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Wermelskirchen
Nachlässigkeiten machen es Taschendieben einfach

Wermelskirchen. Ein kurzer Blick ins Regal, ein kleiner Rempler im Gedränge, ein vermeintlicher Passant, der nach dem Weg fragt. Wenn sich Taschendieben eine günstige Gelegenheit bietet, schlagen sie gnadenlos zu. "Jede nur erdenkliche Möglichkeit wird von den Tätern ausgenutzt", weiß auch Gundhild Hebborn vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizei Rhein-Berg. Von Markus Plüm

Daher stellte sich die Kriminalhauptkommissarin gemeinsam mit zwei Kollegen gestern auf den Wermelskirchener Wochenmarkt, um über die Vorgehensweisen der Täter aufzuklären und den Bürgern wertvolle Tipps zum Selbstschutz an die Hand zu geben. "Man ist gut beraten, sich permanent Sicherheitsroutinen anzugewöhnen. So kann man jede Menge Gefährdungen von sich fernhalten", sagt Hebborn.

Wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigen die Zahlen. "Bis November wurden in 2015 zwar nur 17 Taschendiebstähle in Wermelskirchen zur Anzeige gebracht, die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher liegen. Viele schämen sich, Opfer von Taschendieben geworden zu sein und bringen einen Fall daher erst gar nicht zur Anzeige." Grundsätzlich sei Wermelskirchen aber ein sicherer Ort, kreisweit seien die gemeldeten Diebstahlszahlen sogar leicht zurückgegangen - 203 waren es bis November. Im Vergleich: 213 Delikte wurden im Jahr 2014 angezeigt.

Daher appelliert Hebborn an die Bürger, jede Tat auch wirklich bei der Polizei anzuzeigen. "Jeder kann sich daran beteiligen, Wermelskirchen zu einem noch sichereren Ort zu machen." Vor allem die ersten Minuten nach einem Diebstahl seien die Wichtigsten. "Es sollten sofort sämtliche Karten und Papiere als gestohlen gemeldet und gesperrt werden. Denn die Täter sind schneller damit am Bankautomaten oder mit geklauten Schlüsseln im eigenen Haus, als man glaubt."

Daher rät Hebborn dazu, grundsätzlich nur das Nötigste mit aus dem Haus zu nehmen. "Ich sollte mir gut überlegen, was ich wirklich für meinen Einkauf brauche. Wenn ich ohne Auto unterwegs bin, kann ich den Führerschein zu Hause lassen. Und manchmal wundert man sich, wie viel Geld manche Menschen im Alltag mit sich führen."

Weitere gern gemachte Fehler wie die Nutzung des Einkaufswagens als Ablage fürs Portemonnaie oder die Mitführung von Wertsachen im Rucksack lüden potenzielle Täter förmlich ein. "Das ist manchmal einfach nur pure Bequemlichkeit und hochgradig fahrlässig", berichtet Hebborn aus ihrer langjährigen Erfahrung. "Denn die Täter - die übrigens meistens in Gruppen arbeiten - sind professionell und geschickt. Sie beobachten ihre Opfer vorher minutenlang und merken genau, wann jemand nachlässig ist. Dann schlagen sie zu."

Daher gibt sie folgende Tipps: Wertsachen immer nah am Körper tragen, wichtige Papiere und Karten möglichst getrennt voneinander aufbewahren, verschließbare Innentaschen nutzen und Taschen sowie Rucksäcke im Gedränge grundsätzlich vor dem Körper tragen.

Quelle: RP
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