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Wermelskirchen
Motorradlärm - Messungen zeigen, wo es zu laut ist

Wermelskirchen. Beauftragtes Büro stellte Ergebnisse der Politik vor. Von Solveig Pudelski

Es ist immer wieder ein Ärgernis für Anwohner entlegener Ortschaften: Bei schönem Wetter brummen ganze Gruppen von Motorradfahrern vorbei. Das Bergische Land ist mit seinen Steigungen und den kurvenreichen Straßen auch bei Bikern aus dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene ein beliebtes Ziel für Touren. Damit steigt der Lärmpegel auch in Wermelskirchen. Und die Nerven der Anwohner liegen blank. Das Problem soll nun angegangen werden.

2016 beschloss der Stadtrat einen Lärmaktionsplan mit dem Ziel, Lärmbelästigung zu senken. Wie hoch die Werte sind, sollten Lärmmessungen an verschiedenen Punkten aufzeigen. Die Ergebnisse aus den Jahren 2016 und 2017 stellte Dr. Hartmut Ziegler von der Verkehrsconsult GmbH in Aachen in der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Bau vor. "Acht Fahrzeugarten wurden gezählt. Die Motorräder verursachen nicht die höchsten Lärmwerte, das sind Busse. Aber Motorradfahrer stellen die größte Gruppe dar", sagte Ziegler.

Eine Erkenntnis nach den Messungen der Lärmemissionen: Hohes Tempo bedeutet nicht gleichzeitig höhere Lärmwerte. Das fiel besonders am Neuhauser Berg in Dhünn (Zählstelle 4) auf, wo hohe Schallwerte bei geringem Tempo gemessen wurden. Anders sieht das in Lüdorf (Zählstelle 14) aus: Dort steigen ab Tempo 50 die Dezibel-Werte stark an. Die Ergebnisse der Messstellen fallen ohnehin recht unterschiedlich aus. An der Zählstelle 31 in Osminghausen an der K 14 wurden die höchsten Schallmaximalwerte gemessen. In Eipringhausen (Zählstelle 6) wurden tagsüber hohe und gleichbleibende Schallwerte gemessen, aber es gibt starke Unterschiede zwischen Tag- und Nachtwerte. Insgesamt betrachtet geht's vor allem an Wochenenden laut zu, wie Hartmut Ziegler anhand von Kurvendiagrammen demonstrierte.

Was soll gegen das Motorendröhnen unternommen werden? Sogenannte Dialog-Displays sollen aufgestellt werden. "Zwei Displays haben wir bereits bestellt", sagte Tiefbauamtsleiter Harald Drescher in der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Bau. Außerdem soll in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Motorradlärm ein Informationstag veranstaltet werden. Die Kreispolizei werde an zwei Standorten große Plakate aufhängen, die Motorradfahrer sensibilisieren.

An den Messpunkten gebe es keine Unfallhäufigkeit, sagte Thomas Marner, Technischer Beigeordneter auf Nachfrage. Ausschussvorsitzender Martin Bosbach (CDU) sieht Handlungsbedarf. Der Ausschuss solle gegenüber dem Minister bekunden, dass über den gesetzlichen Weg etwas gegen den Motorradlärm unternommen werden müsse.

Quelle: RP
 
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