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Wermelskirchen
Motorrad-Raser nerven weiter die Anwohner

Wermelskirchen. Die Landstraßen 101 und 409 sind abschnittsweise zu Rennstrecken auswärtiger Motorradfahrer geworden. Statt durchgehend Tempo 50 können sie bis zu Tempo 100 fahren - was ausgenutzt wird. Zum Leidwesen der Anwohner. Von Udo Teifel

Bei schönem Wetter sollten Fußgänger wie auch Radfahrer die Landstraße 409 rund um Halzenberg meiden. Sie ist bis Laudenberg zur Rennstrecke geworden. "Immer wieder sehe ich auswärtige Motorradfahrer, besonders aus dem Ruhrgebiet, die in Halzenberg in Höhe des Kinderheims wenden und erneut die kurvenreiche Strecke fahren. Ein-, zwei-, dreimal ist schon fast normal", erzählt Günter Mikoleizig am "Bürgermonitor" unserer Redaktion.

Als er einmal von Halzenberg nach Altenhof mit dem Rad fuhr und wegen der stark beschädigten Seitenränder nicht ganz rechts fuhr, wurde er von Motorradfahrern, übrigens mit Helmkamera, angehalten und aufgefordert, er möge weiter rechts fahren. Sonst könnten sie die Kurven nicht optimal fahren. Viele fahren über die bergische Route - Altenberg - Luchtenberg - Osminghausen - Halzenberg. Miokoleizig kritisiert, dass in den Hofschaften Tempo 50 gilt, dann aber die Motorradfahrer aufdrehen könnten. "Sie beschleunigen, was oft einen Höllenlärm macht." Besonders gefährdet sind Anwohner der Landstraßen, wo keine geschlossenen Ortschaften ausgewiesen sind. Betroffene Anwohner hätten ihm berichtet, dass immer wieder Kradfahrer durch Limmringhausen führen und danach richtig aufdrehten - und in Lüdorf sicher nicht auf Tempo 50 runterbremsen. "Hier muss etwas geschehen", fordert Mikoleizig. Er wirkt inzwischen im Workshop "Motorradlärm" der Stadtverwaltung mit, der im Rahmen des Lärmaktionsplans 2016 gegründet wurde. Zwei Treffen hat es vor den Sommerferien gegeben. Brigitte Zemella von der Stadtverwaltung leitet diese Workshops. "Die Teilnehmer haben ihre Ideen eingebracht, wie man den Lärm reduzieren kann." Sie konnten Vorschläge machen, was geändert werden kann oder sollte und dann alle Themen nach Prioritäten einordnen. Details wollte sie nicht nennen, denn die Ergebnisse werden jetzt für eine Verwaltungsvorlage ausgearbeitet. Ende September soll die Politik darüber im Fachausschuss diskutieren.

Der Halzenberger ist indes enttäuscht von der Stadtverwaltung. "Das zieht sich alles viel zu lange hin. Es gibt keine Entscheidung", kritisiert Mikoleizig. Die Gruppe der Mitwirkenden in diesem Workshop erwarte von Politik und Stadtverwaltung, dass bis zur nächsten Motorradsaison, als bis zum Frühjahr 2018, etwas passiere. "Hier ist eine Entscheidung längst überfällig."

Denn: Die Motorradfahrer seien "egoistisch und nicht einsichtig". "Sie wollen nur ihren Spaß haben - und das auf unsere Kosten", meint Mikoleizig. Er berichtet auch von Anwohnern der betroffenen Hofschaften, dass sie mehrfach Eingaben an die Stadt gemacht hätten - es habe keine Reaktion gegeben. "Wer heute auf den einschlägigen Seiten im Internet unterwegs ist, sieht Motorradfahrer auf den betroffenen Straßen - sie fahren so, als gehöre die Straße ihnen allein." In Halzenberg gibt es aber noch weitere Gefährdungspunkte: Während der Woche seien Schwerlaster unterwegs, im Sommer landwirtschaftliche Fahrzeuge. Im Sommer kämen auch noch Radfahrer hinzu. "Hier muss sich die Stadt, sicher im Zusammenwirken mit dem Straßenbaulastträger, etwas einfallen lassen."

Der erste Schritt nach seiner Einschätzung wäre ein durchgehendes Tempolimit von 50 Stundenkilometer auf der L 101 und der 409 - um so wenigstens die Raser zu zügeln.

Quelle: RP
 
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