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Wermelskirchen
Nachfrage groß nach Wirtschaftsabi

Wermelskirchen. Da wurden "Überstunden" fällig: Eigentlich war der sogenannte "Beratungssamstag" am Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen in den Vormittagsstunden zwischen 9 und 12 Uhr angesetzt. Der Andrang der Interessenten war jedoch so groß, dass um die Mittagszeit noch Warteschlangen vor dem Sekretariat standen.

Verwaltung und Lehrerkollegium nahmen sich die Zeit, um alle Anfragen und Anmeldungen entgegenzunehmen.

Ein Grund für das rege Interesse bereits zum Startschuss der Anmelde-Zeit für das kommende Schuljahr 2016/2017 ist das Abitur. Ab dem neuen Schuljahr bietet das Berufskolleg nämlich einen dreijährigen Bildungsgang an, der zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife führt. Der Bedarf dafür ist da: Bereits nach nur zwei Tagen der Beratungszeit liegen dem Berufskolleg elf Anmeldungen vor, 22 sind nötig um eine Gymnasium-Klasse einzurichten.

"Die Klasse wird voll werden", ist sich Schulleiterin Sylvia Wimmershoff sicher. "Wir freuen uns über das rege Interesse. Letztlich hat der Schul-Entwicklungsplan den Bedarf dafür festgestellt."

Mit dem Berufskolleg-Abitur lässt sich nach dem Bestehen der zentralen Prüfungen jedes Fach an jeder beliebigen Universität studieren, der Schwerpunkt des Beruflichen Gymnasiums liegt allerdings im Bereich Wirtschaft und Verwaltung ("Wirtschaftsgymnasium"): Betriebswirtschaftslehre ist für alle Absolventen ein Leistungskurs. "Beispielsweise für jemanden, der eine kaufmännische Laufbahn anstrebt, ist das ideal", weiss Wimmershoff. Die Schulleiterin sieht in der Niederschwelligkeit des Angebots einen der größten Vorteile, wie sie auch aus den Beratungsgesprächen ablesen kann: "Wer mit einem entsprechend guten Notendurchschnitt von der Haupt- oder Realschule auf das reguläre Gymnasium wechselt, hat es nicht einfach - man kommt in eine bestehende Gruppe und fühlt sich verloren. Das ist bei uns anders."

Eltern und Schüler beschäftige verständlicherweise die Frage: "Was ist, wenn es nicht klappt?" Und da könne gerade das Berufskolleg diverse Alternativen bieten, ohne dass die Schule verlassen müssten: Dann stünden eben die Fachhochschulreife, die höhere Handelsschule oder die Fachoberschule offen. "Diese Vielfalt und Durchlässigkeit im System - es lässt sich eben leichter von unten nach oben durchsteigen - sind unsere Stärken", betont Wimmershoff, die das Gymnasium am Berufskolleg als zusätzliches Angebot innerhalb der Schullandschaft und nicht als Konkurrenz zum regulären Gymnasium verstanden wissen will.

(sng)
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