scheibe oft beschlagen. Da sieht man nichts."

Die Idee findet auch Manfred Schmitz-Mohr gut, und sie sei nicht neu, meinte der VVV-Vorsitzende. Darüber war bei der Gestaltung auch nachgedacht worden. "Doch die Leute vermüllen den Brunnenschacht. Da müsste jede Woche die Feuerwehr runtersteigen." Vandalen haben es schon geschafft, Tetrapacks in den Schlitz zwischen Glasplatte und Stein zu drücken.

Ein Problem ist auch der Müll: Trotz Behälter lassen oftmals Nutzer des Platzes ihren Dreck einfach fallen. Hybel-Wagner: "Den groben Dreck sammeln wir ja schon als Anlieger auf. Aber alles geht nun mal nicht."

Ulla Buhlmann (Weltladen) meinte, der Markt als Platz müsse allein wachsen. "Man kann ihn nicht künstlich beleben." Sie sehe immer wieder viele Leute dort sitzen - junge wie alte, Familien, Senioren, Flüchtlinge. Hybel-Wagner: "Hier gibt es ja auch den besten freien W-Lan-Empfang in der Stadt."

Die Apothekerin schlug als regelmäßige Veranstaltung einen Trödelmarkt vor, was André Frowein (Juca und WiW) als keine gute Idee einschätzte. "Wir haben schon zu viele Trödelmärkte in Wermelskirchen und Umgebung. Die professionellen Trödler kommen da nicht." Die will van Wahden auch gar nicht haben. "Was ist denn mit Kinderbuchtrödel oder Kindersachtrödel? So etwas fehlt." Dass der Platz Potenzial hat, betonte auch Lars Röntgen ("Bergischer Löwe"). Das müsse genutzt werden. Er fand es schade, dass "Rock am Markt" ("Der Umzug war eine Totgeburt für den Markt") nicht mehr dort stattfinde. Wobei er, wie auch Frowein, betonte, dass bei Aktionen wie verkaufsoffener Sonntag oder Weihnachtsmarkt alle Anlieger mitwirkten. Und der Markt mit Leben gefüllt sei. "Es hat sich aber herausgestellt, das der Markt für die Logistik von Veranstaltungen sehr schwierig ist."

Wenig begeistert waren Claus Füllhase und Regina Peters. Für die Wermelskirchenerin ist der Markt eine Steinwüste geworden. "Unter einem Markt verstehe ich etwas anderes." Es fehlten Bäume und Grün, Bänke seien ja jetzt aufgestellt. Laut Füllhase ist der Markt "täglich leer". Auch Anwohnerin Irmgard Brückner fehlt mehr Grün. Der VVV hat bepflanzte Kübel aufgestellt, die von Anwohnern gepflegt werden.

Dann gab es noch zwei interessante Ideen: einen Bücherschrank aufzustellen und Kunstaktionen, vielleicht auch verbunden mit regelmäßigen Frühstückstreffen. "Das würde die Aufenthaltsqualität, die vorhanden ist, sicher steigern", sagte van Wahden. Das Problem, das Juca-Leiter Frowein sieht: Ein Bücherschrank müsste betreut werden. Da fehlt wohl die Manpower.

Hella Harmel hält Aktionen mit Künstlern für eine Möglichkeit, noch mehr Publikum zum Verweilen auf den Platz zu holen. Wolfgang Eisenreich schlug vor, die besondere Platzsituation für Radfahrer zu nutzen. Zum Beispiel am Wochenende, um Infos anzubieten. Über allen Vorschlägen schwebte aber die Frage: Wer organisiert dies?

Quelle: RP
 
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