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Wermelskirchen
Närrischer Frohsinn im Gemeindezentrum

Wermelskirchen. Völlig aus dem "Häuschen": Jecke Frauen bei der ausverkauften "Flotten Hexen"-Sitzung. Von Stephan Singer

Mit knapp 260 Tickets war die Weiberfastnachts-Sitzung der "Flotten Hexen" aus St. Michael bereits vor den Sommerferien im vergangenen Jahr restlos ausverkauft. Dementsprechend zeigte sich am späten Nachmittag die Stimmung im evangelischen Gemeindezentrum am Markt - da herrschte närrische Altweiber-Ausgelassenheit, wie sie gestern in Wermelskirchen ihresgleichen suchte.

So sahen das auch ein "weiß-blauer Kapitän" und ein "rot-weißer Kölsch-Kölner", Anke Hupperich (48 Jahre) und Mutter Inge (69): "In Wermelskirchen gibt's ja sonst an Altweiber keine gute Feier. Wir sind jedes Mal bei der ,Flotten Hexen'-Sitzung. Wir feiern eben gerne vor Ort, dann müssen wir nicht fahren." Im Kreise von zehn Damen (Inge Hupperich: "Die Männer müssen heute zuhause bleiben!") hatten Mutter und Tochter sichtlich jede Menge Spaß.

Zum fast fünfstündigen Programm, das der Verein der "Flotten Hexen" unter dem Motto "Em Himmel ess d'r Düwel loss" organisierte, war der Saal standesgemäß "aus dem Häuschen". Bereits zu Beginn sangen die Närrinnen und vereinzelte Narren im Publikum lautstark den Höhner-Song "Jetzt geht's los" mit, da wurde geklatscht, geschunkelt und aus voller Brust gejubelt, was "das Zeug hielt".

Die Moderatorinnen Helga Schröder und Gaby Trebes (Vorsitzende der "Flotten Hexen") trugen dazu ihren Teil bei: "Achtung, ein katholischer Witz. Was passiert, wenn eine Nonne mit einem Berliner ins Bett geht?" Antwort: "Es gibt Krümmel im Bett!" Gar nicht mehr von der Bühne lassen wollten die Moderatorinnen das Tanzcorps Grün-Weiß Schlebusch aus der "chemisch gereinigten Stadt Leverkusen" (Helga Schröder).

Helga Schröder zog es im Laufe des Programms sogar als "Alter Besen" in die Bütt, bevor die "Besengarde" der Karnevalsgesellschaft St. Michael in einem Sketch das stadtbekannte, ehemalige Büdchen vom Markt, das inzwischen im Museum Lindlar steht, schmerzlich vermissten. Ebenfalls in der Bütt gefeiert: Udo Wien als "Ein Mann für alle Fälle", Winfried und Erhard Miotk als "De Bröder", das Homburg-Trio und Beate Miotk als "Hella Wahnsinn" ("Letztes Jahr wollte ich zehn Kilo abnehmen, jetzt fehlen mir noch 15!"). Neben der Tanzgarde war das Männerballett der Dhünnschen Jecken für die Altweiber eine besondere Augenweide. Und auch der Klerus sicherte sich als Pastoral-Team eine kräftige Rakete: Als Quartett enterten Pastor Michael Knab, Pfarrer Bernhard Kerkhoff, Gemeindereferentin Monika Eschbach und Pastoralreferent Stefan Haas die ansonsten eher evangelisch geprägte Bühne.

Quelle: RP
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