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Gastbeitrag Pfarrerin Almuth Conrad
Mutige Frauen als Zeuginnen für die Kraft der Hoffnung

Gastbeitrag Pfarrerin Almuth Conrad: Mutige Frauen als Zeuginnen für die Kraft der Hoffnung
Almuth Conrad ist Pfarrerin für den Bezirk Burg/Hünger. FOTO: Moll
Wermelskirchen. Mutige Frauen und Ostern: Da fallen mir als erstes die Frauen ein, die bei dem sterbenden Jesus am Kreuz ausharren und ihn in seiner schwersten Stunde nicht im Stich lassen. Dieselben Frauen sind es, die am ersten Ostermorgen zum Grab gehen.

Sie werden die ersten Zeuginnen der Auferstehung Jesu, also der Tatsache, dass der, den sie am Kreuz elend haben sterben sehen, nicht im Tod geblieben ist.

Eine weitere Frau beschäftigt sich schon viel früher mit der Frage nach Tod und Auferstehung: Martha, die Schwester des Lazarus. Er war nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Martha und ihre Schwester Maria hatten ihren Bruder gepflegt und rechtzeitig zu Jesus geschickt mit der Bitte, ihrem Bruder das Leben zu retten. Als Freundinnen Jesu hatten sie alle Hoffnung auf ihn gesetzt. Doch Jesus kommt nicht - jedenfalls nicht rechtzeitig, sondern erst vier Tage zu spät. Als Martha erfährt, dass Jesus auf dem Weg zu ihrem Haus ist, geht sie ihm entgegen. Sie konfrontiert ihn mit ihrer Trauer und Enttäuschung. Im Gespräch zwischen den beiden gewinnt Martha schließlich die Zuversicht, dass ihr verstorbener Bruder bei Gott im Tod gut aufgehoben ist. Sie begreift, dass Auferstehung nicht Rückkehr in das bisherige Leben bedeutet. So findet sie ihren Frieden.

Ich kenne mutige Frauen wie Martha und Jesu Begleiterinnen in Sterben und Tod: Frauen, die ihren Lieben Gutes tun, solange es in ihrer Macht und Möglichkeit steht. Frauen, die sich trauen, ihre Trauer zu leben, sich an Gott zu wenden mit ihrer Enttäuschung, ihrem Schmerz und ihrer Hoffnung auf Frieden für ihre Seelen. Mit großem Respekt darf ich miterleben, wie sie zulassen, dass in der Trauer neues Leben Raum gewinnt.

Der Glaube an die Auferstehung gibt ihnen die Kraft dazu. So werden mutige Frauen auch heute zu Zeuginnen für die Kraft der Hoffnung, die uns Christinnen und Christen trägt und dazu befähigt, den Tod als Teil des Lebens anzunehmen ohne ihm das letzte Wort über uns einzuräumen.

Quelle: RP
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