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Wermelskirchen
Neuer Wasserschaden in der Polizeiwache

Wermelskirchen: Neuer Wasserschaden in der Polizeiwache
Im Sanitärbereich wurde bereits eine Kernbohrung vorgenommen. Das Ergebnis: Der Erdbereich ist trocken. FOTO: Teifel Udo
Wermelskirchen. Die neue Polizeiwache in Burscheid-Hilgen bleibt noch monatelang eine Baustelle. Seit zweieinhalb Wochen steht wieder Wasser auf dem Estrich. Von Udo Teifel

"Willkommen an Bord!" In den Worten des Wachleiters schwingt jede Menge Sarkasmus mit. Aber was bleibt Andreas Weilermann anderes übrig: Seine neue Polizeiwache in Burscheid-Hilgen ist seit Januar Baustelle. Und wenn er und seine Kollegen großes Pech haben, wird es Winter, ehe sich der Zustand ändert. "Bisher haben wir die Situation mit Humor ertragen. Langsam schlägt es aber in Frust um", sagt Weilermann beim Rundgang durch seine Wache, die im Erdgeschoss eine Baustelle ist.

Am 15. Januar 2016 zog die Polizei von der Telegrafenstraße in Wermelskirchen nach Hilgen in das nagelneue Gebäude. Erbaut nach modernsten Gesichtspunkten. Zwei Wochen später dann die Hiobsbotschaft: Wenigstens 20.000 Liter Wasser waren seit Dezember im Erdgeschoss, wo die Wache, das Herzstück der Polizei angesiedelt ist, unter Fliesen und Estrich geflossen. Ein Trockenbauer hatte im Herbst eine Schraube in eine Platte geschraubt, um etwas zu befestigen - und bohrte damit ein Loch in einen Spülkasten. Als er die Schraube rausdrehte, war noch kein Wasser angestellt. Der Estrich wurde eingezogen, die Räume verfliest. Als dann der Haupthahn aufgedreht wurde, floss das Wasser.

Die Wache zog um ins Obergeschoss, die Umkleideräume der Herren wurden in Container auf den Hof verlegt, die Frauen bekamen Räume im Obergeschoss. Überall waren Löcher in den Estrich gebohrt, um durch ständige Luftzirkulation das Wasser abzuschöpfen. Rigipswände wurden rausgerissen und erneuert, vor drei Wochen erst hat die Wache ihren angestammten Platz wieder bezogen. Der Fußboden aber liegt noch nicht überall.

Und dann wieder Wasser. Entdeckt im Sanitär- und Umkleideraum. Weilermann hat ein Video, wo eine Kollegin mit einem Besen das Wasser zusammenschiebt. "Es kann sich im Moment niemand erklären, wieso erneut Wasser auftritt", sagt Weilermann. Es gebe zwei Theorien: Fremdwasser dringt von außen ins Gebäude, oder es ist immer noch Wasser aus dem ersten Leitungsschaden, dass nach dem Ausbau des Estrichs nun hervortritt. "Damit beschäftigen sich jetzt die Fachleute." Eine Kernbohrung im Bereich der Toiletten hat jedenfalls ergeben, dass der Untergrund unter dem Gebäude trocken ist.

Diese Arbeitsbedingungen gehen den Beamten inzwischen auf die Nerven. Zehn Auszubildende hat Weilermann ab heute in seiner Wache, statt drei Schreibzimmer hat er einen. In den anderen stehen noch Trocknungsgeräte und Lüfter - "dort kann keiner sitzen". Und: "Ein Ende dieser Situation ist nicht abzusehen." Das Provisorium dauert also an.

Eine Konsequenz ist auch, dass die Zellen immer noch nicht genutzt werden können. Erst war's das Wasser, jetzt ist die Lüftungsanlage bei den Sanierungsarbeiten beschädigt worden. Das hat zur Folge, dass jede Person, die von der Polizei ins Gewahrsam genommen werden sollte, nach Bergisch Gladbach gebracht werden müsse. "Diese zwei Stunden Fahrt könnten wir sicher sinnvoller nutzen. Das ist alles einfach nur frustrierend."

Ein Ende ist nicht abzusehen. "Ein neuer Estrich muss sechs Wochen trocken. Dann müssen Fußbodenbeläge ausgetauscht werden, die Büros müssen wieder eingeräumt werden. Wir werden weiterhin mit Einschränkungen im Wachbetrieb leben müssen", sagt er.

Die Stimmung bei den Kollegen sei umgeschlagen von Geduld in Frust. "Man erwartet von uns gute Arbeit. Dann müssen aber auch die Arbeitsplätze in Ordnung sein. Was wir hier haben, ist ungenügend."

Quelle: RP
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