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Wermelskirchen
Parken ja – gegenläufiger Radverkehr nein

Wermelskirchen: Parken ja – gegenläufiger Radverkehr nein
Sie standen nur wenige Wochen und sorgten auch für freie Fahrt: die Halteverbots-Schilder. Sie werden am 28. Mai abmontiert. Dann ist es mit dem gegenläufigen Radverkehr vorbei. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Am 28. Mai wird der Ratsbeschluss umgesetzt: Die Schilder werden auf der Telegrafenstraße abgebaut, das absolute Halteverbot in ein Parkverbot umgewandelt. Der Fachausschuss muss entscheiden, wie es weitergeht. Der ADFC klagt. Von Udo Teifel

Die Telegrafenstraße bleibt die optimalste Lösung für einen Radverkehr in West-Ost-Richtung – also gegen die Einbahnstraße. Darüber ist sich die Planungsgruppe Radverkehr einig. Dennoch wird der Beschluss der Ratsmehrheit von CDU, Büfo und WNKUWG umgesetzt, diesen gegenläufigen Radverkehr aufzuheben.

Am Dienstag, 28. Mai, wird die Beschilderung abgebaut. Wie dann die Radfahrer mit der neuen Situation umgehen sollen, ist noch unklar. Entweder er schiebt sein Rad über die Bürgersteige durch die Telegrafenstraße, oder er nimmt Brückenweg oder Kölner Straße. Der Beigeordnete Dr. André Prusa gestern gegenüber der Bergischen Morgenpost: "Was für Schilder wie und mit welchem Inhalt aufgestellt werden, wird noch erarbeitet." Der ADFC wird, kündigte er gestern an, vors Verwaltungsgericht ziehen.

Mit dem Ratsbeschluss vorige Woche, den gegenläufigen Radverkehr aufzuheben, war es nicht getan. Die Stadtverwaltung rief die Planungsgruppe Radverkehr zusammen, deren Mitglied auch die Kreispolizeibehörde ist. Diskutiert wurde, wie der Ratsbeschluss umzusetzen und wie mit Alternativrouten umzugehen ist.

Prusa verkündete gestern die Ergebnisse. Danach wird der gegenläufige Radverkehr nächste Woche aufgehoben; die Schilder werden ab- und das Bord (Einfahrt Telegrafenstraße) zurückgebaut. Auch die Schilder "Absolutes Halteverbot" werden demontiert und durch "Parkverbot"-Schilder ersetzt – es darf dann linksseitig wieder gehalten, aber nicht ausgestiegen werden. Die vorhandene Radmarkierung wird mit gelben Kreuzen übergestrichen.

Laut Prusa hat sich die Gruppe auch mit Alternativrouten beschäftigt – Kriterien waren Attraktivität, Verkehrssicherheit und Gefälle sowie Anbindung an die vorhandenen Radnetze. "Die Planungsgruppe priorisiert eindeutig die Telegrafenstraße, also den gegenläufigen Radverkehr und wird diese Empfehlung, verbunden mit den Maßnahmen der Unfallkommission, den Politikern vorschlagen", so Prusa.

Denn der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr wird sich mit neuen Varianten beschäftigen müssen. Der Brückenweg mit Schutzstreifen wäre die nächstfavorisierte Variante – "damit würde aber die Telegrafenstraße zur Hauptverkehrsachse", befürchtet Prusa. Variante 3 wäre die Kölner Straße. Die Varianten der WNKUWG seien zu abgelegen und nicht attraktiv.

Die Kreispolizeibehörde war gestern zu keiner Stellungnahme bereit. Prusa diplomatisch: "Die Polizei ist nicht glücklich, dass der gegenläufige Radverkehr aufgehoben wird, ohne dass eine Alternative benannt ist." Sie sehe es lieber, wenn der Verkehr gelenkt werde – "hier endet eben die geführte Radstrecke eben in West-Ost-Richtung plötzlich." Aber die Politik habe es so gewollt, die Polizei könne das nicht verbieten. Prusa: "Zudem gibt's keine gesetzliche Verpflichtung, Radverkehr durch die Stadt zu führen."

ADFC-Sprecher Frank Schopphoff erklärte gestern, als die BM ihm das Ergebnis der Planungsgruppe mitteilte, dass man gegen die Aufhebung klagen werde. "Das ist auf Bundesebene vorbereitet."

(RP/rl)
 
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