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Wermelskirchen
Noch keine Lösung für Awo-Trägerschaft

Wermelskirchen: Noch keine Lösung für Awo-Trägerschaft
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Wermelskirchen. Vertreter der Arbeiterwohlfahrt und der Stadtverwaltung saßen gestern zusammen und diskutierten über die Zukunft der Trägerschaft für Kindergarten, OGS und Schuldnerberatung. Ziel ist, die Zusammenarbeit fortzuführen, sagt Bleek. Von Sebastian Radermacher

Die Zukunft der Awo-Kindertagesstätte an der Jörgensgasse, der fünf Offenen Ganztagsschulen sowie der Schuldnerberatung, die ebenfalls von der Arbeiterwohlfahrt betrieben werden, ist weiterhin ungewiss. Vertreter der Awo und des städtischen Jugendamtes sowie Bürgermeister Rainer Bleek saßen gestern Nachmittag im Rathaus zusammen und diskutierten über die Zukunft der Trägerschaft für die genannten Einrichtungen. "Wir haben die drei Bereiche durchgesprochen, haben aber noch keine Lösung für dieses Problem", sagte Bürgermeister Rainer Bleek auf Anfrage unserer Redaktion im Anschluss an den Gesprächstermin.

Zum Hintergrund: Die Awo plant die Rückgabe einiger Einrichtungen aufgrund der jüngsten Tarifabschlüsse im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Die Awo Rhein-Oberberg entlohnt ihre Angestellten in Kitas und Offenen Ganztagsschulen - anders als alle anderen großen nicht-kommunalen Träger - nach dem kommunalen Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD). Die Gewerkschaft Verdi hatte für die Erzieher deutliche Gehaltssteigerungen erstritten. Dies bringt die Awo in finanzielle Bedrängnis.

Rhein-Oberberg ist der einzige Awo-Verband in NRW, der seinen Angestellten den gleichen Lohn zahlt wie städtische Einrichtungen. Die Personalkosten sind in vier Jahren bereits um 11,9 Prozent gestiegen. Die erneute Kostensteigerung sei nun nicht zu verkraften. Konkret geht es um einen jährlichen Betrag von etwa 870.000 Euro - diese Mehrkosten müsste die Awo für 579 Beschäftigte aufbringen.

"Wir können die Probleme der Awo nachvollziehen", sagte der Bürgermeister. Beide Seiten verständigten sich darauf, schnellstmöglich noch einmal ihre Zahlen zu analysieren und sich zeitnah wieder zusammenzusetzen. Dann werde man versuchen, eine verträgliche Lösung zu finden, sagte Bleek. "Es ist ein flächendeckendes Problem. Wir hoffen, dass die Awo-Trägerschaft in Wermelskirchen fortgeführt werden kann - das hat Priorität", betonte der Bürgermeister. Schließlich habe die Stadt über viele Jahre mit der Arbeiterwohlfahrt als Träger gute Erfahrungen gemacht. Auch das Gespräch gestern Nachmittag sei konstruktiv gewesen. Bleek: "Unser Ziel ist, die Angebote sicherzustellen."

Das Problem sei bekannt: Durch Verdi erzielte Tariferhöhungen würden durch das Land nicht ausreichend gegenfinanziert - es bleibe dann an den Kommunen hängen. "Das ist mit Blick auf unsere Haushaltslage aber schwierig", erklärte Bleek. Schließlich hat die Stadt im Haushaltssicherungskonzept (HSK) kaum finanzielle Spielräume. Eine Entscheidung kann nicht von heute auf morgen fallen. "Wir stehen aber unter Zeitdruck", verdeutlichte Bleek, "es ist eine schwierige Situation für beide Seiten".

Quelle: RP
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