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Wermelskirchen
Mehrzweckhalle als Flüchtlingsunterkunft

Wermelskirchen: Mehrzweckhalle als Flüchtlingsunterkunft
Betten stehen nun in der Halle. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Die große Halle in Dabringhausen musste gestern kurzfristig als Erstaufnahmestelle hergerichtet werden. Denn bereits gestern Abend sollten bis zu 150 weitere Flüchtlinge nach Wermelskirchen kommen. Viele Helfer waren im Einsatz. Von Sebastian Radermacher

Die Mehrzweckhalle Dabringhausen ist gestern in einer kurzfristig einberufenen Aktion von zahlreichen Helfern für die Unterkunft von Flüchtlingen vorbereitet worden. "Wir müssen die Halle kurzfristig ohne Vorlaufzeit als Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge herrichten", sagte Bürgermeister Eric Weik. Die Stadtverwaltung sei am Mittwochabend gegen 22 Uhr informiert worden, dass bereits gestern Abend, spätestens heute Vormittag bis zu 150 weitere Flüchtlinge in Wermelskirchen ankommen sollen. "Wir mussten sofort handeln", betonte Weik.

Seit gestern Morgen waren Hilfskräfte von THW, DRK und der Feuerwehr im Einsatz und bereiteten die große Halle vor. Sie deckten den Hallenboden mit Gummimatten ab, stellten Trennwände auf. Außerdem mussten auf die Schnelle Betten, Matratzen und auch Bettwäsche für 150 Menschen aufgetrieben werden, teilte der Bürgermeister mit.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Die Verwaltung und die einzelnen Ratsfraktionen hätten sich im Vorfeld gemeinsam für die Mehrzweckhalle Dabringhausen als Erstaufnahmestelle entschieden, weil sie von der Infrastruktur am besten geeignet sei, erklärte Weik. "Sie ist groß genug, um die vielen Menschen unterzubringen, es gibt dort viele Toiletten, Duschen und auch eine Küche. Außerdem ist die Halle an den ÖPNV angebunden, und dort findet kein Schulsport statt."

Am kommenden Montag, 21. September, 19 Uhr, wird der Bürgermeister bei einer Infoveranstaltung in der Turnhalle Höferhof das Vorgehen der Verwaltung im Detail erläutern. Dabei wird er den Bürgern Rede und Antwort stehen und alle Fragen beantworten. Die Verwaltung wollte dazu bereits gestern Info-Zettel an die einzelnen Haushalte verteilen und so die Menschen über die Bürgerversammlung informieren. "Zurzeit können wir keine einzelnen Anfragen der Bürger zu dem Thema beantworten - im Rathaus herrscht Ausnahmezustand", stellte der Bürgermeister klar.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Es gehe nun erst einmal darum, diese Menschen zu versorgen und sie kurzfristig menschenwürdig unterzubringen. Nach ihrer Ankunft an der Mehrzweckhalle werden die Flüchtlinge zunächst von Ärzten untersucht, kündigte Weik an. "Wir wissen überhaupt nicht, in welchem gesundheitlichen Zustand sich diese Menschen befinden."

Nähere Einzelheiten zu der Unterbringung in der Mehrzweckhalle, zu der allgemeinen Situation sowie zu weiteren Unterbringungsmöglichkeiten will die Stadtverwaltung laut Weik heute in einem Pressegespräch erläutern.

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Das für Samstag angesetzte Handball-Derby der HCW-Reserve gegen Lüttringhausen, das wegen der Sperrung der Schwanenhalle nach Dabringhausen verlegt werden sollte, kann nicht in der Mehrzweckhalle stattfinden. Auch Jugendspiele des JHC sind betroffen. Ob die Spiele abgesagt oder kurzfristig verlegt werden, war gestern noch unklar. Die Vereine wurden von der neuen Situation überrascht.

Quelle: RP
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