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Kinderstadt
Nachwuchs erkundet die DLRG-Station

Kinderstadt: Nachwuchs erkundet die DLRG-Station
Gut ausgerüstet kamen die Mädchen und Jungen der Kinderstadt gestern an der DLRG-Station an der Bever-Talsperre in Hückeswagen an. FOTO: peter meuter
Wermelskirchen. 13 Mädchen und Jungen machten sich gestern mit ihren Betreuern in zwei Bussen auf den Weg nach Hückeswagen. An der Bever-Talsperre standen verschiedene Rettungswagen, außerdem probierten die Kinder Rettungshilfen aus. Von Walter Schubert

Wermelskirchen Auch durch niedrige Temperaturen und Regen ließen sich die Kinder nicht abschrecken. 13 Mädchen und Jungen hatten im Reisebüro der Kinderstadt einen Ausflug zur DLRG-Station an die Bever gebucht. "Es ist gebucht, es ist bezahlt - also fahren wir auch", lautete die Devise. "Alle in einer Reihe aufstellen", rief Betreuerin Tanja Schöneweiss - und dann wurden Brötchen für den Ausflug vorbereitet und verteilt. Es gilt vieles zu bedenken, denn die Kinder sollen sicher transportiert werden. Kindersitze oder Sitzauflagen waren Pflicht, als alle in den beiden Bussen Platz nahmen.

Die Mitarbeiter der DLRG-Ortsgruppen Hückeswagen und Wermelskirchen erwarteten die Betreuer Jan Aßmann und Silke Ehrentraut und die Kinder an der Station direkt am Ufer der Bever-Talsperre. Verschiedene Rettungswagen waren aufgebaut - und zum Glück auch ein großes Zelt, denn es regnete in Strömen. DLRG-Mitarbeiter Sven Bosselmann erklärte die Einsatzfahrzeuge und zeigte die vielen Geräte, die für Rettungsaktionen nötig sind.

Chris (8) strahlte übers ganze Gesicht, als er eine professionelle Weste und einen Helm ausprobieren durfte. Doch die Aufmerksamkeit für Technik oder Theorie hielt nicht lange an. "Dürfen wir auch schwimmen?" und "Dürfen wir auch gerettet werden?" fragten die Kinder.

"Wasser übt eine große Anziehungskraft auf Kinder aus", sagte Uwe Feldges, Ortsgruppenleiter aus Wermelskirchen. "Die Gefahren werden leider oft übersehen".

Obwohl es draußen eher herbstlich war, hatte die Bever eine Wassertemperatur von 21 Grad. "Wenn die Kinder planschen, schwimmen und sich bewegen wird es auch nicht kalt", sagte Bosselmann. Und so stürzten sich die Kinder ins Wasser, nahmen ein Schlauchboot in Besitz und probierten verschiedene Rettungshilfen aus. "Alle können angeblich schwimmen, wir haben extra nachgefragt", sagte Ehrentraut. Den Begriff "schwimmen können" sehen die DLRG-Mitarbeiter kritisch. "Die Kindergrundausbildung mit dem 'Seepferdchen' reicht nicht aus", sagten sie. "Schwimmen kann der, der sich 15 Minuten am Stück sicher im Wasser bewegen kann".

Sie berichteten, dass das Gefahrenbewusstsein bei Kindern und vielen Eltern fehlt. Da die DLRG viele Schwimmkurse anbietet, kennen sich die Mitarbeiter aus. "Wir haben in den zweiten Klassen aktuell 50 bis 60 Prozent Nichtschwimmer. Das können wir mit unserem Angebot kaum auffangen. In Wermelskirchen gibt es derzeit eine Warteliste von 60 Kindern", sagte Feldges. Und er berichtete von DLRG-Infoveranstaltungen. "Außer der Presse ist niemand gekommen", sagte er enttäuscht. "Das geringe Interesse der Eltern ist mir unverständlich". Verstärkt wird das Problem durch Flüchtlinge. "Vielen ist Wasser als Spaßfaktor völlig unbekannt, und so können die meisten auch nicht schwimmen", sagte Feldges.

Nach dem Wasserspaß gestern ging es für die Kinder unter die Dusche, dann gab's einen Kakao. "Und dann sind alle ein bisschen müde und nicht so aufgedreht wie am Anfang", sagte Silke Ehrentraut. www.wermelskirchen.dlrg.de

Quelle: RP
 
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