| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
Netzwerk soll Familien mit kleinen Kindern unterstützen

Wermelskirchen. Die Stadtverwaltung möchte die Lebensverhältnisse von werdenden Eltern und Familien mit kleinen Kindern frühzeitig und nachhaltig verbessern. In diesem Zusammenhang möchte sie in den nächsten Monaten ein Netzwerk für Frühe Hilfen aufbauen.

Damit kommt sie ihrem rechtlichen Auftrag nach. Denn das 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz nimmt die Kommunen in die Pflicht, Eltern bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsrechts und ihrer Erziehungsverantwortung durch ein möglichst frühzeitiges, koordiniertes und multiprofessionelles Angebot zu unterstützen. Die Stadt erhält dafür vom Bund eine finanzielle Hilfe, in diesem Jahr sind es 12.500 Euro.

Nadja Eichhorn aus dem Jugendamt koordiniert diesen Prozess in Wermelskirchen. Ziel des Netzwerks ist, mit einer verbindlichen und systematischen Vernetzung die bestmögliche Unterstützung für Schwangere und Familien mit Kindern unter drei Jahren vorzuhalten. Zentral für die praktische Umsetzung ist laut Eichhorn deshalb eine enge Vernetzung und Kooperation von Institutionen und Angeboten aus folgenden Bereichen: Schwangerschaftsberatung, Gesundheitswesen (Gesundheitsamt, Kinderärzte, Hebammen, Gynäkologen und Geburtskliniken), interdisziplinäre Frühförderung, Kinder- und Jugendhilfe und weitere soziale Dienste (Familienberatung, Suchtberatung).

Der Aufbau eines Netzwerkes Frühe Hilfen gliedert sich in drei Abschnitte.

Babybegrüßung Alle Familien, die ein Kind bekommen haben, können von Nadja Eichhorn persönlich besucht werden. Durch den persönlichen Kontakt werden Beratungsangebote für eine frühzeitige Hilfe leichter zugänglich gemacht, und Eltern können sich über Freizeitangebote informieren. Fast 60 Prozent der angeschriebenen Familien nehmen dieses Angebot wahr.

Neues Internetportal Das Jugendamt baut eine Homepage auf, auf der Vereine ihr Freizeitangebot präsentieren oder sich Ärzte, Hebammen und Beratungsstellen kostenfrei vorstellen können. Dadurch sollen Eltern und auch Fachkräfte die Einrichtungen und ihre Angebote in Wermelskirchen schneller finden. Eichhorn kontaktiert zahlreiche Institutionen - zurzeit sind noch nicht genügend Informationen gebündelt, daher wird das Portal wohl im Frühjahr 2017 freigeschaltet.

Fachtagung Die Stadt organisiert für Mittwoch, 2. November, eine Fachtagung, um den Bedarf der Akteure beim Aufbau des Netzwerks zu ermitteln und die Kommunikation mit den Trägern zu verbessern. 80 Teilnehmer haben sich angemeldet. An der Veranstaltung werden Fachkräfte aus den Bereichen Frühe Hilfen, Familienbildung, Familienzentren, Jugendhilfe und Beratungsstellen sowie Ärzte, Hebammen, Therapeuten, kirchliche Einrichtungen und Vereine teilnehmen.

(ser)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Netzwerk soll Familien mit kleinen Kindern unterstützen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.