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Kreis-Veterinär Dr. Thomas Mönig
Noch kein Vogelgrippe-Verdachtsfall

Noch kein Vogelgrippe-Verdachtsfall 2016 in Wermelskirchen
FOTO: Kreis
Wermelskirchen. Wer jedoch tote Wildvögel findet, sollte diese nicht mit den Händen anfassen.

Herr Dr. Mönig, sind schon tote Vögel in Wermelskirchen und Umgebung gefunden worden?

Mönig Bislang noch nicht. Wir halten aber die Augen offen. Bei einer Meldung von toten Wildvögeln würden wir diese schnellstmöglich auf die Todesursache untersuchen lassen. Sollten Spaziergänger beispielsweise eine tote Wildente finden, bitten wir um eine Information an das Kreis-Veterinäramt. Wir sind telefonisch unter 02202 132815 erreichbar. Wer ein totes Tier findet, sollte dieses rein vorsorglich aber nicht mit den Händen anfassen - auch, wenn noch gar nicht abschließend geklärt ist, ob das Tier an einer Viruserkrankung gelitten hat. Zudem ist bis jetzt noch nicht geklärt, ob das in Schleswig-Holstein aufgetretene Virus für den Menschen gefährlich ist.

Erwarten Sie, dass auch hier tote Vögel gefunden werden?

Mönig Der Rheinisch-Bergische Kreis ist ein Durchzugsgebiet für Zugvögel. Insofern kann man eine Gefährdung nicht gänzlich ausschließen. Aber inzwischen ist es schon Mitte November, es besteht die Hoffnung, dass uns die meisten Vögel schon passiert haben.

Was gibt es denn für Vorsichtsmaßnahmen?

Mönig Falls auch im Bergischen Land ein erkrankter Wildvogel gefunden werden sollte, muss verhindert werden, dass es zu Kontakten von Wildvögeln und Nutzgeflügel kommt. Das würde bedeuten, dass das Nutzgeflügel in den Stall müsste.

Wie sehen Ihre Vorbereitungen aus?

Mönig Für den Fall, dass auch im Bergischen Land an dem Virus erkrankte Wildvögel nachgewiesen werden, informieren wir alle Halter von Nutzgeflügel schnellstmöglich. Dann können die erforderlichen Schutzmaßnahmen, etwa die Aufstallung des Nutzgeflügels aber auch die Verwendung von Schutzkleidung durch die Halter, zügig umgesetzt werden, um der Ansteckungsgefahr vorzubeugen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Wermelskirchen und die übrigen Städte des Kreises von der Vogelgrippe betroffen sein werden?

Mönig Das lässt sich schwer abschätzen. Tatsache ist, dass wir im Rheinisch-Bergischen Kreis einige Rastgebiete für Wildvögel haben - beispielsweise die stark bewaldete Große Dhünn-Talsperre. Dort gibt es allerdings nur wenig Nutzgeflügel. Zudem ist es natürlich noch lange nicht gesagt, dass die dort rastenden Vögel von dem Virus betroffen sind.

Was könnte auf die Geflügelhalter denn zukommen?

Mönig Es könnte sein, dass ihre Tiere für eine gewisse Zeit im Stall bleiben müssen, um den Kontakt zu Wildvögeln auszuschließen.

UDO TEIFEL STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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