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Wermelskirchen
Mehr Unfälle auf K 18 durch neue Markierung

Wermelskirchen: Mehr Unfälle auf K 18 durch neue Markierung
FOTO: Teifel Udo
Wermelskirchen. Mit dem Verzicht auf einen Mittelstreifen wollte der Kreis die Anzahl der Unfälle auf der Hilgener Straße (K 18) reduzieren. Die ernüchternde Bilanz: In den drei Jahren seit der Neu-Markierung gab es mehr als doppelt so viele Unfälle wie zuvor. Von Tim Kronner

14 Unfälle, sechs davon mit Verletzten - so lautet die erschreckende Bilanz für die Hilgener Straße (K 18) im Jahr 2017. Das ist der höchste Wert der vergangenen sechs Jahre. "Es ist ein Anstieg der Unfallzahlen, insbesondere mit Personenschaden, feststellbar", sagt Polizei-Sprecher Richard Barz auf Anfrage unserer Redaktion. Dabei sollte die Anzahl der Unfälle auf der Kreisstraße zwischen Hilgen und Dabringhausen eigentlich reduziert werden. Um das zu erreichen, ließ der Rheinisch-Bergische Kreis - bei der Neu-Markierung der Fahrbahn in 2014 - anstatt eines Mittelstreifens zwei fünfzig Zentimeter breite Schutzstreifen am Straßenrand auftragen. "Diese Fahrbahnmarkierung sollte aufgrund der fehlenden Mittellinie eine leichte Verunsicherung und damit eine Geschwindigkeitsreduzierung erzeugen", erklärt Barz. Das hat bislang nicht funktioniert - Kreis, Stadt und Polizei wollen die Unfallsituation nun neu bewerten.

Schon im Herbst des vergangenen Jahres kritisierte BM-Leser Michael Sterz die Markierung. Seiner Meinung nach würden viele Verkehrsteilnehmer, seit der Wegnahme des Mittelstreifens, die komplette Breite der Fahrbahn ausnutzen. Das führe zu brenzligen Situationen mit dem Gegenverkehr und sei daher gefährlicher als eine "traditionell" markierte Fahrbahn. Die Zahlen scheinen ihm Recht zu geben. In den drei Jahren vor der Neu-Markierung (2012 bis 2014) kam es auf der K 18 zu insgesamt 15 Unfällen. Nach dem Wegfall des Mittelstreifens krachte es dort zwischen 2015 und 2017 ganze 35 Mal. Unfallursache Nummer eins war im vergangenen Jahr nicht angepasste Geschwindigkeit - und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot. War die neue Straßenbemalung aus verkehrspsychologischer Sicht also vielleicht doch falsch? "Aus unserer Sicht hat das 2015 und 2016 zum Erfolg geführt. Möglicherweise hat sich aber ein Gewöhnungsprozess eingestellt, der die Unfallzahlen in 2017 mit beeinflusst hat", sagt Barz.

Auffällig ist zudem, dass am Rand der Straße immer wieder umgefahrene Leitpfosten liegen. Ob dies mit der Markierung zusammenhängt, indem Verkehrsteilnehmer dem mittig fahrenden Gegenverkehr nach rechts ausweichen müssen, können Kreis und Polizei nicht be- oder widerlegen. "Das ist aufgrund fehlender Statistiken nicht nachvollziehbar. Oft sind für solche Schäden aber der Schwerlastverkehr und die Landwirtschaft verantwortlich", sagt Kreis-Sprecherin Hannah Weißgerber.

Auf Kreisstraßen wie der Hilgener Straße muss alle 50 Meter ein weißer Leitpfosten stehen. Diese werden immer wieder umgefahren. FOTO: kron

Auch eine andere Gruppe von Verkehrsteilnehmern steht auf dieser Strecke regelmäßig im Fokus - und in der Kritik. "Seit 2015 ist die Anzahl der Motorrad-Unfälle auf der K 18 wieder gestiegen", teilt Barz mit. Und BM-Leser Michael Sterz kritisierte schon im September: "Die neue Gestaltung ist besonders für Motorradfahrer ein Anreiz zum Rasen." Bei der Betrachtung der neuen Zahlen von 2017 stellt sich allerdings heraus: An sieben von 14 Unfällen waren Kradfahrer zwar beteiligt, aber nur zwei Mal lag die Schuld bei den Bikern. "Dennoch wurden Maßnahmen vereinbart, die insbesondere die Schwere der Kradunfälle verhindern sollen", sagt Barz. Dazu gehören unter anderem die Erneuerung von Protektoren, das Aufstellen zusätzlicher Kurvenleittafeln und das Anbringen eines Unterfahrschutzes in mehreren Kurvenlagen.

Ob der Kreis auch in puncto Fahrbahnmarkierung tätig wird, ist momentan offen. "Die Hilgener Straße ist die einzige Strecke im Kreisgebiet, die auf diese Weise markiert ist. Wir haben derzeit zumindest keine Bestrebungen, diese Markierungen auch auf anderen Straßen anzubringen", sagt Weißgerber. Im Oktober 2017 erfolgte schon ein gemeinsamer Ortstermin unter Beteiligung des Kreises, der Stadt Wermelskirchen und der Kreispolizeibehörde. "Nach Vorliegen der abschließenden Unfallzahlen 2017 wird die Unfallsituation in einer gemeinsamen Besprechung nochmals bewertet", kündigt Barz an.

Quelle: RP
 
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