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Wermelskirchen
Neues Spatzenhof-Konzept kommt gut an

Wermelskirchen: Neues Spatzenhof-Konzept kommt gut an
Neues Konzept, neuer Restaurantleiter, viele Ideen - Eigentümer Wolfgang Schmitz-Heinen (v.l.), Restaurantleiter Ronny Kabai und Küchenchef Philipp Wolter möchten die Attraktivität des Spatzenhofs in Süppelbach erhöhen. FOTO: N. Hertgen
Wermelskirchen. Das Landhaus setzt seit Jahresbeginn auf bergische, kreative und bodenständige Küche - der Michelin-Stern wird nicht mehr angestrebt. Rückmeldungen der Gäste sind positiv. Die Pläne für ein Wellness-Hotel kommen nicht richtig in Fahrt. Von Sebastian Radermacher

Philipp Wolter macht den Wandel im Spatzenhof an einem Beispiel deutlich: "Früher gab es 14 Komponenten auf einem Teller, heute sind es vier bis fünf", sagt der Küchenchef des Landhauses in Süppelbach. Seit Jahresbeginn setzt der Spatzenhof auf ein neues Konzept - weg von der Sterne-Welt, hin zur bergischen, kreativen und bodenständigen Küche. "Wir streben den Michelin-Stern nicht mehr an", sagt Eigentümer Wolfgang Schmitz-Heinen, "man kann ihn aber nicht einfach so zurückgeben".

Das neue Konzept, mit dem mehr Gäste angesprochen werden sollen, scheint aufzugehen. "Die Rückmeldungen sind sehr positiv", erzählt der Eigentümer. Man habe sich bei der Umstrukturierung auch an den Wünschen der Gäste orientiert - so ist nun eine Mischung aus bergischen Menüs, kreativen Gerichten und bodenständigen Klassikern entstanden. Schmitz-Heinen hat den Eindruck, dass die Veränderung einige Hemmschwellen abgebaut hat. "Bei Feiern, zum Beispiel Hochzeiten, sind wir so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht mehr." In diesem Zusammenhang stellt er klar: "Für uns ist das ein Lernprozess, der eine große Umstellung mit sich bringt."

Sterneküche bedeutet vor allem sehr viel Aufwand und fordert dementsprechend auch eine große Personalstärke. Das Küchenteam wurde mittlerweile von insgesamt neun auf fünf Personen verkleinert. "Die Qualität bleibt aber definitiv erhalten", versichert Wolter. "Das Kochen ist nur mit vergleichsweise weniger Aufwand verbunden."

Um weitere Gäste für den Spatzenhof zu begeistern und gleichzeitig Vorurteile über den Umgang mit Gästen aus dem Weg zu räumen, beteiligt sich das Landhaus am deutschlandweiten Tag der Spitzengastronomie. Hintergrund der Aktion, die im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde und an der sich 170 Gastronomen beteiligen: "Es kursierten überall Gerüchte, dass Gäste aus Restaurants geschmissen werden, weil sie von den Tellern ihrer Sitznachbarn probiert hatten - das stimmt nicht", verdeutlicht Wolter. Und das möchte das Spatzenhof-Team auch nach außen zeigen. Daher sind Gäste für das erste April-Wochenende (1. bis 3. April) eingeladen, sich besondere Menüs schmecken zu lassen. "Wir servieren dann zwei verschiedene Vier-Gänge-Menüs pro Tisch - der Tellertausch und das Probieren beim Sitznachbarn sind ausdrücklich erwünscht", betont der Küchenchef.

Für die Zukunft plant das Spatzenhof-Team weitere Veranstaltungen, um die Attraktivität steigern. Es wird Käse- oder Wein-Abende geben, für den Herbst ist zudem eine Tanzveranstaltung in Planung. Das nächste besondere Event ist am 17. April: Bei der Veranstaltung "Chefstable" werden Philipp Wolter und zwei Gastköche vor den Augen von knapp 90 Gästen auf einer Bühne ein Sechs-Gänge-Menü kochen - mit Moderation und Übertragung auf eine Großbildleinwand, dazu gibt es musikalische Begleitung und eine Mentalmagier-Show.

Einziger Wermutstropfen, der die Freude bei Wolfgang Schmitz-Heinen zurzeit etwas trübt: Die Pläne für ein neues Wellness-Hotel mit 100 Zimmern direkt neben dem Spatzenhof kommen (noch) nicht so richtig in Fahrt. Die Bezirksregierung hatte Ende des vergangenen Jahres bemängelt, dass das Neubauprojekt keinen öffentlichen Belangen diene. "Das wollen wir nun mit einem Konzept nachweisen. Es laufen Abstimmungsgespräche, wir wollen das Projekt ans Laufen bringen", betont der Eigentümer. Sollte das Projekt umgesetzt werden können, müsste man natürlich das gesamte Spatzenhof-Konzept noch einmal überarbeiten.

Quelle: RP
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