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Wermelskirchen
Möglicher neuer Standort für die Tafel wird jetzt besichtigt

Wermelskirchen. Auf einen Zeitplan wollten sie sich nicht festlegen lassen. Einig zeigten sich die Vorsitzende der Wermelskirchener Tafel, Brigitte Krips, und der Dezernent der Stadtverwaltung, Stefan Görnert, darin, dass die Tafel neue Räumlichkeiten braucht.

Der Nachfolger von Jürgen Graef ist unter anderem für das Sozialressort zuständig und besuchte gestern den Tafel-Pavillon neben der Feuerwache Vorm Eickerberg, um sich persönlich ein Bild zu machen.

Ganz unwissend war der neue Beigeordnete dabei nicht. "Dieses Gebäude wurde vor beinahe zehn Jahren von der Tafel bezogen und war als Provisorium gedacht." Brigitte Krips erinnerte daran, dass die Pavillons damals schon einiges "auf dem Buckel" hatten, denn sie dienten zuvor der Polizei, dem Betriebshof oder dem Bauverwaltungsamt als Herberge, ihr Alter wird auf 50 Jahre geschätzt. Inzwischen sind die Böden marode, Undichtigkeiten gibt es oben und unten.

Görnert erlebte auch die Lebensmittelausgabe an Tafelkunden. "Ich sehe hier engagierte Mitarbeiter, die mit viel Empathie das Projekt mit Leben füllen." Die Tafel sei für die Stadt ein Aushängeschild und ein wichtiger Baustein im sozialen Netz. "Wir dürfen die Situation nicht dramatisieren. Noch ist der jetzige Tafel-Standort funktionstüchtig. Wir warten aber nicht, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist", betonte der Beigeordnete, der mit dem Tafelverein eine Lösung finden will.

Im Raum steht der von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Standort im Türkischen Kulturzentrum an der Thomas-Mann-Straße (wir berichteten). Einen Blick auf die Pläne hat der Tafel-Vorstand bereits geworfen. "Das ist dort nicht einfach zu lösen. Jeder Bereich an der Thomas-Mann-Straße ist nur über Treppen zugänglich", sagte Brigitte Krips, die zurückhaltend blieb und auf die Zahlen aus der Praxis verwies: Die Tafel verzeichnet 200 bis 220 Lebensmittelausgaben pro Woche, im gleichen Zeitraum transportieren die ehrenamtlichen Helfer 300 Kisten, deren Gesamtgewicht sich auf knapp drei Tonnen summiert. Eine neue Herberge für die Tafel müsste 350 Quadratmeter haben (zurzeit sind es 250 plus Nebenflächen), dazu kämen Parkmöglichkeiten mindestens für die acht bis zehn Tafelmitarbeiter, sagte Krips und umriss damit die Rahmenbedingungen. "Und das Ganze muss barrierefrei sein. Letztlich haben wir auch Kunden mit Rollator oder Rollstuhl", sagte die Tafelvorsitzende, was Görnert nickend bestätigte: "Ein Lebensmittelmarkt ist ja genauso barrierefrei."

"Wir müssen gemeinsam die Option an der Thomas-Mann-Straße besichtigen", sagte Brigitte Krips. Das versprach Stefan Görnert mit weiteren Verwaltungs- und Tafelvertretern zu tun.

(sng)
 
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