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Wermelskirchen
OGS-Freigabe stärkt Schulstandort Hünger

Wermelskirchen. Die Stadt hebt die Deckelung der OGS-Kapazität auf 45 Kinder auf. So kann die Grundschule alle OGS-Kinder aufnehmen. Die Pläne für eine Mensa werden vorangetrieben, die Schülerzahlen weiter beobachtet. Von Sebastian Radermacher

Positive Nachricht für die Grundschule Hünger: Die Stadtverwaltung hebt die Deckelung auf 45 OGS-Kinder auf. Diese Entscheidung teilte gestern Bürgermeister Rainer Bleek auf Anfrage unserer Redaktion mit. Nach einer längeren Diskussion mit den Fraktionsvorsitzenden im Ältestenrat habe die Politik diese Bitte an ihn herangetragen. "Wir wollen dem Standort nicht die Luft abdrehen", sagte der Bürgermeister. Eine Gefährdung des Standortes sei damit vom Tisch.

Mit der Entscheidung kommt die Verwaltung nun doch dem Wunsch der Grundschule und des Betreuungsvereins nach. Denn eine Begrenzung auf maximal 45 OGS-Kinder hätte zur Folge gehabt, dass 14 Kinder für das nächste Schuljahr eine Absage erhalten hätten. Und hätten die Eltern diese Kinder deswegen auf eine andere Grundschule mit freien OGS-Plätzen geschickt, wäre die Bildung einer Eingangsklasse in Hünger - trotz 26 Anmeldungen - gefährdet gewesen. So haben jetzt alle Eltern die Gewissheit: Die OGS-Betreuung ist gesichert.

Der Betreuungsverein wird die 60 OGS-Kinder übergangsweise auch ohne eine Mensa mit Mittagessen versorgen können, betonte Schulleiterin Marion Klein. "Wir müssen sowieso im nächsten Schuljahr für die Erstklässler eine dritte Essensgruppe einrichten - ob dort acht oder 20 Kinder essen, ist egal." Klein ist glücklich über die Aufhebung der Deckelung, für die sie und Peter Kolitschus (Betreuungsverein) sich vor der Ältestenratssitzung noch einmal stark gemacht hatten.

Die Pläne für eine Mensa in Hünger können nun in Ruhe vorangetrieben und umgesetzt werden. Laut Bleek wird aber kein Anbau errichtet. "Das Mensa-Angebot wird durch einen Umbau im Bestand umgesetzt." Die Stadt übernimmt den Umbau. Dass der Betreuungsverein die Mensa baut und an die Stadt vermietet, lehnt die Verwaltung ab. Man arbeite zwei Varianten für eine Mensa-Lösung aus und werde sie mit der Schule abstimmen, sagte Bleek. Sobald die Mensa-Situation gelöst sei, werde man eine neue Deckelung der OGS-Kapazität festlegen.

Die im Haushaltssicherungskonzept festgelegte Überprüfung der Schülerzahlen in Hünger werde es auch in Zukunft geben, betonte Bleek. Eine Schule benötigt mindestens 16 Anmeldungen für eine Eingangsklasse. Die Stadt arbeitet zurzeit an einer Aktualisierung des Schulentwicklungsplans, in dem Prognosen zu Schülerzahlen dargestellt werden. In Hünger werden auch Kinder aus Burg oder Höhrath unterrichtet, für die die Stadt Wermelskirchen die Schülerbeförderung bezahlt. Ein einseitiger Weg, denn kein Kind aus Wermelskirchen geht in Solingen auf eine Schule. Warum beteiligt sich die Nachbarstadt nicht an den Kosten? Rainer Bleek will über dieses Thema mit seinem Amtskollegen Tim Kurzbach sprechen.

In den nächsten zehn Jahren muss die Stadt umgerechnet rund 150.000 Euro jährlich in den Schulstandort Hünger stecken, sagte Bleek. Die Verwaltung hat in einer Liste alle anfallenden Kosten, etwa für Investitionen, die technische Bauunterhaltung, Schulbeförderung und auch Personal dargestellt und auf zehn Jahre heruntergerechnet. Ihm sei wichtig gewesen, dass die Politik wisse, welche Kosten mittelfristig für den Standort Hünger anfallen, sagte Bleek: "Diese Zahlen kennen die Politiker nun."

Quelle: RP
 
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