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Tipps vom Laufexperten
"Nicht viel, sondern schlau trainieren"

Tipps vom Laufexperten: "Nicht viel, sondern schlau trainieren"
Laufend unterwegs: Frank Wagner kann man beispielsweise an der Eschbachtalsperre antreffen. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Frank Wagner bringt seit zwei Jahrzehnten mit seiner Laufschule "Lauflust" die Teilnehmer in den richtigen Tritt des Ausdauersports. Von Stephan Singer

Seit 20 Jahren ist Frank Wagner mit seiner Laufschule "Lauflust" in der Region unterwegs - häufig rund um die Remscheider Talsperre, mal im Radevormwalder Wilhelmstal oder auch in Duisburg oder Boppard. Mit seiner berufsbegleitenden Ausbildung zum Diplom-Lauftherapeuten (nicht staatlich anerkannt) beim Deutschen Lauftherapiezentrum in Bad Lippspringe, setzte der heute 56-Jährige 1997/1998 seine Leidenschaft auf professioneller Ebene um.

Der gelernte Diplom-Sozialarbeiter lief 1993 seinen ersten Marathon, danach folgten sogar diverse Ultraläufe über Strecken von mehr als 42 Kilometern. Ihm geht es bei seiner Laufschule aber nicht um Extremsport, sondern um das Vermitteln vom "richtigen" Laufen oder "korrekten" Nordic Walking, um seine Schützlinge zu Erfolgserlebnissen zu führen.

Frank Wagners Kurse mit begrenzter Teilnehmerzahl erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, obwohl "sich der Laufboom aus der Zeit Ende der 1990er-Jahre gesetzt hat", wie der Sportler die Entwicklung genau beobachtet hat: "Die Läuferzahlen sind ungebrochen hoch, aber die Zahl der Neueinsteiger steigt nicht mehr so rasant wie damals."

Der Lauftherapeut beschränkt sich bei seinen Kursen nicht nur auf Einsteiger- und Laufkurse für Teilnehmer mit Vorkenntnissen. Sein Angebot hat er längst um Nordic Walking, geführte Wanderungen und Einführungen im Klettersteiggehen erweitert - dem Trend der Zeit angepasst. Um welche Disziplin es sich auch handelt, 90 Prozent der Kurse und Teilnehmer sind "gesundheitsorientiert", also nicht auf sportliche Höchstleistung ausgelegt.

Frank Wagner ist die richtige Umsetzung wichtig: "Man kann falsch laufen." Aus Erfahrung weiß der Sportler: "Viele Menschen haben gescheiterte Selbstversuche hinter sich oder schon schlechte Erfahrungen mit Sport in der Schulzeit gemacht." Er wolle der Demotivation der Teilnehmer durch falsche Herangehensweise - wie anfänglich zu hohes Tempo und daraus folgender Überforderung - entgegenwirken: "In meinen Kursen können die Teilnehmer beim Sport lächeln."

Nach einem Vierteljahr des regelmäßigen Kurstrainings könnten die Dauerläufer eine halbe Stunde Laufen gut schaffen. Frank Wagner weiter: "Der größte Fehler ist, zu schnell zu viel schaffen zu wollen. Die Kondition müssen wir vorsichtig und nachhaltig aufbauen." Und weiter: "Nicht viel, sondern schlau trainieren."

Mit ähnlicher Philosophie setzt Frank Wagner seine Kurse im Nordic Walking um: "Wenn man das richtig macht - unter anderem mit Vortrieb - dann ist das eine gute, eigenständige Sportart, die ihren berechtigten Platz hat."

Er würde Nordic Walking gerne Menschen empfehlen, die an Übergewicht leiden oder ein orthopädisches Problem haben: "Übergewicht belastet die Gelenke beim Laufen. Zum Abnehmen ist Nordic Walking ein guter Einstieg, nach dem man aufs Laufen umsteigen kann." Natürlich sei Nordic Walking in Sachen Herzfrequenz nicht so intensiv wie Laufen, aber die Sportler müssten unter anderem verstehen, dass die Nordic Walking-Stöcke keine Gehhilfen, sondern Sportgeräte seien.

Auf Wanderungen führt Frank Wagner abseits bekannter Wege im Bergischen Land - zum Beispiel rund um die Remscheider Talsperre oder im Radevormwalder Wilhelmstal. "Dabei entdecken wir unter anderem alte Hohlwege. Oder das mittelalterliche Wegenetz rund um die Talsperre, wo einst eine Heer- und Handelsstraße in Richtung Dortmund führte", beschreibt er.

Der größte Teil seiner Teilnehmer will den Sport richtig erlernen und ausüben, Frank Wagner betreut aber noch zwei weitere Gruppen: Die einen können den Sport, wollen sich jedoch einer Gruppe anschließen, um diszipliniert den "inneren Schweinehund" zu besiegen. Die anderen sind ambitionierte Freizeitläufer, die durch individuell zugeschnittenes Training ein sportliches Ziel erreichen wollen.

Quelle: RP
 
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