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Wermelskirchen
Netzwerk-Arbeit bereichert

Wermelskirchen: Netzwerk-Arbeit bereichert
Die Netzwerkerinnen (v.l.) Ulla Buhlmann, Anke Kerp (beide sitzend), Kerstin Merten, Ulla Hybel-Wagner. FOTO: sng
Wermelskirchen. 30 Unternehmerinnen engagieren sich im Netzwerk "Vielfalt". Es wurde vor drei Jahren gegründet. Vielen Mitgliedern ist der offene und ehrliche Austausch unter Frauen wichtig. "Wir sprechen dieselbe Sprache", heißt es. Von Cristina Segovia-Buendía

Weil ihnen bestehende Netzwerke zu starr waren, gründeten Unternehmerinnen in Wermelskirchen vor drei Jahren ihr eigenes. Mittlerweile zählt "Vielfalt - Frauen im Netzwerk" rund 30 Mitglieder zwischen 30 und 74 Jahren aus unterschiedlichen Branchen, die sich im Austausch miteinander gegenseitig stärken.

"Es ist einfach spannend, sich mit Frauen über verschiedenen Themen und Probleme auszutauschen", sagt Anke Kerp. Die 54-jährige Leiterin einer Agentur hat es in ihrem beruflichen Alltag meist nur mit Männern zu tun. Das sei zwar auch interessant, aber sie habe - auch durch das Netzwerk - erkannt, dass Frauen mit gewissen Themen ganz anders umgehen. Beispielsweise in puncto Mitarbeiter. "Da sind Männer beispielsweise sehr viel konsequenter, denken eher an das Unternehmen, als an den Menschen. Wir Frauen tun uns viel schwerer damit, jemanden abmahnen oder sogar entlassen zu müssen. Wir machen uns sehr viel mehr Gedanken um die Situation des Betroffenen."

Dass es beispielsweise auch ganz normal ist, Bewerber im eigenen Geschäft erst einmal nur Probearbeiten zu lassen, dieses unternehmerische Selbstverständnis hat die langjährige und eigentlich auch sehr erfahrene Apothekerin Ulla Buhlmann (59) auch erst dank des Netzwerks dazu gewonnen. "Für mich war das immer ganz unangenehm, Bewerber so unverbindlich Probearbeiten zu lassen, doch im Austausch mit den Netzwerkmitgliedern aus anderen Branchen, habe ich festgestellt, dass das ganz normale Praxis ist."

Eben dieser offene und ehrliche Austausch miteinander, auf Augenhöhe zwischen verschiedenen Unternehmerinnen und Führungspersönlichkeiten, macht die Netzwerkarbeit für die Frauen so interessant und bereichernd. Außerdem ist die Teilnahme an den regelmäßigen Treffen freiwillig, ein Unterschied zu den meisten anderen Netzwerken, die starren Regeln folgen. "Wenn es mal terminlich nicht passt, dann ist es kein Zwang dabei zu sein", erklärt Kerp. Doch nicht nur darin erkennt Maklerin Kerstin Merten den Vorzug an "Vielfalt": "Ein reines Frauennetzwerk hat den Vorteil, dass wir hier alle dieselbe Sprache sprechen. Bei Männern habe ich manchmal das Gefühl, das nicht so richtig ankommt, was ich eigentlich meine, und hier habe ich damit keine Probleme", sagt die 55-Jährige.

"Es ergeben sich auch einfach andere Themen in einem reinen Frauennetzwerk, weil wir als Frauen und Unternehmerinnen auch ganz andere Verpflichtung als unsere männlichen Kollegen haben", gibt die selbstständige Heilpraktikerin Ulla Hybel-Wagner (55) zu bedenken. "Wir müssen mit Familie und Beruf viel mehr unter einen Hut bekommen, während sich Männer meist verstärkt um ihre Karriere kümmern können."

Doch das Netzwerk, das sich jeden zweiten Dienstag im Monat in unterschiedlichen Lokalitäten trifft, will sich nicht nur intern stärken, und durch qualifizierte Vorträge und Workshops selbst weiterbilden. Sie wollen auch kompetente Ansprechpartnerinnen für andere Frauen sein, die beschließen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Schließlich steht ihnen hier, mit langjährigen Unternehmerinnen, ein reichhaltiger Erfahrungsschatz zur Verfügung. "Es gibt zwar Beratungsangebote für Existenzgründer, aber da erzählt einem ja auch nie jemand das komplette Ausmaß dieser Entscheidung", sagt Buhlmann. "Selbstständigkeit bedeutet nämlich tatsächlich, immer selbst und ständig dabei zu sein." Für interessierte Unternehmerinnen und neue Mitglieder ist das Netzwerk stets offen.

Weitere Infos und Kontaktdaten zum Frauennetzwerk gibt es unter www.unternehmerinnen-wermelskirchen.de

Quelle: RP
 
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