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Wermelskirchen
Müßener tritt aus - AfD verliert Fraktionsstatus

Wermelskirchen. Das Ratsmitglied nennt als Grund die Zusammenarbeit mit Karl Springer, "die nicht mehr gut war".

Ratsmitglied Andreas Müßener hat bei einem Treffen des Ortsverbandvorstandes seinen Austritt aus der AfD-Fraktion erklärt. Das teilte der Vorstand gestern mit. Damit verliert die AfD im Stadtrat ihren Fraktionsstatus. Diesen hatte sie nach der Kommunalwahl 2014 erhalten, weil sie mit Müßener und Karl Springer die Mindestzahl von zwei Ratsmitgliedern stellte. Das ist durch den Austritt nun hinfällig. Andreas Müßener wird sein Ratsmandat aber behalten, betonte er auf BM-Anfrage. Müßener und der bisherige Fraktionsvorsitzende Springer werden künftig als Einzelmitglieder dem Stadtrat angehören. Müßener will laut eigenen Angaben auch Mitglied der Partei bleiben.

Was ist der Grund für den Austritt aus der Fraktion? Müßener und Springer halten sich bedeckt. "Die Zusammenarbeit lief einfach nicht mehr optimal", sagte Müßener. Der Austritt sei natürlich ein Rückschritt, gab er zu. Karl Springer bestätigte, dass die Zusammenarbeit "nicht gut war". Er bedauere Müßeners Schritt, "das erschwert natürlich die politische Arbeit vor Ort". Die Arbeit im Ortsverband werde aber auch ohne Müßener weitergehen, stellte Springer klar.

Er glaube zudem nicht, dass die Querelen in der AfD auf Bundesebene ein Grund für Müßeners Entscheidung gewesen waren. "In diesem Bereich gibt es bei uns keine großen Differenzen", sagte Springer. Müßener gab allerdings zu, dass Unruhe auf Bundesebene immer auch auf den Ortsverband übergreife. "Es hängt alles irgendwie zusammen." Er habe sich vor Kurzem dem Verein "Weckruf 2015" angeschlossen, den Parteichef Bernd Lucke und weitere Vertreter des liberal-konservativen Flügels gegründet hatten, um die Nationalkonservativen in der AfD zu isolieren.

Andreas Müßener wollte gestern nicht ausschließen, dass man sich in Zukunft wieder annähern und einen gemeinsamen Nenner für eine Zusammenarbeit finden könnte. "Wenn auf Bundesebene wieder Ruhe einkehrt, wäre ich offen für einen Neustart in Wermelskirchen", sagte er.

Der Vorstand des AfD-Ortsverbands bedauert Müßeners Entscheidung und sprach Karl Springer gleichzeitig das volle Vertrauen aus, teilte Hans-Joachim Lietzmann mit. Auch die Verschiebung des Bundesparteitags sei mit Bedauern zur Kenntnis genommen worden. Lietzmann: "Der Ortsverband schließt nicht aus, dass die Trends in der Bundespartei auch unmittelbare Auswirkungen auf die AfD Wermelskirchen haben könnten." Der Ortsverband plant im Anschluss an den Bundesparteitag Ende Juni ein öffentliches Treffen, auf dem über die Arbeit auf Bundesebene und vor Ort diskutiert werden soll.

Bei der am 13. September anstehenden Bürgermeisterwahl wird die AfD definitiv keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, betonte Lietzmann. "Diese Option wird nicht weiter verfolgt." Ob die AfD einen der drei feststehenden Kandidaten (Stefan Leßenich, Rainer Bleek, Marc Dieluweit) unterstützen wird, sei noch nicht entschieden.

(ser)
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