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Wermelskirchen
Musik-Tour sorgt für volle Kneipen

Wermelskirchen: Musik-Tour sorgt für volle Kneipen
Nachdem die Lichter im "Haus Eifgen" wegen des Konkurses des Vorpächters zur Musik-Tour im vorigen Jahr ausgeblieben waren, war das Traditionshaus dank des Engagements der Kulturinitiative in diesem Jahr wieder mit von der Partie. Dort spielte die "Open Blues Band". FOTO: Moll Jürgen
Wermelskirchen. 18 Kneipen und Restaurants machten am Samstagabend bei der zehnten Musik-Tour mit; überall gab es Livemusik und volle Häuser. Die Zuhörer konnten mit drei Shuttlebusse alle Lokalitäten anfahren. Die Aktion kam wieder bestens an. Von Stephan Singer

Ein ebenerdiges Fenster zu öffnen und dort hinauszuklettern, ist nicht die feine Art. Allerdings ging es in der Gaststätte "Am Bahnhof" bei der Wermelskirchener Musik-Tour um kurz nach Mitternacht kaum anders. Hatten sich doch so viele Menschen in die Kneipe gedrängt, dass ein Vor oder Zurück kaum mehr möglich war. Die zehnte Auflage der Musik-Tour belegte eindeutig: Es gibt einen Abend in Wermelskirchen, der über den Kirmes-Matineemontag hinaus für einen Ausnahmezustand in der Stadt sorgt. Das "Kneipen-Sterben" geht dabei an der Musik-Tour nicht schonungslos vorbei: Die Jubiläumsausgabe der Musik-Tour musste erstmals seit Bestehen der Veranstaltung mit weniger als 20 Spielstätten auskommen.

Dass in den Gaststätten vor allem viele alte Bekannte in die Saiten griffen, ans Mikrofon traten, in die Tasten oder auf die Pauke hauten, schien das Publikum keineswegs zu langweilen - die Wirte setzten mit den Buchungen der Musiker zumeist auf Altbewährtes, und die Besucher sprachen diesem wenig abwechslungsreichen Gebaren gerne zu. So war die gebürtige Wermelskirchenerin Annekatrin Conrads, die seit acht Jahren in Köln wohnt, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährtes Kruno Cosic aus Ludwigshafen und Freundin Saskia Tünker - die gebürtige Kölner lebt inzwischen in Wermelskirchen - zur Musik-Tour gekommen. Für das Trio war klar: "Wir lassen in Wermelskirchen keine große Veranstaltung aus. Wenn hier etwas los ist, dann muss man das genießen." Saskia Tünker fügte an: "Das ist doch toll, dass in Wermelskirchen auch nach 20 Uhr mal Leute auf der Straße sind." Kruno, Annekatrin und Saskia wussten genau, wo sie im Laufe des Abends noch hin wollten: "Wir gehen auf jeden Fall noch in die Restaurants ,Balkan' und ,Dimitra' - da ist immer ein Riesen-Spaß angesagt."

Im "Balkan" traten die "Party-Colonias" auf und sorgten für eine Gaudi. Im "Dimitra" ging es traditioneller zu: Zafiria, Georgios und Christos Tsipuridis begeisterten mit griechischen Folklore-Klängen.

Sandra und Heike aus Wermelskirchen hatten mächtig Spaß beim Auftritt von "Rumba-America" mit Salsa, Lambada und Rumba im Centro Espanol. FOTO: J. Moll

Wie dem Platzmangel in der Gaststätte einigermaßen Herr zu werden war, zeigten viele Teilnehmer der Musik-Tour, indem sie mit Pavillons und/oder Imbissbuden das rege Treiben auch vor die Tür verlagerten: Jugendcafé, "ToscAnna" oder die "Centrale" griffen zu dieser Lösung - an letztgenannter Station standen die Besucher zeitweise bis auf die Kölner Straße. Selbst an der Hauptstelle der Stadtsparkasse an der Telegrafenstraße dürfte sich die Musik-Tour bemerkbar gemacht haben, denn an den Geldautomaten bildeten sich zeitweilig Warteschlangen.

Wer meint, das spanische Kulturzentrum sei in den zurückgelegenen Häuserzeilen "ab vom Schuss", musste sich eines Besseren belehren lassen: Von Beginn der Musik-Tour an gehört das "Centro Espanol" zu den Teilnehmern der Musik-Tour und will das auch bleiben, wie Kulturvereinmitglied Manuel Lopez-Rodriguez beim Bierzapfen erzählte: "Das hat sich so eingebürgert. Viele Besucher kommen jedes Jahr wieder. Wir sind hier multi-kulti. Zu uns kommen Spanier, Türken, Italiener, Portugiesen und genauso jede Menge Deutsche." Im spanischen Zentrum tanzten die Gäste zu den lateinamerikanischen Rhythmen der Band "Rumba-America".

Den imaginären "Pokal" für die "beste Band" des Abends dürfen sich Toto Löhnert (Gesang, Gitarre), der gemeinsam mit Jonas Dubowy (Keyboards, Gesang) ein illustres Duo in der Gaststätte "Am Bahnhof" bildete, sowie "Till und die Altobellis", die im "Bistro Katt" auftraten, teilen. Letzteres Quartett durfte sich sogar darüber freuen, das "Rockpalast"-Gründer Peter Rüchel zu den Konzertbesuchern zählte.

Quelle: RP
 
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